Fußball

FLVW: Kreisvorstände für Abbruch - Kommt die Quotientenregel?

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Abbruch? Fortsetzung? Für die Kreisvorstände ist klar: Die Saison im Amateurfußball soll abgebrochen werden. Wird bei der Wertung die Regelung getroffen, für die sich auch die Handballer entschieden haben?

Kamen - Die Angst vor einem gerichtlichen Marathon nach einem Abbruch der Saison im Amateurfußball treibt die Verantwortlichen des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen fast schon zur Pedanterie.

Dabei gibt es auf fast allen Ebenen ein deutliches Votum für einen Abbruch der Saison, nur über die Wertung der Tabellen in Sachen Meisterschaft sowie Auf- und Abstieg gibt es unterschiedliche Auffassungen. Und hier möchten die Entscheidungsträger eine einhundertprozentige Rechtssicherheit herstellen, um eine Klagewelle zu verhindern. Dass das offenbar nicht so einfach ist, beweist die Tatsache, dass ein vom FLVW in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten immer noch nicht vorliegt.

Dabei kommt jetzt sogar zusätzlich ein Modell ins Gespräch, das der Verband bei seiner Abstimmung, die den Vereinen vorgelegt wurde, nicht als Möglichkeit aufgelistet hatte. Die Quotientenregelung, wie sie im Handball praktiziert wird (gewonnene Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele mal 100), wird bei den Amateuren zumindest nicht mehr ausgeschlossen. Wie Michael Allery, Vorsitzender des Fußball-Kreises Unna-Hamm bestätigte, wurde dieses „Norweger-Modell“ am Donnerstagabend bei der Videokonferenz des Verbandes mit den 29 Kreisvorsitzenden zum Thema. „Falls es bei den anderen vier Vorschlägen zum Abbruch keine Rechtssicherheit geben sollte, könnte auch diese Reglung zumindest noch einmal überprüft werden“, erklärte Allery. Der hatte sich zuvor wie seine 28 weiteren Kollegen ebenfalls für einen Abbruch der Saison ausgesprochen.

Präsident wirbt um Verständnis

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski warb in der Konferenz um Verständnis dafür, dass sich die Entscheidungsphase so lange hinziehe. „Ich würde unseren Klubs gerne heute eine Lösung präsentieren, um ihnen Planungssicherheit zu geben. Das können wir aber schon aus rechtlichen Gründen nicht“, erklärte Walaschewski.

Da der Bayerische Fußballverband die Saison zu Ende spielen will, wird es in Deutschland keine einheitliche Regelung geben. Diese scheint selbst in NRW ausgeschlossen zu sein, da auch der Mittelrhein gerne weiterspielen möchte. „Wenn wir unterschiedlich entscheiden, müssen wir die Spielordnung ändern, die im Moment für ganz Nordrhein-Westfalen gilt“, betonte der FLVW-Präsident.

Konferenzen bis zum 29. April

Der Verband hat sich inzwischen selbst einen genauen Fahrplan vorgegeben. Bis zum 29. April wird die Reihe der Videokonferenzen fortgesetzt. Am Freitag wurden die Landesliga-Vertreter gehört, darunter auch der TuS Wiescherhöfen und die IG Bönen. Anfang Mai wird dann der Verbands-Fußball-Ausschuss eine Empfehlung abgeben, die anschließend im FLVW-Präsidium und in der Ständigen Konferenz zur Diskussion gestellt wird.

Danach dürfte wohl endgültig feststehen, wie sich in Westfalen das vorzeitige Ende der Saison auch tabellarisch auswirken wird. Diese Entscheidung bedarf lediglich einer offiziellen Bestätigung durch den Verbandstag, der auf Grund der Einladungsfristen frühestens im Juni stattfinden kann.

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