Fußball

FLVW-Entscheidung über Saisonabbruch am Dienstag: Das gilt es zu wissen 

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Wochenlang war aufgrund der Corona-Pandemie darüber diskutiert worden, ob die Saison im Amateur-Fußball-Bereich abgebrochen oder zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt wird. Am Dienstag fällt die Entscheidung.

Hamm - Nach zahlreichen Videokonferenzen hatte der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) Anfang Mai für den Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) die Empfehlung ausgesprochen, die Saison ohne Absteiger, aber mit Aufsteigern zu beenden.Der außerordentliche Verbandstag wird am Dienstag die offizielle Entscheidung bekannt geben, ob und in welcher Form dieser Empfehlung gefolgt wird.

Wie lautete die Empfehlung?

Die Beschlussvorlage ist bereits die veröffentlichte Empfehlung des VFA, des Präsidiums und der Ständigen Konferenz, wonach die Saison im Amateurfußball abgebrochen und gewertet werden soll. Es wird keine Absteiger geben. Der aktuelle Tabellenerste steigt auf. Sollte dieser ermittelte Aufsteiger nicht mit dem Tabellenersten der Hinrunde übereinstimmen, dann steigt auch zusätzlich die beste Mannschaft der Hinrunde auf. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele wird eine Quotientenregelung angewendet, nach der die erreichten Punkte durch die ausgetragenen Spiele dividiert wird.

Warum ist diese Regelung noch nicht rechtskräftig?

Der VFA konnte nur eine Empfehlung aussprechen, die von dem außerordentlichen Verbandstag legitimiert werden muss. „Das schriftliche Abstimmungsverfahren der Delegierten ist nun der letzte Schritt. Für den 9. Juni hoffen wir – vor allem im Sinne der Vereine – auf ein Votum, das Planungssicherheit verschafft“, sagt FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski.

Wie setzt sich der außerordentliche Verbandstag zusammen?

Aus den Mitgliedern des Präsidiums, aus den Kreisvorsitzenden, aus den weiteren Delegierten der Kreise, aus den Vorsitzenden der Ausschüsse, aus dem Vorsitzenden des Verbandssportgerichts als Vertreter der Sportgerichtsbarkeit, aus den Vertretern der verbandsangehörigen lizenzierten Vereine des Ligaverbandes sowie aus den Ehrenmitgliedern, denen die Ehrenmitgliedschaft vor dem 16. Juni 2007 verliehen worden ist.

Hatten die Delegierten in den vergangenen Wochen Zeit, sich noch einmal intensiv mit dem Thema zu beschäftigen? Wie konnten sie Fragen stellen?

Am 26., 27. und 29. Mai hatten die Delegierten per Videokonferenz die Möglichkeit, Fragen an das Präsidium des FLVW, an den VFA und an die hauptamtlichen Mitarbeiter zu richten, um alle Unklarheiten zu bereinigen.

Wann erfolgt die offizielle Bekanntgabe?

Bis zum Montag waren die 149 Delegierten der 29 Kreise des FLVW aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Diese mussten bis 24 Uhr im SportCentrum Kaiserau eingegangen sein. Am Dienstag folgt die Auszählung der Stimmen durch eine Zählkommission. „Wir wissen nicht, wie lange das dauert. Aber wir beeilen uns so schnell wie möglich und hoffen, dass wir zwischen 13 und 14 Uhr fertig sind“, sagt Meike Ebbert aus der Stabsstelle Kommunikation des FLVW.

Müssen die Kreise den Beschluss noch für die Bereiche Kreisliga A bis D bestätigen? Oder gilt der Beschluss automatisch für alle Ligen in Westfalen?

Das in dem schriftlichen Abstimmungsverfahren der Delegierten des FLVW-Verbandstages getroffene Votum gilt für alle Senioren-Spielklassen in Westfalen (Kreisliga D bis Oberliga Westfalen). Die Kreisvorsitzenden sind der Empfehlung bereits in der Ständigen Konferenz (Gremium aus allen Kreisvorsitzenden und dem Präsidium) gefolgt. Sie und weitere Delegierte aus den 29 FLVW-Kreisen stimmen nun final über die Beschlussvorlage ab, die dann – ein Ja-Votum vorausgesetzt – endgültig und für alle Kreise bindend ist.

Welche Unklarheiten wird es auch nach dem Beschluss des Verbandstages im Kreis Unna/Hamm noch geben?

Unklar ist noch, ob der SV Westfalia Rhynern nach dem Rückzug seiner zweiten Mannschaft zu Beginn der vergangenen Saison wieder ein Reserveteam aufstellen wird, oder ob die Dritte, die den Aufstieg aus Kreisliga B in die Kreisliga A geschafft hat, die neue Zweite wird und es keine weitere Seniorenmannschaft geben wird. Dies ist vor allem für die SG Isenbeck wichtig, die für den Fall, dass Rhynern nur noch zwei Teams ins Rennen schickt, als Tabellenzweite der Kreisliga C1 über die Quotientenregelung den Sprung in die Kreisliga B schaffen würde. Nach WA-Informationen geht die Tendenz bei der Westfalia wohl dahin, dass sie nur zwei Teams melden wird. Der Verein will sich dazu derzeit nicht äußern, sondern erst dann, wenn die Saison durch den Verband offiziell beendet ist.

Ist der bisher im Rahmenspielplan angesetzte 9. August als Saisonbeginn realistisch? Oder wird wegen des Versammlungsverbotes bis zum 31. August kein Spielbetrieb stattfinden?

Aktuell geht der FLVW stark davon aus, dass die neue Saison nicht vor dem 31. August starten kann. Die entsprechenden Rahmenterminkalender werden angepasst, sobald abzusehen ist, wann der reguläre Meisterschaftsbetrieb aufgenommen werden kann. Eine seriöse Prognose ist aktuell nicht möglich, da der Verband an die Maßgaben der Bundes- und Landesregierung sowie an die Vorgaben der Gesundheitsbehörden gebunden ist.

Wie sieht es mit der Wechselfrist aus? Bleibt der 30. Juni das fixe Abmeldedatum oder sind Wechsel vom 1. Juli bis 31. August möglich? Oder wird darüber noch entschieden?

Die Wechselfristen haben sich auf Grund des Saisonabbruchs (keine Fortsetzung nach den Sommerferien) nicht grundlegend geändert. Die Abmeldefrist läuft bis zum 30. Juni. Eine Anpassung wurde jedoch sowohl in der Spielordnung als auch in der Jugendspielordnung des Westdeutschen Fußball-Verbandes vorgenommen. Normal wäre ein Spieler sechs Monate nach dem letzten Spiel sofort für einen anderen Verein spielberechtigt. Der Zeitraum der Unterbrechung durch Corona (das Ende des Zeitraums wird noch bekannt gegeben) wird jedoch nicht auf die Sechs-Monatsfrist angerechnet.

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