Fußball

FLVW-Empfehlung: Aufstiegsjubel in Bockum-Hövel und Rhynern

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Jubel bei der SG Bockum-Hövel: David Schmidts Mannschaft kehrt nach nur einer Saison in die Landesliga zurück.

[Update: 7. Mai, 11.25 Uhr] Der Verbands-Fußball-Ausschuss des FLVW hat seine endgültige Empfehlung für die Wertung der Saison 2019/20 vorgelegt. Ganz zur Freude der SG Bockum-Hövel. Und es darf noch ein Hammer Team jubeln.

Hamm - Sollte der außerordentliche Verbandstag Anfang Juni der Empfehlung des Verbands-Fußball-Ausschusses folgen, dann wird auch die dritte Mannschaft des SV Westfalia Rhynern mit dem Trainertrio Luca Schmitz, Arnd Beuning und Andre Sasse aus der Kreisliga B in die Kreisliga A aufsteigen.

„Das nehmen wir jetzt erst einmal zur Kenntnis“, zeigte sich der Mannschaftsverantwortliche Jörg Beuning angesichts der Tatsache, dass dies nur eine Empfehlung ist, recht gelassen. Dennoch machte er klar, dass sich die Dritte vom Papenloh, die im Vorjahr Platz drei belegt hatte und derzeit auf dem ersten Tabellenrang steht, dieser „Herausforderung stellen wird. Es wird mit unserer jungen Mannschaft schwer, aber wir versuchen es.“ Zwei Akteure aus der eigenen A-Jugend werden das Team verstärken, ansonsten wird es fast unverändert - lediglich Trainer Sasse wird aus beruflichen Gründen kürzer treten - in die neue Spielzeit gehen.

Am Mittwoch war noch unklar, ob Rhynern III tatsächlich aufsteigen darf, da Kaiserau II den um 0,007 Punkten besseren Quotienten aufwies. Allerdings war noch ein Platz frei in der Kreisliga A, den jetzt die Drittvertretung vom Papenloh einnehmen darf.

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Hamm - Ein Abbruch ohne Absteiger, aber mit vielen Aufsteigern – so soll die derzeit wegen des Corona-Virus unterbrochene Fußball-Saison 2019/20 in Westfalen gewertet werden. Eine entsprechende Empfehlung hat der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) dem Präsidium vorgelegt. „Der VFA hat nach Auffassung des Präsidiums die bestmögliche und fairste Lösung für den Großteil der Vereine gefasst. Die Empfehlung schöpft all unsere Möglichkeiten aus, um den Gegebenheiten in all unseren Staffeln gerecht zu werden“, spricht FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski von einer salomonischen Regelung.

Zur Berechnung hat der VFA ein Modell entwickelt, wonach sowohl der aktuelle Tabellenführer als auch der Hinrunden-Erste aufsteigen werden. Bei einer unterschiedlichen Anzahl absolvierter Spiele greift die Quotientenregelung. Das FLVW-Präsidium hat entschieden, dieser Empfehlung einstimmig zu folgen. Die endgültige Entscheidung fällt ein außerordentlicher Verbandstag.

Coronavirus in Hamm: Bockum-Hövel und Drensteinfurt steigen gemeinsam auf

Besonders groß über diese Lösung ist die Freude in Hamm beim Bezirksligisten SG Bockum-Hövel, der in der aktuellen Tabelle zwar mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter SV Drensteinfurt nur Zweiter ist, nach der Hinrunde allerdings Erster gewesen war und daher nun genauso wie die Stewwerter in die Landesliga aufsteigen wird. „Das ist ja Wahnsinn, das ist geil und eine Riesensache, dass sich für uns die Tür nach oben geöffnet hat“, freute sich SG-Spielertrainer David Schmidt, als er durch die WA-Sportredaktion die Neuigkeiten erfuhr. „Ich war zuletzt nervös wie vor meinem ersten Spiel. Aber jetzt werden wir mit der Mannschaft virtuell anstoßen.“

Schmidt hatte zuletzt immer wieder die verschiedenen Szenarien in seinem Kopf durchgespielt und gehofft, dass die guten Leistungen seines Teams in irgendeiner Weise honoriert werden. „Ich war aber immer skeptisch. Daher hatten wir den Blick auch mehr Richtung Bezirksliga gerichtet. Aber diese Entscheidung erleichtert unsere Arbeit nun schon sehr. Denn einige Spieler, mit denen wir Gespräche führen, wollen nur in der Landesliga auflaufen. Jetzt können wir entspannter Kontakt mit den Leuten aufnehmen“, meint Schmidt, der den Hut vor den Verantwortlichen vom Verband zieht, die die Entscheidungen über die Art der Wertung treffen mussten: „Ich wollte nicht in deren Haut stecken. Aber ich denke, das ist jetzt schon sehr fair, wie das gelaufen ist.“

Aufatmen können auch die beiden Seniorenmannschaften der Hammer SVg in der Ober- und Bezirksliga sowie der TuS Wiescherhöfen in der Landesliga, deren Nicht-Abstieg erneut bestätigt wurde.

„Der Saisonabbruch ist der ausdrückliche Wunsch der Vereine – genau wie eine Wertung, um die bisher sportlich erbrachte Leistung zu würdigen. Wir haben es uns alles andere als leicht gemacht und uns die Ligen sehr genau angeschaut“, sagt Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball im FLVW, und hofft auf das Verständnis der Vereine, „vor allem bei denjenigen, die in der nächsten Spielzeit einen neuen Anlauf in Sachen Aufstieg nehmen müssen.“

Härtefall in der Fußball-Oberliga

Zwar wurden aufgrund der erhöhten Anzahl an Aufsteigern weitere Bezirksliga- und Landesliga-Staffeln installiert, dennoch gibt es auch einige Härtefälle. So wie zum Beispiel in der Fußball-Oberliga, wo die die erstplatzierten Mannschaften des SC Wiedenbrück, RSV Meinerzhagen und von RW Ahlen jeweils nur 0,05 Quotientenpunkte trennen. Leidtragendes Team ist hier der RSV, der zwar aktuell auf Rang zwei und damit auf einem Aufstiegsplatz steht, aber zwei Punkte hinter Spitzenreiter SC Wiedenbrück liegt und zwei Partien mehr als Verfolger RWA bestritten hat. Demnach werden die Ostwestfalen und die Ahlener, aber nicht die Sauerländer in die Regionalliga aufsteigen.

Was passiert mit Westfalia Rhynern III?

Völlig im Unklaren tappt derweil die dritte Mannschaft des SV Westfalia Rhynern, die derzeit nicht weiß, ob sie den Aufstieg in die Kreisliga A geschafft hat. Zwar führt Rhynern III die Tabelle in der Kreisliga B (1) mit zwei Punkten vor SuS Kaiserau II an, hat aber eine Partie mehr absolviert als der Ligazweite, der damit einen um 0,007 besseren Quotienten aufweist. Doch noch besteht Hoffnung für die Dritte vom Papenloh – und zwar doppelt. Zum einen sagt Michael Allery, der Vorsitzende des Fußball-Kreises Unna/Hamm: „Es handelt sich um eine Empfehlung, nicht um einen Beschluss. Den gibt es ja erst auf dem Verbandstag. Darum werden wir uns zu diesem speziellen Fall zur Zeit nicht äußern, wir werden uns aber Gedanken machen.“

Zum anderen ist die Wahrscheinlichkeit aber auch sehr groß, dass wie in der vergangenen Saison erneut zwei Mannschaften aus jeder Staffel aufsteigen. In den beiden A-Kreisligen sollen normalerweise jeweils 16 Teams antreten.

Mit dem SVE Heessen, Königsborner SV und TSC Kamen sind drei Vereine aufgestiegen, Absteiger wird es nicht geben – und auch aus der Bezirksliga kommt kein Team herunter. Da aber Westfalia Rhynern II in der vergangenen Saison nicht angetreten war, müssen die beiden A-Kreisligen eigentlich mit insgesamt vier Teams von unten aufgefüllt werden, um wieder die Sollstärke von jeweils 16 Mannschaften in jeder Staffel zu erreichen. „Dann müsste noch einer aufsteigen. Und das müssten dann mit Blick auf die geltenden Aufstiegsregelungen wir sein“, sagt Jörg Beuning, Mannschaftsverantwortlicher von Rhynern III.

Dass es wegen des Abbruchs aufgrund der Corona-Pandemie keinen Königsweg für eine Saisonwertung gibt, war den Verantwortlichen im Verband aber auch klar. „Es war keine leichte Aufgabe“, betont Walaschewski. „Schließlich reden wir hier von 6641 Männer- und Frauen-Mannschaften in 233 Staffeln.“

Hier die Empfehlungen im Wortlaut:

Die Vereine, die nach der aktuellen Tabelle auf dem ersten Tabellenplatz stehen, steigen in die nächsthöhere Spielklasse auf.

Sollten nach dem aktuellen Tabellenstand Mannschaften nicht die gleiche Anzahl an ausgetragenen Spielen haben, wird die Platzierung für einen möglichen Aufstiegsplatz (z.B. In der Oberliga Westfalen Tabellenplatz 2) durch eine Quotientenberechnung (es werden drei Nachkommastellen analog eines Hare-Niemeyer-Verfahrens zu Grunde gelegt) ermittelt: Punkte geteilt durch Anzahl der ausgetragenen Spiele. Bei Quotientengleichheit ist die Tordifferenz entscheidend. Sollte auch diese gleich sein, zählen die meist geschossenen Tore. Sollte diese ermittelte Mannschaft nicht mit dem Tabellenersten der Hinrunde übereinstimmen, dann steigt auch zusätzlich der Tabellenerste der Hinrunde mit auf. Bezüglich der Ermittlung des Tabellenersten der Hinrunde wird Ziffer 2 zugrunde gelegt.

Bei Verzicht oder Nichtzulassung eines Aufsteigers nimmt die nächstbeste, aufstiegsbereite und zugelassene Mannschaft (…) der jeweiligen Staffeln deren Platz ein.

Diese Regelungen sollten nicht nur überkreislich gelten, sondern der VFA empfiehlt, dass die spielleitenden Stellen der 29 FLVW-Kreise analog verfahren, so dass dieses Modell von der Oberliga bis zu den Kreisligen D angewandt werden soll. Sollte es in Kreisen Probleme bei der Ermittlung der Kreisliga-Aufsteiger zur Bezirksliga geben, dann sollen solche Fälle einzeln und zusammen mit dem VFA geprüft und entsprechende Lösungen gefunden werden – auch wenn dies zur Folge haben könnte, dass es weitere Aufsteiger (derzeit sind es 50 Teams, die aus der Kreisliga A in die Bezirksliga hoch kommen) geben wird.

Am 11. Mai werden die Kreisvorsitzenden gemeinsam mit dem Präsidium in der ständigen Konferenz über die VFA-Empfehlung beraten. Die endgültige Entscheidung fällt der außerordentliche Verbandstag, der im Juni zusammen kommen und dann über den endgültigen Saisonabbruch mit der vorgeschlagenen Wertung abstimmen wird.

Auch die Jugend im FLVW wird diesen Weg gehen. „Für den Kinder- und Jugendfußball streben wir eine möglichst identische Umsetzung für einen Gleichschritt im FLVW an“, betont Holger Beilinghoff, Vizepräsident Jugend. Harald Ollech, Vorsitzender des Verbands-Jugend-Ausschusses, fügt hinzu: „Der Verbands-Jugend-Ausschuss hat einstimmig die Durchführung eines außerordentlichen Verbandsjugendtages im Umlaufverfahren beschlossen. Dem höchsten Jugendorgan des FLVW wird die Entscheidung über den Saisonabschluss 2019/20 übertragen.“

Diese überkreislich spielenden Mannschaften haben ein Aufstiegsrecht

Oberliga Westfalen: SC Wiedenbrück, RW Ahlen (kommende Saison 20 Oberligisten, vorher 18)

Westfalenliga 1: SpVgg Vreden, Victoria Clarholz

Westfalenliga 2: SG Finnentrop/Bamenohl (kommende Saison insgesamt 33 Westfalenligisten, vorher 32)

Landesliga 3: SV Wacker Obercastrop

Landesliga 4: SC Westfalia Kinderhaus (kommende Saison insgesamt 76 Landesligisten, vorher 64)

Bezirksliga 7: Bockum Hövel, SV Drensteinfurt

Bezirksliga 8: Türkspor Dortmund (kommende Saison insgesamt 223 Bezirksligisten, vorher 193)

Kreisliga A1 Unna-Hamm: SVE Heessen

Kreisliga A2 Unna-Hamm: Königsborner SV, Türkischer SC Kamen

Kreisliga B1 Unna-Hamm: SuS Kaiserau II, Westfalia Rhynern III

Kreisliga B2 Unna-Hamm: SV BR Billmerich, Türkischer SC Kamen II

Kreisliga C1 Unna-Hamm: IG Bönen II

Kreisliga C2 Unna-Hamm: Königsborner SV II, SC Fröndenberg/Hohenheide

Kreisliga D1 Unna-Hamm: Bockum-Hövel IV, Kamener SC III

Kreisliga D2 Unna-Hamm: FC Overberge III

Frauen-Bezirksliga 4: SV Fortuna Herne

Frauen-Kreisliga A Unna-Hamm: RW Unna

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