Fußball

Finn Köhler kehrt zum Heimatverein Westfalia Rhynern zurück

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Kehrt nach zwei Jahren in Hilbeck zur Westfalia zurück: Finn Köhler.

Bis zur 84. Minute dauerte es im Testspiel zwischen Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern und dem Westfalenligisten SC Neheim (3:0), ehe Finn Köhler seinen ersten Treffer für seinen Heimatverein im Seniorenbereich erzielte – wenn es nach dem 20-Jährigen geht, sollen noch möglichst viele dazu kommen.

Hamm – Michael Kaminski, Trainer des SV Westfalia Rhynern, nahm den Ball sofort auf, als er im Spaß gefragt wurde, ob Finn Köhler nach seinem Treffer zum 4:1 im ersten Vorbereitungsspiel gegen den SC Neheim nun einen Stammplatz im Team sicher habe. „Klar“, sagte der Coach lächelnd. „Er wird auf jeden Fall jedes Spiel 90 Minuten machen.“

Auch wenn die Aussage nicht ernst gemeint war: Der Offensivspieler wäre der letzte, der etwas dagegen hätte, wenn es so kommen würde. Eine konkrete Zielvorgabe, das er in seinem ersten Oberliga-Jahr bei der Westfalia erreichen möchte, hat er sich allerdings nicht gesetzt. „Erst einmal gilt es jetzt, zu gucken, wie es läuft. denn ich weiß, dass es hart wird“, sagt er. „Es wäre schön, wenn ich genug spielen kann. Ich denke, diese Saison könnte es klappen.“

Diese Überzeugung hat der talentierte Nachwuchsmann vor zwei Jahren noch nicht gehabt. Denn obwohl er seit den Minikickern alle Mannschaften des SV Westfalia im Jugendbereich durchlaufen hat und dort immer zu den Leistungsträgern gehörte, zog es ihn im ersten Seniorenjahr zum benachbarten Landesligisten SV Hilbeck. Einmal über den Tellerrand hinausblicken und sehen, wie es anderswo zugeht, war das eine. Der Wille, möglichst viel auf dem Platz stehen zu können, das andere. „Das war definitiv der richtige Schritt, denn das war ja die Saison, in der Rhynern in die Regionalliga aufgestiegen ist“, blickt Köhler zurück. „Da dachte ich, nach der Jugend wird es eher schwierig. Und ich wollte Spielpraxis sammeln, habe daher eher in Hilbeck meine Zukunft gesehen, wo auch mein Bruder Moritz gespielt hat. Jetzt, nach zwei Jahren, dachte ich, dass ich den Schritt zurück nach Rhynern machen kann. Ich habe ein bisschen Erfahrung gesammelt.“

Darauf setzt auch sein Trainer. „Finn hat Talent, sonst hätten wir ihn nicht zurück geholt. Ich freue mich auf ihn, er ist ein gut ausgebildeter Spieler“, sagt Kaminski und gibt dem 20-Jährigen einen Rat mit auf den Weg. „Er soll einfach frech aufspielen, mutig sein. Wenn er hart arbeitet, wird er seine Einsätze bekommen.“

Treffsicherster Schütze in Hilbeck

In Hilbeck gehörte der Offensivmann zu den Leistungsträgern, war bereits in seiner ersten Saison mit zwölf Toren der treffsicherste Schütze seines Teams und behauptete diese Position beim Landesliga-Neunten in der abgelaufenen Spielzeit. Dass er da nur auf acht Treffer kam, hat wohl auch damit zu tun, dass er nach dem Ende seiner Ausbildung zum Bankkaufmann den Schwerpunkt für ein paar Wochen anders gesetzt hat. „Ich hatte ab Januar erstmal Freizeit, weil ich vorhabe, ab Herbst zu studieren“, sagt Köhler, der in Münster ein BWL-Studium beginnen wird. „Daher habe ich gedacht, dann nutze ich die freie Zeit und reise ein bisschen.“

Einen Großteil seiner freien Zeit wird er nun wieder dem Fußball widmen. Denn allein in den ersten 14 Tagen der Vorbereitung des SV Westfalia gönnt Kaminski der Mannschaft gerade einmal einen freien Tag. Und Köhler ist fest entschlossen, die Zeit der harten Vorbereitung zu nutzen, um sich in den Blickpunkt zu spielen. „Jetzt habe ich wieder richtig Bock auf Fußball, zurück beim Heimatverein und möchte richtig durchstarten“, zeigt er sich motiviert. „Fußball hat jetzt Priorität Nummer eins.“

Nur 200 Meter vom Sportplatz entfernt zuhause

Die Zeit bis zum Saisonstart will der gebürtige Rhyneraner, der nur 200 Meter vom Sportplatz am Papenloh entfernt wohnt, nutzen, um möglichst viel zu lernen und eventuelle Defizite aufzuarbeiten. „Ich spiele jetzt zwei Ligen höher – da muss ich schon was tun.“

Eingewöhnungsprobleme hat er jedenfalls nicht. Unabhängig davon, dass die Westfalia seine sportliche Heimat ist, kennt er einen Großteil der Spieler des Oberligakaders. Mit LeonMüsse, Mazlum Bulut und Kai Hartmann hat er in der Jugend zusammen gespielt. Und „viele der Alteingesessenen kenne ich ja auch schon lange – das ist schon ein guter Einstieg.“

Bei aller Freundschaft will er sich aber vor allem einen Platz in der Offensive erkämpfen. „In der A-Jugend habe ich hinter den Spitzen gespielt und in Hilbeck Linksaußen“, sagt Köhler, der von Kaminski in der zweiten Hälfte gegen Neheim auf der rechten Offensivseite eingesetzt wurde. „Ich spiele vorne eigentlich überall gerne, da, wo ich ein bisschen Raum habe. Ob links oder rechts ist egal.“ Auch Kaminski sieht ihn in der vordersten Reihe: „Finn ist technisch gut, schnell – er hat gute Ansätze gezeigt“, sagt der Coach. „Ich mag Spieler, die flexibel einsetzbar sind und erwarte auch was von ihm.“ Es muss ja nicht gleich in jedem Spiel über 90 Minuten sein.

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