Finale am Schlusstag verpasst - Stefan Hengst zittert sich zur EM

Stefan Hengst sicherte sich im Kanupark Markkleeberg das Ticket für die Europameisterschaft im italienischen Ivrea.
+
Stefan Hengst sicherte sich im Kanupark Markkleeberg das Ticket für die Europameisterschaft im italienischen Ivrea.

Der Heessener Stefan Hengst (Kanu-Ring Hamm) hat sich in Markkleeberg für die Europameisterschaft im Kanu-Slalom im italienischen Ivrea sowie für vier Weltcup-Rennen im Verlauf der Saison qualifiziert.

Hamm – Am Ende der Qualifikation musste Hengst jedoch zittern, weil er am Schlusstag das Finale verpasst hatte. Als Zuschauer durfte er sich dennoch freuen, denn die direkte Konkurrenz patzte darin. „Ich habe Glück gehabt, es hätte anders ausgehen können“, meinte der 27-Jährige erleichtert. Am Montag, 26. April, wird sich noch einmal der Trainerrat für die offizielle Bekanntgabe besprechen, aber für Hengsts Trainer Jürgen Schubert ist die Nominierung seines Schützlings Formsache.

Drei Tage mit drei Semifinals und drei Endläufen, das war das Programm, das Hengst und seine Konkurrenten um das EM-Ticket im Markkleeberger Kanupark absolvieren mussten. Bei einem Streichresultat entschied am Ende die Addition der Platzziffern, wer den noch zu vergebenen EM-Startplatz ergattert. Und da half Hengst ein Resultat, das er eigentlich schon als Streichergebnis eingeplant hatte. Doch der dritte Platz vom Freitag erwies sich letztlich als Glücksfall, obwohl er damit überhaupt nicht zufrieden gewesen ist.

Top-Ergebnis am Samstag

„Jetzt muss ich Vollgas geben und mindestens noch ein Rennen gewinnen“, meinte Hengst nach dem ersten Tag – und setzte das am Samstag gleich um. Im Semifinale hatte er sich hinter Fabian Schweikert (Waldkirch/Baden) als Zweiter für den Endlauf qualifiziert. Darin belegte er hinter dem vorqualifizierten Olympiaboot mit dem Augsburger Hannes Aigner den zweiten Platz und gewann damit die Qualifikation vor Schweikert.

Dass er selbst mit diesem Top-Resultat am Schlusstag zittern musste, lag an einem Patzer in der Schlussphase seines Laufes im Semifinale am Morgen. „Der Lauf war gar nicht so schlecht. Ich war gut in Schuss und es hätte easy gereicht für das Finale“, sagte Hengst, obwohl er bereits im oberen Teil zwei Stangen berührt hatte. Bis zum vorletzten Tor lief alles normal, doch an diesem fuhr er vorbei. „Ich musste dann wieder hoch und hatte auch noch eine Berührung“, schildert Hengst die Schrecksekunden. Die Patzer summierten sich schließlich auf 9,52 Sekunden zum Sieger – Platz neun reichte nicht für das Finale. „Und so, wie die Konkurrenz sich am Ende eingereiht hat, war es die beste Konstellation für mich. Ich hatte auch schon viel Pech – und irgendwann gleicht sich das einmal aus“, freute sich Hengst, und sein Trainer Jürgen Schubert ergänzte unvollendet: „Im Kanuslalom gibt es viele, viele Sachen...“

EM vom 6. bis 9. Mai in Ivrea (Italien)

Stefan Hengst wird sich bereits am kommenden Wochenende von seinem Wohnort Augsburg aus auf den Weg ins norditalienische Ivrea machen. Dort wird zunächst auf der EM-Strecke trainiert, bevor vom 6. bis zum 9. Mai die Europameister-Titel ausgefahren werden.

Für den Heessener ergeben sich in der Stadt im Piemont zwei Startmöglichkeiten – neben der im klassischen Kanuslalom eine weitere im Boater Cross (Slalom extrem), in der Boot gegen Boot gefahren wird. „In der Disziplin war ich 2019 Weltmeister, da rechne ich mir durchaus eine Medaille aus. Und ansonsten muss ich im Slalom sehen, wie weit es gehen wird“, sagt Hengst.

Sogar ein WM-Einsatz ist denkbar

Der Erfolg in der Qualifikation von Markkleeberg bringt Stefan Hengst zudem die Chance, sich in vier Weltcup-Rennen für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren, die – sofern es die Entwicklungen in der Corona-Pandemie erlauben – Ende September in Bratislava ausgetragen werden soll. Vor der Olympiapause startet Hengst in Leipzig und Prag, nach den Spielen von Tokio stehen Rennen im französischen Pau sowie in Spanien auf dem Programm. Darin wird intern die Qualifikation für die WM ausgefahren. Für Hengst ein schwer zu erreichendes, aber sehr lohnendes Ziel. Ansonsten blieben ihm die parallel stattfindenden Deutschen Meisterschaften in Hagen-Hohenlimburg – bei seinem Ehrgeiz aber nur ein Trostpreis.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare