Perfektes Drehbuch

HSE fiebert dem Topspiel gegen Haltern entgegen

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Die Handballer des Tabellenführers HSE Hamm schwören sich auf das Spitzenspiel gegen Haltern-Sythen ein.

HAMM - Besser kann man das Drehbuch einer Handball-Saison wohl kaum schreiben. Hauptdarsteller ist die HSE Hamm, die am viertletzten Spieltag einen Riesen-Schritt in Richtung Verbandsliga-Meisterschaft machen kann. Und zwar gegen ihren wohl größten Widersacher, den vier Zähler dahinter liegenden Tabellen-Zweiten HSC Haltern-Sythen.

„Das wird das Spiel der Spiele“, sagt Trainer Christof Reichenberger mit Blick auf die Partie am übernächsten Samstag (5. April, 19.30 Uhr/ Sporthalle der Friedensschule). Was auch mit dem bisherigen Saisonverlauf zusammenhängt. In Haltern kassierte die HSE am zehnten Spieltag die erste Niederlage (22:25). In Haltern büßten die Hammer die Tabellenführung ein. „Das steckt noch in unseren Köpfen. Wir verlieren ungern zweimal gegen ein Team“, beteuert der Coach.

Nun kann sich im Heimspiel alles zum Positiven wenden: „Wir können den Sack zuschnüren, er muss danach nur noch verknotet werden. Wir müssen und wollen den HSC mit mindestens vier Toren schlagen.“ Denn dann beträgt der Vorsprung auf den Liga-Zweiten sechs Punkte, und das Reichenberger-Team entscheidet den direkten Vergleich für sich. Perfekt ist der Oberliga-Aufstieg dann aber noch nicht, da die HSE am vergangenem Spieltag in Ferndorf „nur“ ein Remis erreichte. „Aber im Nachhinein ist es ein Punktgewinn. Es ist wohl eine der Mannschaften, die uns nicht liegt“, meint Vize-Kapitän Sören Feldmann.

Ein Sieg gegen Haltern reicht allein also nicht. Die HSE ist auf Schützenhilfe aus Hattingen angewiesen, wo der OSC Dortmund mit einem Sieg auf sechs Zähler verkürzen kann – das Duell mit dem Dritten steht für die Hammer noch an. „Ich glaube nicht, dass der OSC patzen wird“, so der Coach. „Aber wir müssen ohnehin nur auf Haltern gucken. Uns interessiert nicht, was links und rechts passiert. Die Scheibe Wurst auf dem Brot wollen wir uns nicht mehr nehmen lassen. Die Jungs haben sich dieses Endspiel absolut verdient.“

Und „die Jungs“ fiebern der Partie schon jetzt entgegen. „Es ist für alle etwas Besonderes. So etwas erlebst du vielleicht nur einmal in einer Handball-Laufbahn“, sagt Feldmann. Der dienstälteste HSE-Akteur (seit 2007 im Verein) ergänzt, dass es vor allem für die Youngster im Team – Justin Black, Phil Schrage, Jannik Presch, Nils Korte und Dominik Weigel – „sicherlich das erste Highlight in der jungen Karriere“ sei.

Hinspiel-Niederlage gut für die Entwicklung

In gewisser Weise haben es die Hammer sogar Haltern zu verdanken, dass sie jetzt mit dem Vier-Punkte-Vorsprung an der Spitze stehen. Die Pleite in der Hinserie „war wichtig für unsere Entwicklung“, meint Reichenberger. „Das hat uns gezeigt, dass es kein Selbstläufer wird – was aber auch niemand erwartet hat. Deshalb habe ich auch jede Woche eindringlich vor jedem Gegner gewarnt.“ Zudem sei von Spiel zu Spiel der Druck auf die Mannschaft gewachsen. Kontrahenten haben sich untereinander ausgetauscht und waren besser auf die Hammer eingestellt. Doch auch mit diesen Umständen sind Reichenberger und sein Team größtenteils gut umgegangen: „Jetzt haben sieben Minuspunkte auf dem Konto – das ist schon eine Hausnummer.“

Das Geheimnis des Erfolgs liegt vor allem in der Zusammenstellung der Truppe. „Es passt nicht nur sportlich, sondern auch menschlich super“, erklärt Feldmann. „Wir sind nicht nur auf jeder Position doppelt gut besetzt, sondern auch außerhalb des Platzes ein Team.“ Ein Eindruck, den sein Coach teilt: „Der Zusammenhalt ist ein anderer als in der vergangenen Saison, als wir abgestiegen sind.“ Die Weichen stehen also auf Aufstieg, was Motivation genug sein dürfte. Dennoch oder vor allem deshalb hofft der Liga-Primus auf tatkräftige Unterstützung von den Rängen. „Die hat uns in letzter Zeit ein wenig gefehlt“, meint Feldmann, und Reichenberger ergänzt: „Wir brauchen jeden Mann.“

Damit auch die letzten Zweifel aus der Welt geschafft werden, dass die HSE ihr Geschichtsbuch vor der geplanten Zusammenarbeit mit dem ASV Hamm mit einem Aufstieg abschließt. „Das ist sicherlich das Beste, was dem Verein passieren kann“, sagt Feldmann. Bei dem Drehbuch haben sich alle also beste Mühe gegeben. Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass es auch munter gelesen wird. - mg

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