HSE Hamm brennt aufs Top-Spiel gegen Haltern

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Auf dem Weg zurück in die Oberliga: HSE-Rückraum-Shooter Marius Schrage.

HAMM -  In dieser Woche wird an jedem Detail gearbeitet, denn alles soll stimmen. Trainer Christof Reichenberger bereitet den Handball-Verbandsliga-Spitzenreiter HSE Hamm auf das Heimspiel gegen seinen schärfsten Verfolger HSC Haltern-Sythen (Samstag, 19.30 Uhr/Halle Friedensschule) so akribisch vor, als gäbe es kein Morgen.

Die Partie hat Endspiel-Charakter. Ein Sieg mit mindestens vier Treffern würde bedeuten, dass Haltern die HSE in den kommenden drei Partien wegen des direkten Vergleichs nicht mehr einholen könnte – der Sechs-Punkte-Vorsprung würde reichen. Was aber nicht zutrifft, wenn der OSC Dortmund am Sonntag in Hattingen gewinnt. Beim OSC muss die HSE nach der Oster-Pause antreten. Gewinnen die Dortmunder alle drei Partien, und die Hammer bleiben im Saison-Endspurt punktlos, ist der derzeitige Liga-Dritte Meister.

„Ich glaube nicht“, sagt Reichenberger, „dass wir dann aus drei Spielen nicht mindestens einen Zähler holen.“ Gelingt der Erfolg gegen Haltern, „ist das Ganze zu 99 Prozent abgedeckt“, glaubt der Coach. Und weil eben noch das eine Prozentchen fehlt, werden am Samstag auch keine Sektkorken knallen. „So weit denken wir gar nicht. Klar sind die Jungs gut drauf, wenn wir das schaffen. Nicht mehr und nicht weniger“, versichert der Trainer.

Bis dahin wartet auf die Hammer noch 60-minütige Schwerstarbeit. Da kam es Reichenberger gar nicht allzu gelegen, dass er zum Start der Trainingswoche ohne Marius (drei Wirbel ausgerenkt) und Phil Schrage (Magen-Darm-Grippe) auskommen musste. Am Samstag werden sie genau wie die anderen Akteure aus dem Kader zur Verfügung stehen. „Wir haben aber trotzdem Gas gegeben und an den kleinen Stellschrauben nachjustiert“, sagt der Coach.

Im Detail heißt das: „Im Deckungsverbund hat das noch nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe.“ Egal ob 6:0, 5:1 oder 5:0+1-Variante: „Wir wollen auf alles vorbereitet sein.“ Vor allem auf Alex Mazur. Bei der 22:25-Niederlage im Hinspiel „haben wir ihn zwar gut rausgenommen. Aber das Problem war, dass die anderen uns dann frisch gespielt haben“, so Reichenberger. „Auf Mazur müssen wir schon aufpassen. Er darf dann gerne 15 Buden machen, wenn die anderen dafür umso weniger treffen.“

Wobei die 25 Auswärtsgegentore sicher nicht das Problem waren. „Wir haben selbst zu viel verballert“, betont Reichenberger und versichert: „So schlecht machen wir das sicher nicht nochmal.“ Zum einen, weil „keiner gerne zweimal gegen dieselbe Mannschaft verliert“. Zum anderen, weil sich auf dem Weg zur Meisterschaft nicht ausgerechnet der schärfste Widersacher als Stolperstein erweisen sollte. „Wenn wir verlieren, wird das danach ein reines Nervenspiel. Ich weiß nicht, wie die Mannschaft dann reagieren würde. Aber so weit soll es ja gar nicht kommen“, sagt Reichenberger, um diese negativen Gedanken schnell wieder aus dem Kopf zu verbannen. „Wir müssen 60 Minuten Vollgas geben und unsere Hausaufgaben machen, dann stellt sich die Frage gar nicht. Wenn uns das hoffentlich zahlreich erscheinende Publikum dann auch noch anstachelt und die letzten Prozentpunkte aus den Jungs herauskitzelt, ist das umso besser.“

So oder so: Die Partie verspricht Spannung und hat einiges zu bieten. Es ist angerichtet. - mg

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