Viel Lob von Gästetrainer Scherning

Festtag: Westfalia Rhynern gewinnt gegen Bielefeld II

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Traf per Abstauber zum 1:0 gegen die U23 des DSC Arminia Bielefeld: Rhynerns Thanh-Than Tran.

HAMM - Nur eine Woche nach dem triumphalen 4:0-Erfolg beim SC Roland Beckum hat der SV Westfalia Rhynern in der Fußball-Oberliga den nächsten Festtag folgen lassen und die U23 des DSC Arminia Bielefeld am heimischen Papenloh mit 6:0 (2:0) vom Platz gefegt.

Von Patrick Droste 

„Wir haben richtig gut Fußball gearbeitet“, meinte Rhynerns Trainer Björn Mehnert nach dem unerwarteten Kantersieg auf dem schwer zu bespielenden Boden – und fügte freudestrahlend hinzu: „Wir sind dabei, etwas Außergewöhnliches zu kreieren.“

Dass die Westfalia dazu in dieser Spielzeit in der Lage ist und den Sprung in die Regionalliga schaffen kann, davon war auch Gästetrainer Daniel Scherning nach der Partie überzeugt. „Während wir vor allem in der ersten Halbzeit überhaupt nicht funktioniert haben, hat Rhynern immer wieder seine Klasse aufblitzen lassen und am Ende auch in der Höhe verdient gewonnen“, sagte der Coach der Ostwestfalen. „Man hat gesehen, über was für Qualitäten diese Mannschaft gerade im Umschaltspiel und auf den Außenpositionen verfügt. Rhynern wird noch eine richtig gute Rolle spielen, ich traue dem Team jedenfalls noch einiges zu.“

Auch ohne die beiden verletzten Mathieu Bengsch, Christoph Debowiak und Kapitän Dustin Wurst, der nur auf der Bank saß, übernahm die Westfalia nach einem anfänglichen Abtasten schnell die Regie auf dem holprigen Rasen und ging bereits nach einer Viertelstunde mit 1:0 in Front. Aus 20 Metern hatte Lennard Kleine abgezogen. Doch sein Schuss war weder hart noch platziert, so dass Bielefelds Torwart Christopher Balkenhoff eigentlich keine Probleme mit dem Ball hätte haben sollen. Doch ein bisschen war es der Platz, vor allem aber die Unzulänglichkeit des Keepers selbst, die dafür sorgte, dass Balkenhoff den Ball nicht unter Kontrolle bekam und Thanh-Tan Tran zum 1:0 einschob (15.).

Dieses frühe Erfolgserlebnis machte den Platzherren Mut, sie ließen nicht locker und drängten auf den zweiten Treffer. Nachdem Felix Bechtold mit einem direkten Freistoß nur knapp das Gehäuse der Arminen verfehlt hatte (39.), machte es Michael Wiese drei Minuten später besser. Eine Flanke von Philipp Hanke verwertete der Rechtsverteidiger per Flugkopfball zum 2:0 (42.). „Das war natürlich sehr wichtig für uns, dass wir mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die Pause gehen konnten“, sagte Mehnert später.

Nach dem Wechsel änderte sich dann aber das Bild. Denn die Bielefelder gaben nun den Ton an, waren feldüberlegen, sorgten aber für keine einzige gefährliche Situation vor dem Tor von Rhynerns Keeper Christoph Hunnewinkel, der über die kompletten 90 Minuten nicht einmal ernsthaft geprüft wurde. Und so zeigten sich die Gäste zwar bemüht, aber auch viel zu harmlos – und mussten dann mitansehen, wie die Westfalia in der Schlussphase noch einmal fulminant aufdrehte und vier weitere Tore zum 6:0-Sieg folgen ließ. Den Anfang machte in der 77. Minute Felix Bechtold, der nach einem Kleine-Pass alleine auf Balkenhoff zusteuerte und zum 3:0 einschoss. Anschließend erhöhte der zuvor eingewechselte Jan Apolinarski auf 4:0 (82.), ehe Torben Menne per Kopf zum 5:0 traf (85.). Für den Schlusspunkt zum 6:0 sorgte David Schmidt – ebenfalls per Kopf – in der 89. Minute.

„Ich denke, wenn Bielefeld das erste Tor gemacht hätte, wäre das für uns schwer geworden. Auf diesem Platz war es echt schwierig, es wurde im Laufe der Spielzeit immer schlimmer“, sagte Schmidt. „Aber wir kennen das ja nicht anders. Es ging an diesem Tag eben nur über den Kampf.“

Und den hatten die Rhyneraner, anders als die Gäste aus Bielefeld, von Anfang an angenommen. Darüber hinaus auch immer wieder spielerische Akzente gesetzt. Entsprechend groß war die Zufriedenheit nach dem Abpfiff bei Mehnert. „Nach dem Wechsel haben wir eigentlich nicht gut angefangen. Aber wenn eine Mannschaft nach dem 3:0 und 4:0 immer noch mehr will und das Ergebnis nicht verwaltet, dann zeigt das, dass die Jungs hungrig und ehrgeizig sind. Das war ein toller Tag“, sagte der Coach – und richtete sofort den Blick auf die nächste Aufgabe am Sonntag in Rheine. „Sonntag und Montag dürfen sich die Jungs noch freuen. Danach geht es dann aber weiter. Denn auf uns kommen gerade im April noch schwere Wochen zu.“

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