HSV feiert Siege gegen größte Not – Rhynern Team der Stunde

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Die Lebensversicherung der HSV: Torjäger Hugo Magouhi (rechts).

Hamm - Das Wetter war ähnlich schauerlich, doch die Stimmung eine ganz andere: Fünf Wochen nach dem spielerischen Tiefpunkt, der 1:2-Niederlage beim SuS Stadtlohn, haben sich die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg selbst aus dem tiefsten Abstiegssumpf gezogen.

Kapitän Yakup Köse, der im Februar nicht mit Kritik an sich und seinen Teamkollegen gespart hatte, stand nach dem 3:1-Erfolg beim FC Gütersloh auf dem regentiefen Platz und sagte mit einem entspannten Lächeln: „Jetzt merkt man, dass wir eine Mannschaft sind.“

Die Laune der Hammer war bestens nach zwei Siegen innerhalb von vier Tagen. Giacomo Serrone, der am Ostermontag sein erstes Tor im HSV-Trikot erzielte, sprach von einem „Wendepunkt“. Die 3:1-Erfolge über den Lieblingsgegner Arminia Bielefeld II und Gütersloh waren nach dem Sturz auf den vorletzten Platz allerdings auch dringend nötig, um die Hoffnung am Leben zu halten. Derzeit scheint zwar die Sonne über dem Hammer Osten, doch die Großwetterlage hat sich nicht geändert. Denn auch die Kellerkonkurrenten gewannen.

Nur drei Punkte beträgt der Vorsprung der HSV auf den Tabellen-17. SV Schermbeck. Entschieden ist in dieser kurios ausgeglichenen Liga nichts, zumal unklar ist, ob nicht sogar drei Mannschaften in die Westfalenliga runter müssen. „Es gibt auf keinen Fall Entwarnung, so lange rechnerisch nichts sicher ist. Wir müssen in den nächsten Spielen da weiter machen, wo wir aufgehört haben“, sagt Trainer Ferhat Cerci, der seinen Akteuren nach der Partie in Gütersloh zwei trainingsfreie Tage schenkte, bevor es am Donnerstag mit der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen weitergeht. „Das haben sich die Jungs verdient. Wenn ich sehe, dass Engagement, Wille und Einsatz da sind, dann belohne ich sie gerne.“

In der Tat: Die neue Zuversicht bei Köse und Co. speist sich weniger aus der aktuellen Tabellenlage als vielmehr aus dem erkennbaren Aufwärtstrend der vergangenen Wochen seit dem tristen 1:2 in Stadtlohn. Das Team holte in den folgenden vier Partien sieben Punkte und unterlag nur beim Spitzenreiter TSG Sprockhövel. „Wir ernten langsam die Früchte, die wir in der harten Wintervorbereitung gesät haben“, glaubt Cerci, der demonstrativ keinen seiner Spieler hervorheben wollte. Nicht einmal Hugo Magouhi. Der Sturmtank von der Elfenbeinküste hatte seinem Coach durch schwache Abschlüsse in der ersten Halbzeit fast in den Wahnsinn getrieben. Nach der Pause schraubte der 24-Jährige jedoch mit zwei Klassetreffern sein Konto auf 15 herauf.

Noch erfolgreicher ist derzeit Lennard Kleine, der mit seinen beiden Erfolgserlebnissen beim 5:1-Sieg des SV Westfalia Rhynern gegen den ASC 09 Dortmund mittlerweile 16 Tore zu Buche stehen hat und damit zweitgefährlichster Angreifer der Oberliga ist. Der 22 Jahre alte Stürmer symbolisiert damit perfekt die augenblickliche Situation der Westfalia, die mit dem achten Sieg in Folge die Mannschaft der Stunde in der Oberliga ist und die von einem Abstiegsplatz in der Hinrunde inzwischen auf Rang drei geklettert ist.

„Wir haben seit der Winterpause ein paar Dinge geändert, haben so früh wie kein anderes Team mit dem Training angefangen“, erklärt Trainer Björn Mehnert, der mit seiner Elf in dieser Saison allerdings nicht um den Aufstieg mitspielen kann, da die Rhyneraner Verantwortlichen keine Lizenz für die Regionalliga beantragt haben. Die Lust auf weitere Siege ist am Papenloh dennoch ungebrochen. „Wir wollen schauen, was noch geht“, so Mehnert. Einziger Wermutstropfen am Sonntag war die Verletzung von Thanh-Tan Tran, der sich in der Schlussphase eine Muskelverhärtung oder Zerrung im Oberschenkel zugezogen hatte.

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