ASV zeigt starke Leistung beim Sieg in Nordhorn

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Ausgelassen feierten die Hammer den überraschenden Auswärtssige in Nordhorn.

NORDHORN -   Selten einmal waren sich zwei Trainer in ihrer Spielbeurteilung der 2. Handball-Bundesliga so einig. Während die Akteure des ASV Hamm-Westfalen im Inneren des Nordhorner Euregiums noch ihren 29:27 (16:14)-Auswärtssieg über die HSG Nordhorn-Lingen feierten, stellte der Trainer der Gastgeber im Rahmen der Pressekonferenz ohne Wenn und Aber fest, dass der Erfolg der Gäste „verdient“ war.

„Ich habe viele Spiele von Hamm gesehen“, sagte Heiner Bültmann. „Aber ich finde, dass das eine der besten Leistungen war, die sie bisher gebracht haben.“ Womit er beim Gästecoach auf offene Ohren stieß. „Man hat gesehen, dass uns der Punktgewinn gegen Leipzig das nötige Selbstvertrauen zurückgegeben hat“, freute sich Kay Rothenpieler. „Wir haben sehr cool und ruhig gespielt – so, wie wir es uns vorgenommen haben.“

Nach dem Aufwärmen verfinsterte sich allerdings zunächst einmal die Miene Rothenpielers. Jakob Macke, dessen Einsatz aufgrund einer Patellasehnenverletzung aus dem Leipzig-Spiel fraglich gewesen war, musste – trotz Kniebandage – hinter der Spielerbank Platz nehmen. „Das machte keinen Sinn, wenn ich nicht zu 100 Prozent fit bin“, winkte der Abwehrchef ab.

Da aber die drei mit Zweitspielrecht ausgerüsteten ASVer Julian Possehl, Markus Fuchs und David Wiencek im Kader standen, war zumindest der Meldebogen bis zum letzten Platz gefüllt.

Selbst auf dem Feld wirkten die Gäste im ersten Durchgang zeitweise, als würden sie permanent in Überzahl agieren. Ruhig und abgeklärt sorgte der Tabellenelfte schnell dafür, dass bei den Heimfans in der mit 1 845 Zuschauern gut gefüllten Halle nur wenig Emotionen aufkamen. In der Deckung erwies sich Jan Brosch im Innenblock als bärenstarker Macke-Vertreter (siehe Text unten), und auch die anderen in der 6:0-Verteidigung arbeiteten konzentriert und aufmerksam. Dahinter stand zudem mit Felix Storbeck ein sicherer Rückhalt, der insgesamt auf 17 Paraden kam und damit seinem Gegenüber, Björn Buhrmester (12), der mit einem Schnitt von 11 Paraden ansonsten den zweitbesten Ligawert aufweist, die Show stahl.

Zudem warteten die Hammer in der Offensive lange auf ihre Chance, spielten die Angriffe aus und ernteten mit dem 5:2-Zwischenstand (9.) den verdienten Lohn. Nach 23 Minuten lagen sie sogar mit vier Treffern vorn (14:10), doch danach verloren sie ein wenig den Faden. Zunächst scheiterte Andreas Simon per Siebenmeter an Buhrmester (25.), und dann warf Storbeck nach einem geklärten Ball beim Gegenstoßversuch auch noch einen Nordhorner an. Patrick Miederna bedankte sich – plötzlich waren die Gastgeber wieder auf zwei Treffer dran (14:12 (27.). Als der Abstand gar auf einen Treffer geschrumpft war, holte Björn Wiegers vier Sekunden vor dem Pausenpfiff zumindest noch einen Siebenmeter heraus, den der im Vergleich zum Leipzig-Spiel stark verbesserte Ondrej Zdrahala dazu nutzte, zumindest eine Zwei-Tore-Führung in die Pause zu retten (16:14).

Nach dem schnellen Treffer den nun im Angriff für Matthias Struck spielenden Julian Possehl zum 17:15 schien die Sturm-und-Drang-Phase der Gastgeber zu beginnen. Zwei schnelle Treffer brachten das 17:16 (33.), doch der ASV schlug zurück. Als es nach einem 7:2-Lauf 24:18 stand (47.), glaubte niemand in der Halle mehr daran, dass die Partie noch kippen könnte. Dass es dennoch nah dran war, lag daran, dass die Gäste unbewusst einen Gang zurück schalteten. Drei Treffer für Nordhorn (24:21/51.) waren die Folge, und so wurde es in der Schlussphase hektisch. „Da hätten wir noch verlieren können“, räumte ASV-Geschäftsführer Franz Dressel ein. „Aber die ersten 45 Minuten waren dafür das Beste, was wir in dieser Saison bisher gespielt haben.“ Dem mochte niemand widersprechen. - güna

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