HSV feiert Derby-Hattrick nach Dramatik in der Schlussminute

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Rudelbildung: Im Großen und Ganzen blieb das Pokalderby allerdings fair.

Hamm - Sie gönnten sich die komplette Derby-Zeit – und hatten sich den dramatischsten Moment bis zum Schluss aufgehoben. Das Team von Trainer Oliver Gottwald setzte sich Mittwochabend vor 810 Zuschauern in der Evora Arena gegen den SV Westfalia Rhynern in der zweiten Runde des Kreispokals nach Verlängerung mit 3:1 (1:1,1:1) durch und schaffte mit dem dritten Sieg in Folge im prestigeträchtigen Ortsduell den umjubelten Derby-Hattrick.

Doch ehe der Erfolg feststand, hatten sich einige aufregende Szenen abgespielt. Mit 2:1 führte die HSV in der Schlussminute, als der aufgerückte Gäste-Torwart Alexander Hahnemann den Ball zu Thanh-Tan Tran weiterleitete und dieser zum vermeintlichen 2:2 einschob.

Doch während die Rhyneraner zuerst jubelten und dann vehement protestierten, als Schiedsrichter Thorsten Milde (Unna) auf Abseits entscheid, schnappte sich Yakub Köse den Ball, lief über das halbe Spielfeld und schob das Leder zum 3:1-Endstand ins verwaiste Westfalia-Tor. „Das war kein Abseits”, schimpfte Tran wenig später, als er gefrustet Richtung Umkleidekabine stapfte.

Dabei waren die Rhyneraner furios in die Partie gestartet und hätten nach 24 Minuten weitaus höher führen müssen als lediglich mit 1:0. Denn während die Hammer noch darum bemüht waren, sich auf das von der Westfalia eher selten praktizierte System mit zwei Angreifern und einer Raute im Mittelfeld einzustellen, wirbelten die Gäste nach Belieben durch die orientierungslose Defensive der HSV.

3:1 - HSV besiegt Rhynern im Kreispokal nach Verlängerung

So kam David Schmidt nach einer Ecke von Robin Hoffmann frei zum Kopfball – und Niklas Rieker wehrte das Spielgerät mit der Hand ab (6.). Die Pfeife von Milde blieb aber überraschenderweise stumm.

Drei Minuten später lief Jannick Kastner frei auf Manuel Lenz zu, schoss den HSV-Keeper allerdings an. Und den Nachschuss von Joachim Mrowiec bekam Lenz im letzten Moment noch auf der Torlinie zu fassen.

Als dann Tim Neumann die nächste Möglichkeit fahrlässig vertendelt hatte (12.), war es eine Minute später Mrowiec, der das längst überfällige 0:1 markierte. Nach einer Messner-Flanke drückte der Angreifer den Ball volley ins Netz (13.). Und in der 24. Minute hatte der Ex-Beckumer sogar die Chance zum 0:2 auf dem Fuß, als er sich gegen beide Innenverteidiger der Hammer durchsetzte, Lenz den Schuss aber noch reaktionsschnell mit dem Arm zur Ecke abwehrte.

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Anschließend wachten die Platzherren auf, standen in der Defensive nun besser und kamen zu Chancen. Zuerst war HSV-Kapitän Faysel Khmiri noch an Gäste-Torwart Alexander Hahnemann gescheitert, der per Fußabwehr klärte (25.). Dann aber war Tayfun Cakiroglu erfolgreich. Sein Freistoß von der rechten Seite flog an Freund und Feind vorbei – und landete zum 1:1 im Netz (28.).

Nach dem Ausgleichstreffer verflachte die Partie – und daran änderte sich auch nach dem Wechsel lange Zeit nichts. Als dann aber Kevin Messner nach einem Foul an Semih Yigit die Gelb-Rote Karte sah, drehte die HSV mächtig auf – und hatte zweimal großes Pech.

Denn zuerst landete ein Schuss von Semih Yigit, den die Rhyneraner kaum in den Griff bekamen, am Pfosten (87.). Dann scheiterte Demir an der Latte (89.).

In der Verlängerung gaben sich die Rhyneraner trotz Unterzahl keineswegs geschlagen, hatten durch Lennard Kleine zwei gute Chancen (92., 93.). Doch als der eingewechselte Jochen Höfler in unnachahmlicher Manier den Ball zum 2:1 über die Linie stocherte, schien Partie zugunsten der Hammer entschieden.

Allerdings hatten die HSVer noch zwei brenzlige Situation zu überstehen, als Tran zerst nach einer Flanke von Elsamed Ramaj frei zum Kopfball kam, Lenz das Leder aber noch aus dem Tor boxte (109.). Und dann eben, als Milde dem Treffer von Tran die Anerkennung verweigerte, ehe Köse letztlich alles klar machte.

„Der Sieg war verdient und geil”, freute sich HSV-Trainer Oliver Gittwald nach dem Abpfiff. „Lange Zeit haben wir uns schwer getan. Aber hinten raus waren wir richtig gut.” Dies sah Rhynerns Coach Björn Mehnert ganz anders. „Wir waren auch mit zehn Mann noch besser, hatten in der Verlängerung die besseren Chancen. Man hat gesehen, dass wir auf einem guten Weg sind.”

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