Fehlstart komplett: Rhynern unterliegt Marl-Hüls mit 0:5

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0:5-Niederlage beim Aufsteiger TSV Marl-Hüls: Rhynerns Jannick Kastner (links).

Marl - Die Uhr auf der Anzeigetafel im Loekampstadion zeigte gerade einmal 88:45 Minuten Spielzeit an – es waren also noch exakt 75 Sekunden plus Nachspielzeit zu absolvieren. Doch Schiedsrichter Philipp Hüwe hatte genug.

Oder er hatte vielleicht auch Mitleid mit den Akteuren des SV Westfalia Rhynern. Jedenfalls blies der Unparteiische kräftig in seine Pfeife und beendete das denkwürdige Oberliga-Spiel zwischen dem TSV Marl-Hüls und dem Vorjahresdritten Rhynern, der beim Aufsteiger mit 0:5 (0:2) sang- und klanglos untergegangen war.

„Damit ist unser Fehlstart komplett“, gestand Gästetrainer Björn Mehnert nach einer Partie ein, die die Rhyneraner auf fahrlässige Weise selbst hergeschenkt hatten.

Denn ähnlich wie im Kreispokalspiel bei der Hammer SpVg (1:3 n.V.) war die Westfalia furios in die Begegnung gestartet und hätte bei einer konsequenten Auswertung der Tormöglichkeiten schnell mit 3:0 führen müssen.

Die erste Großchance hatten die Rhyneraner bereits nach sieben Minuten. Jannick Kastner war alleine auf Torwart Lukas Fronczyk zugeeilt, legte noch einmal quer auf Lennard Kleine, der aber im Abschluss zu zaghaft war, so dass die TSV-Abwehr die heikle Situation im letzten Moment klärte.

Zwei Minuten später scheiterte Kleine mit einem 16-m-Schuss am Torpfosten, und der zweite Versuch von Kastner, der den Abpraller aufnahm, wurde zur Ecke abgeblockt. Als dann auch noch Christoph Debowiak nach einem feinen Pass von Dustin Wurst den Ball ungehindert annahm, aus der Drehung aber nur das Außennetz traf (13.), machte sich erster Unmut auf der Rhyneraner Trainerbank breit.

Und der Ärger wurde wenig später noch größer. Debowiak hatte TSV-Mittelfeldregisseur Sebastian Westerhoff, den zuvor David Schmidt komplett aus dem Spiel genommen hatte, an der Mittellinie recht rüde gefoult und zurecht die Gelbe Karte gesehen.

Als sich der Rhyneraner beim Kapitän der Gastgeber entschuldigen wollte, wurde er von diesem lautstark beschimpft. Darüber beschwerte sich Debowiak anschließend so vehement beim Unparteiischen, dass dieser ihm die Gelb-Rote Karte zeigte (25.) und die Gäste fortan mit neun Feldspielern auskommen mussten.

Diese Überzahl machte sich der TSV schnell zunutze. Nur drei Minuten nach dem Platzverweis war es David Sdzuy, der gegen eine noch nicht neu geordnete Westfalia-Abwehr das 1:0 markierte (28.). Vier Minuten späte erhöhte Torjäger Christian Erwig auf 2:0 (32.) und sorgte für die frühe Vorentscheidung.

Nach dem Wechsel zeigten die Rhyneraner anfangs noch einmal Moral, kamen durch Kleine (48.) und einen verunglückten Rückpass von Tobias Hötte (51.) zu guten Möglichkeiten. Doch die Treffer fielen auf der Gegenseite. Zuerst griff Felix Krellmann nicht energisch genug ein, so dass Erwig zum 3:0 traf (52.). Dann ließen sich die Rhyneraner bei einem Freistoß wie eine Schüler-Elf düpieren, so dass Kim Völkel ungehindert zum 4:0 einschieben durfte (73.). Für das 5:0 sorgte Erwig mit einem verwandelten Elfmeter (87.) – vorausgegangen war ein Foul von Elsamend Ramaj an Dario Gedenk.

„Wenn wir hier nach 25 Minuten mit 3:0 führen, hätte sich keiner beschweren können. Aber dann in Unterzahl bei den Temperaturen, das war brutal“, sagte Mehnert – und schob eine deutliche Ansage an sein Team hinterher: „Jetzt drücken wir den Reset-Knopf, und dann fangen alle wieder bei Null an. Jeder kann sich in der Woche beim Training beweisen – es geht um die Plätze für das Heimspiel gegen Ennepetal. In Marl-Hüls haben einige nicht ihr Potenzial abgerufen.“

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