Fabian Schmutzler gewinnt 3. DCGH-Cup beim DC Garfield

Zwei Profis und ein großes deutsches Talent beim Dartsturnier in Hamm

Schied früh aus: Der Belgier Kenny Neyens
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Schied früh aus: Der Belgier Kenny Neyens

Autofahren darf er noch nicht, dafür gewinnt er bereits Dartsturniere. Fabian Schmutzler gilt als eines der größten Talente in Deutschland. Das zeigte der 15-Jährige auch beim Turnier des 1. DC Garfield Hamm in Herringen. Im Finale schlug er gar einen Profi, der schon bei der WM im Ally Pally gespielt hat.

Hamm – Dass die Sportart Darts mehr ist, als nur Pfeile auf eine Scheibe zu werfen, beweisen jedes Jahr die Spieler auf der Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace, besser bekannt als „Ally Pally“, dem Mekka des Dartssports. Unterstützt von kostümierten Zuschauern werfen Profis wie Michael van Gerwen, Gerwin Price oder Peter Wright unter höchster Konzentration und Präzision die nur wenige Gramm wiegenden Dartpfeile auf das in 2,37 Meter entfernte Dartboard. Ziel ist es, im besten Fall dem Caller eine „Onehundredandeigthy“ – die höchste zu erreichende Punktzahl mit drei Darts – zu entlocken und für Ekstase beim Publikum zu sorgen.

Dass das Darten auch in Hamm immer mehr in den Trend kommt, ist insbesondere auf den 1. DC Garfield Hamm zurückzuführen, der mittlerweile fast 60 Mitglieder zählt. Die Heimat des 1989 gegründeten Vereins liegt in Pinter´s Pinte in Herringen. Am vergangenen Samstag kamen aber nicht nur Garfields in die Kneipe auf der Holzstraße. Denn dort wurde der 3. DCGH Cup ausgerichtet, der 36 Dartspieler aus ganz Deutschland anzog.

Darunter waren neben dem erst 15-jährigen Fabian Schmutzler, dem größten Nachwuchstalent Deutschlands, der extra von seiner Mutter aus Frankfurt in die Pinte gefahren wurde, mit dem Belgier Kenny Neyens und René Eidams auch Profis, die bereits im Ally Pally auf der großen Bühne standen und dort für ihr Spiel frenetisch gefeiert wurden. „Mich erfüllt das mit Stolz, dass ich mich mit diesen Profis messen kann“, sagt Garfield-Spieler Daniel Skoda, der selber schon bei Turnieren der PDC (Professional Darts Corperation) wie der Challenge-Tour oder der Q-School teilgenommen hat. „Von den beiden kann man noch so viel lernen, alleine schon vom Wurfstil.“

Per Freilos ins Achtelfinale

Zu einem Aufeinandertreffen mit Neyens oder Eidams kam es für Skoda, der per Freilos ins Achtelfinale einzog, nicht. Sein Kontrahent im Achtelfinale, Fabian Schmutzler, hatte es aber nicht weniger in sich. Der 15-Jährige zeigte, warum er als zurzeit größtes Nachwuchstalent gilt und schlug Skoda mit 4:1 Legs. Für die anderen Garfields neben Skoda, Sebastian Keine, Marcus Prenzel sowie Martin Goeke, war ebenfalls im Achtelfinale Schluss. Der neunte Platz kristallisierte sich aber in dem stark besetzten Teilnehmerfeld als ein sehr gutes Ergebnis für den Ausrichter heraus, zudem sechs der neun Garfields die Gruppenphase überstanden.

Weniger glücklich dürfte Kenny Neyens nach seinem Achtelfinal-Match gewesen sein. Der WM-Teilnehmer von 2018, der sich erst kürzlich einen Titel bei der PDC im Rahmen der Challenge Tour sicherte, musste sich überraschend Frederik Bösing von den Vikings Münster mit 2:4 geschlagen geben. Für den Belgier, der mittlerweile seit sieben Monaten mit seiner Freundin in Deutschland lebt, geht es nach zwei schwierigen Jahren, in denen er die Dartspfeile nahezu unberührt ließ, jetzt viel mehr darum, wieder anzukommen und neu anzugreifen: „Letztes Jahr Weihnachten habe ich mit dem Darts spielen wieder angefangen. Der Sieg auf der Challenge Tour war umso mehr ein emotionaler für mich. Ich habe schon sehr viel mitgemacht, aber ich weiß, dass ich gut bin. Und ich komme wieder“, zeigt sich Neyens kämpferisch. „Natürlich ist wieder die WM zu spielen, ein Ziel von mir. In fünf, sechs Jahren möchte ich außerdem in der Premier League spielen.“

Es herrschte viel Betrieb beim 3. DCGH Cup des DC Garfield, der das Turnier mit neuer Technik bestritt.

Neyens blickt zuversichtlich in die Zukunft

Sein Vorbild und Landsmann Dimitri Van den Bergh, aktuell auf Platz acht in der Weltrangliste, war in diesem Jahr einer der Teilnehmer der Premier League: „Ich habe großen Respekt vor Dimitri, er ist eine große Persönlichkeit. Aber ich weiß, was er kann, kann ich auch. Und ich kann ihn schlagen“, blickt Neyens in die Zukunft.

In der Pinte machte es an jenem Samstag aber Profi René Eidams besser und schlug Bösing im anschließenden Viertelfinale mit 5:2 im Best of Nine-Modus. Es folgte ein ebenso souveräner Halbfinalsieg gegen Karl Cron (2:6). So kam es zum Endspiel zwischen Eidams und Schmutzler, das das Nachwuchstalent mit 7:3 für sich entschied.

Die weite Anreise hatte sich gelohnt. Doch auch Eidams, der bei der der WM 2016 in der ersten Runde nur haarscharf an einem Sieg gegen die aktuelle Nummer 2 der Welt, Michael van Gerwen, vorbei geschrappt war und am Dienstag bei DAZN die Darts World Matchplay kommentiert, hatte nur lobende Worte für das Turnier und den DC Garfield übrig. „Ich fühle mich hier sehr wohl beim DC Garfield, die Leute sind sehr nett.“

Oder wie es Garfield-Sportwart Alexander Dißel mit anderen Worten sagen würde: „Der Dart-Club ist wie eine große Familie.“ Eine, die immer weiter wächst, jeden willkommen heißt und in Zukunft das Teilnehmerfeld bei Turnieren durch eine mobile Dartanlage mit vier Boards auf der Bühne im Saal der Pinte auf bis zu 64 Teilnehmer ausweiten möchte – weiterer prominenter Besuch in er Zukunft in Pinter´s Pinte ist daher nicht ausgeschlossen.

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