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Für den Kanu-Ring sogar zwei WM-Starter möglich

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Von: Peter Schwennecker

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Durchaus möglich, dass mit Jasmin Schornberg und Stefan Hengst zwei Hammer Ende Juli bei der Kanu-Slalom-WM in Augsburg an den Start gehen.
Durchaus möglich, dass mit Jasmin Schornberg und Stefan Hengst zwei Hammer Ende Juli bei der Kanu-Slalom-WM in Augsburg an den Start gehen. © Jürgen Schubert

Stefan Hengst ist bei den Herren bereits qualifiziert. Jetzt könnte vielleicht auch Jasmin Schornberg nach ihrem Überraschungs-Comeback vom 26. bis 31. Juli in Augsburg bei der Heim-WM im Kanu-Slalom an den Start gehen.

Hamm – Noch vor zweieinhalb Wochen war Jasmin Schornberg, ehemalige Kanu-Slalom-Weltmeisterin und Olympia-Teilnehmerin des Kanu-Rings Hamm, nach dem im Vorjahr verkündeten Rücktritt vom Leistungssport bei der Feier ihres Vereins zum 50-jährigen Bestehen offiziell verabschiedet worden. Doch jetzt deutet sich völlig überraschend die Rückkehr der 36-Jährigen in den Kader des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) für die Weltmeisterschaften vom 26. bis 31. Juli in Augsburg an. Neben Stefan Hengst, der sich bei den Herren qualifiziert hat und bereits fest vom Bundestrainer nominiert wurde, könnte der Kanu-Ring bei der WM vielleicht sogar mit zwei Aktiven vertreten sein.

„Aus Spaß könnte durchaus noch Ernst werden“, schmunzelte jetzt der Cheftrainer für Kanu-Slalom beim KR Hamm, Jürgen Schubert, nachdem Schornberg bei der internen Qualifikation des DKV in Augsburg bei den Damen völlig überraschend den dritten Platz in der Gesamtwertung belegt hatte.

Start als Vorläuferin geplant

„Eigentlich wollte ich nur als Vorläuferin für die anderen Starterinnen dabei sein“, erzählte die Wahl-Augsburgerin, die im November 2020 Tochter Paula zur Welt brachte und sich anschließend vom Leistungssport zurückgezogen hatte. „Doch als Vorläufer waren Augsburger Schüler vorgesehen. Ich durfte deshalb nur starten, wenn mein Heimatverein mich offiziell für den Wettkampf melden würde. Und das hat Jürgen Schubert dann getan.“

Und das mit unerwarteten Ergebnissen und Folgen. In den vier gewerteten Durchgängen landete Schornberg zweimal auf dem vierten Platz, einmal auf Rang fünf und am Schlusstag als Dritte sogar auf dem Podest. „Ich war schon etwas überrascht, wie gut es für mich trotz des reduzierten Trainingsumfangs lief. Deshalb war ich auch bis zum Ende dabei.“ In der Gesamtwertung belegte sie hinter der Bad Kreuznacherin Ricarda Funk und Elena Lilik (Augsburg) sensationell den dritten Platz. Für den Heim-Trainer keine Überraschung: „Im Olympiaeiskanal paddelt Jasmin wie auf Schienen“, erklärte Schubert.

Noch nicht vom DKV nominiert

Offiziell nominiert wurde die gebürtige Lippstädterin, die seit ihrem 13. Lebensjahr für den Kanu-Ring Hamm fährt, allerdings noch nicht für die WM. Dafür fehlt der internationale Leistungsnachweis. Sie muss entweder bei der EM in Liptovsky Mikulasz (26. bis 29. Mai) oder bei einem der folgenden Weltcuprennen mindestens einmal einen Platz unter den besten 16 Damen belegen. „An der EM werde ich nicht teilnehmen. Dafür wäre mir der Aufwand mit Job und Kind einfach zu stressig“, erklärte Schornberg, die allerdings plant, an den Weltcuprennen von 10. bis 12 Juni im tschechischen Prag und vom 24. bis 26. Juni im slowenischen Tacen teilzunehmen.

Sportlich eine große Herausforderung

„Für mich wäre die WM vor der eigenen Haustür in Augsburg noch einmal ein lohnenswertes Ziel“, erklärte die frühere Weltmeisterin. „Sportlich wird das für mich allerdings auch zu einer sehr großen Herausforderung. Aber mich hat noch einmal der Ehrgeiz gepackt. Wenn ich schon die Chance habe, dabei zu sein, dann will ich auch Erfolg haben“, beteuerte die 36-Jährige.

Ein gutes Ergebnis traut sie sich auf internationalem Gewässer durchaus zu. „Allerdings bin ich in Prag schon seit vielen Jahren nicht mehr gefahren. Ich muss erst einmal sehen, wie gut ich mich dort zurechtfinden werde“, sagte Schornberg. Doch dafür wird sie in den kommenden Wochen alles geben, auch im Training. „Schließlich möchte ich, dass der DKV mit drei Damen in Augsburg vertreten sein wird, damit wir dann auch am Teamwettbewerb teilnehmen können.“

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