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Ex-Profi Michael Lusch kehrt nach elf Jahren auf die Trainerbank zurück

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Von: Günter Thomas

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Wird Trainer bei der SpVgg Erkenschwick: Michael Lusch.
Wird Trainer bei der SpVgg Erkenschwick: Michael Lusch. © Reiner Mroß

Im Mai 2011 hat Michael Lusch zum letzten Mal bei einem Fußballklub auf der Trainerbank gesessen - jetzt hat der Ex-Profi ein neues Engagement übernommen - zumindest bis zum Sommer wird der gebürtige Hammer gemeinsam mit Toni Schreier den Westfalenligisten SpVgg Erkenschwick coachen.

Hamm – Michael Lusch hat gerade viel zu tun. Die Arbeit in der Dortmunder Soccerhalle, die der frühere Fußball-Profi nun im 16. Jahr betreibt, ist nach den Lockerungen in der Pandemie deutlich angezogen und kostet einen großen Teil seiner Lebenszeit. In den kommenden drei Monaten wird er sogar noch deutlich stärker verplant sein. Denn der gebürtige Hammer wird den Trainerposten beim Fußball-Westfalenligisten SpVgg Erkenschwick übernehmen, der sich vor zwei Wochen von seinem bisherigen Chefcoach David Sawatzki getrennt hatte. Interimsweise. Und gemeinsam mit einem anderen früheren Bundesligaprofi: Toni Schreier (21 Bundesligaspiele zwischen 1984 und 1986 für den VfL Bochum).

Dabei hatte der 57-Jährige erst im Sommer ausgeschlossen, dass er noch einmal im Trainergeschäft tätig wird. „Das stimmt auch noch so“, bestätigt Lusch, der zuletzt von 2009 bis 2011 bei Westfalia Rhynern auf der Bank saß und mit dem Team in die NRW-Liga aufgestiegen war. „Aber in diesem Fall ist es etwas anderes. Es betrifft meinen langjährigen Freund Olaf May, der erster Vorsitzender in Erkenschwick ist. Der hatte Toni und mich gebeten, den Job zu machen. Und weil es zeitlich begrenzt ist, habe ich zugesagt.“

Also sitzt Lusch an diesem Dienstag in seinem Soccer City Center in Dortmund-Körne und brütet über dem Trainingsplan für die erste Einheit mit seinem neuen Team, die am Abend folgen soll. Und der Mann, der 276 Mal für Borussia Dortmund, 1. FC Kaiserslautern und KFC Uerdingen als Bundesligaspieler aufgelaufen ist und beim DFB-Pokalsieg 1989 mit dem BVB den Treffer zum 4:1-Endstand gegen Bremen erzielt hat, verspricht seinen künftigen Spielern: „Wenn ich diese Sache mache, dann will ich sie auch mit 100 Prozent machen. Wir werden von der ersten Einheit an konzentriert arbeiten. Aber natürlich ist es wichtig, dass ich erst einmal die Mannschaft kennenlerne.“

Neues Team im Pokalspiel beobachtet

Ein Spiel der SpVgg hat er sich bereits angesehen: Den mühsamen 2:1-Erfolg im Kreispokal beim Tabellensechsten der Bezirksliga 14, SV Lippramsdorf. „Für mich ist das jetzt eine andere Situation, weil ich schon lange aus dem Geschäft raus bin“, ist Lusch selbst gespannt auf sein Engagement. „Aber drei Monate sind überschaubar.“

Die Gefahr, dass er in den kommenden Wochen auf den Geschmack kommt und doch wieder längerfristig auf die Trainerbank zurückkehren könnte, sieht er nicht. „Klar, einerseits habe ich das jahrelang gemacht“, sagt er. „Aber ich bin jetzt zehn Jahre raus, werde 58 im Sommer – eigentlich wollte ich mir das nicht mehr antun. Daher kann ich mir das nicht vorstellen.“

Die vom Verein angepeilte Rückkehr in die Oberliga wird Lusch mit seinem neuen Klub wohl nicht mehr schaffen. Dafür ist der Rückstand des aktuellen Tabellenachten in der Westfalenliga (1) zu Spitzenreiter 1. FC Gievenbeck mit elf Punkten schon zu groß. Dieses Kunststück soll dann in der kommenden Saison Magnus Niemöller fertig bringen, der im Sommer das Traineramt übernimmt. Dennoch hofft Lusch, der beim TuS Lohauserholz und Germania Hamm mit dem Fußball begonnen hat, mit dem Team auf den größtmöglichen Erfolg, ehe er sich nach dem letzten Ligaspiel am 6. Juni ganz seinem Job und der Dortmunder Traditionsmannschaft widmen wird, die er seit Jahren als Kapitän aufs Feld führt.

„Da hatten wir ja jetzt auch zwei Scheißjahre – ich weiß noch gar nicht, was auf dem Plan steht, aber ich hoffe, dass es im Sommer wieder losgeht.“

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