Prominenter Gast bei den Unparteiischen des Kreises

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Die geehrten Unparteiischen mit Thorsten Kinhöfer (3. von rechts).

Bönen/Hamm - Wenn die Schiedsrichter des Fußballkreises Unna/Hamm unter sich sind, dann herrscht meistens familiäre Atmosphäre: So war das auch bei dem gemeinsamen Schulungsabend in der Aula des Marie-Curie-Gymnasiums in Bönen. 205 von 250 Aktiven waren gekommen, die ansonsten ja als Einzelkämpfer oder höchstens als Gespann zu dritt unterwegs sind.

Dafür, dass sie sich in ihrer Freizeit opfern, um Fußballspiele zu leiten, gab es bei der Begrüßung lobende Worte vom Kreisvorsitzenden Horst Weischenberg. Nach den Grußworten und Ehrungen erfolgte der Höhepunkt des Abends, der von den Helfern der SpVg Bönen in bewährter Manier durchgeführt wurde. Der Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses, Torsten Perschke, hatte mit dem ehemaligen Bundesliga- und Fifa-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer einen alten Weggefährten als Gast gewinnen können. Die Begrüßung der beiden war familiär und herzlich.

Es wurde aber nicht nur über alte Zeiten als Gespann im Profifußball mit geselligen Stunden nach Pokalspielen wie in Landshut oder Skatrunden geplaudert. Kinhöfer sprach im Dialog mit Lippewelle-Sportchef Jens Heusener über seine Zeit und aktuelle Themen, wie den Andreasen-Treffer in Köln am Sonntag.

Heusener, der nicht nur als Berichterstatter sondern auch als ehemaliger Funktionär der Hammer SpVg Einblick ins Fußballgeschäft hatte, stellte offene Fragen und erhielt offene Antworten. „Wenn wir Schiedsrichter in der Bundesliga Fehler machen, ist der mediale Druck natürlich höher bei Bayern München als in Hoffenheim“, sagte Kinhöfer beispielsweise, der nach dem Ende seiner Karriere als Unparteiischer nun als Kolumnist für die Sonntagszeitung eines Boulevardblatts tätig ist. Der Herner sprach sich auch für „Typen“ aus: „Als jemand aus dem Ruhrgebiet sind mir Typen lieber, die gerade heraus sind, als welche, die hinten rum gegen dich agieren.“

Heusener fragte Kinhöfer darüber hinaus, ob dieser auch mal Motivationsprobleme gehabt hätte. Der Ex-Bundesliga-Referee war auch hier offen: „Manchmal habe ich selbst auf dem Platz gezweifelt, wenn dich da ein 19-jähriger Schnösel anschreit.“ Doch er sagte auch: „Es waren viele schöne Momente dabei.“ Den zahlreichen jungen Schiedsrichtern in Bönen empfahl Kinhöfer: „Bleibt dabei! Es wichtig, sich durchzusetzen. Als Schiedsrichter durchläufst du einen Lernprozess für das Leben. Wo trifft denn ansonsten ein 15-Jähriger Entscheidungen, mit denen er in der Öffentlichkeit steht?“

Nach dem Talk stellten die Anwesenden auch noch Fragen und schossen Selfies mit dem prominenten Vertreter ihrer Zunft. Einige erinnerten sich noch an die eigenen Erfahrungen mit den Anfängen Kinhöfers. Bönens Boss Friedhelm Wittwer beispielsweise an eine Spielleitung Kinhöfers am Rehbusch. Karl-Heinz Fork, der es als einer der wenigen Unparteiischen aus dem Kreis in die Bundesliga geschafft hatte, lobte: „Das Talent war schon früh zu sehen, und der heutige Abend hat gezeigt: Thorsten Kinhöfer ist Westfale.“

Einen Schockmoment gab es im Rahmen der Veranstaltung allerdings auch. Ein Großvater, der seinen Enkel zum Schulungsabend gebracht hatte, stürzte unglücklich über eine der Stufen in der Aula und musste an einer Platzwunde versorgt werden. Aber zum Glück war mit Marcel Wewer ein Rettungsassistent in der Schiedrichterfamilie, der half, bevor der Krankenwagen eintraf.

Geehrt wurden in Bönen verdiente Schiedsrichter des Fußballkreises: Michael Gerlich, Kubilay Sabaloglu (beide Westfalia Wethmar) und Erol Sahin (VfK Nordbögge) für 15 Jahre als Unparteiische sowie Werner Luckner (SV Frömern), Klaus Bolst (SpVg Bönen), Ernst Müller (Westfalia Rhynern), Ralf Borgschulte (SG Massen), Norbert Grabarczyk (SC Fröndenberg-Hohenheide) und Günther Radzko (BR Bilmerich) für 25 Jahre. Die Jubilare Franz Budde (TuRa Bergkamen/40 Jahre) und Jörg Höltermann (TuS Alteheide) waren am Dienstag verhindert.

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