Ex-BVB-Profi Gambino hat „richtig Lust“ auf Rhynern

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Jetzt läuft der mittlerweile 31-Jährige für den SV Westfalia Rhynern in der Oberliga auf.

Hamm - Es war ein Einstand, wie er besser nicht sein konnte. In der 65. Minute war Salvatore Gambino am vergangenen Freitag im Oberliga-Heimspiel des SV Westfalia Rhynern gegen SuS Stadtlohn eingewechselt worden, neun Minuten später markierte er das 1:0 und ebnete den Weg zum wichtigen 2:0-Erfolg der Papenloh-Elf.

„Ich hätte auch noch ein zweites Tor machen können. Aber das habe ich mir noch aufgehoben“, erklärte der 31-jährige Ex-Profi von Borussia Dortmund, der völlig überraschend bei der Westfalia einen Vertrag unterschrieben hat und zumindest bis zum Saisonende für die Rhyneraner auflaufen wird.

Bereits seit diesem Sommer standen die Verantwortlichen vom Papenloh in Kontakt mit Gambino, nachdem sich dieser bei Trainer Björn Mehnert telefonisch gemeldet und wegen eines Engagements nachgefragt hatte. „Bis zum Ende der Transferperiode am 31. August hatte ich erst noch abgewartet, ob ich vielleicht wieder in Italien unterkomme. Aber als sich das zerschlagen hatte und es kein gutes Angebot gab, haben meine Frau und ich entschieden, dass wir nach Deutschland zurückkehren“, berichtet Gambino, der für den BVB von 2004 bis 2006 insgesamt 45 Bundesligaspiele absolviert hat, ehe es ihn über die Stationen 1. FC Köln und TuS Koblenz sowie Kongsvinger IL in Norwegen in seine italienische Heimat zog, wo er von 2010 bis zum Sommer 2015 bei verschiedenen Klubs der vierten, dritten und zweiten Liga aktiv war. Dort wohnt Gambino nun mit seiner Familie in Bönen, in der Heimatstadt seiner Frau, von wo es für ihn nur ein Katzensprung zum Sportplatz am Papenloh ist.

Helfen, aus dem Tabellenkeller zu kommen

Früher wirbelte Salvatore Gambino in der Bundesliga für Borussia Dortmund.

Bereits seit drei Wochen trainierte er vor seinem Premiereneinsatz gegen Stadtlohn bei den Rhyneranern mit. Doch da es Probleme mit der Spielberechtigung gab, musste er sich bis zum vergangenen Freitag gedulden, ehe er erstmals in einem Meisterschaftsspiel auflaufen durfte. „Mit Mehne und Martin Zakrzewski kenne ich zwei Leute von früher aus Dortmund“, sagt Gambino, der sich nach eigener Aussage schnell am Papenloh eingelebt hat und sich dort bereits sehr wohlfühlt. „Es sind alle unglaublich freundlich. Und alle haben richtig Lust auf Fußball, das merkt man im Training.“ Mit seiner Erfahrung will er der jungen Mannschaft des SV Westfalia helfen, möglichst schnell aus dem Tabellenkeller der Oberliga zu kommen. „Ich werde den Jungs Tipps geben. Und viel mit ihnen auf dem Platz reden. Denn ich glaube, dass das ein Manko ist, dass es zu still ist“, erklärt Gambino, der allerdings zugibt, „noch ein bisschen Spielpraxis“ zu benötigen, um sich seiner Topform zu nähern. Daher kommt es ihm sehr entgegen, dass die Rhyneraner am spielfreien Wochenende zwei Testpartien abgeschlossen haben. So tritt der SV Westfalia am Freitagabend beim Lüner SV (19 Uhr) an und am Samstag zuhause gegen KFC Uerdingen 05 (14.30 Uhr).

Torgefährlich

Björn Mehnert freut sich natürlich sehr, dass er mit Gambino einen routinierten Neuzugang in seinen Reihen begrüßen kann, der nicht nur über eine Menge Erfahrung verfügt, sondern immer noch sehr torgefährlich ist. „Er war selbst auf der Suche und hat sich bei uns gemeldet. Er will weiter semi-professionell Fußball spielen und den Einstieg in das Berufsleben schaffen. Dabei konnten wir ihm behilflich sein“, erklärt Mehnert – und fügt hinzu: „Er hat noch richtig Bock auf Fußball.“

Zusammen hatten der Rhyneraner Coach und Gambino, als er im Sommer 2001 aus der Jugend des BVB kam, in der Amateurmannschaft der Borussia einige Spiele zusammen absolviert. Doch während Mehnert den Sprung zum Bundesliga-Akteur nicht schaffte, traf Gambino bei seinem Debüt im Fußball-Oberhaus gegen Leverkusen gleich doppelt und kam in der Spielzeit 2003/04 20-mal für den BVB zum Einsatz. „Von ihm können sich alle Leute bei uns eine Menge abschauen, egal ob es ein 18- oder 30-Jähriger ist. Da, wo er war, wird von unseren Akteuren wahrscheinlich keiner hinkommen“, sagt Mehnert, der sich vor allem über die Felixibität von Gambino freut. „Offensiv kann er alles spielen: auf dem Flügel, vorne im Zentrum oder dahinter, wobei ich ihn eher zentral sehe“, sagte Mehnert wohlwissend, dass auf ihn und seinen neuen Schützling noch einiges an Arbeit wartet: „Über seine Qualitäten brauchen wir nicht zu sprechen. Er ist aber noch nicht bei 100 Prozent. Das werden wir allerdings hinbekommen. Jeder, der bei mir trainiert hat, war schnell fit.“

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