Rollhockey

Euroleague in Corona-Zeiten: So hoch sind die Hürden für den SK Germania Herringen

Schuhe schnüren oder nicht? Liam Hages und Lucas Karschau stehen in der Euroleague vor einer unsicheren Saison.
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Schuhe schnüren oder nicht? Liam Hages und Lucas Karschau stehen in der Euroleague vor einer unsicheren Saison.

Der SK Germania Herringen ist als Deutscher Meister für die Rollhockey-Euroleague qualifiziert. Jetzt stehen auch die Gruppengegner fest. Doch kann überhaupt gespielt werden?

Hamm - Wie bei ihren bisherigen internationalen Auftritten haben die Rollhockeyspieler und Verantwortlichen des SK Germania Herringen gespannt auf die Auslosung für die europäische Königsklasse in der Euroleague geblickt. Und wie gewohnt stand am Ende der Ziehung fest, dass das Team vor schier unlösbaren Aufgaben stehen würde. Und doch war dieses Mal alles anders. Denn es waren weniger die sportlichen Herausforderungen, die den Herringern vor der Gruppenphase durch die zugelosten Gegner Union Sportive Coutras (Frankreich), Club Esportiu Noia Freixenet (Spanien) und Sporting Lissabon (Portugal) Bauchschmerzen bereiteten. Es war vielmehr die Frage, ob die europäischen Begegnungen am Ende überhaupt ausgetragen werden können.

„Sportlich sind wir mit der Auslosung sehr zufrieden“, sagt der SKG-Vorsitzende Michael Brandt, der ansonsten allerdings bei der fünften Teilnahme des SKG an der Champions League des Rollhockeysports organisatorisch so stark gefordert wird, wie nie zuvor. Schwer wie Blei lastet über allen Begegnungen die Gefahr der Corona-Pandemie. „Das wird eine Planung von Spiel zu Spiel werden, von Woche zu Woche“, sagt Brandt, für den ein Verzicht auf den internationalen Wettbewerb vor allem aus regeltechnischen Gründen keine Option war. „Wir hätten eine hohe Strafe zahlen müssen, wenn wir nicht gestartet wären. Außerdem wäre die Mannschaft, wenn sie wieder Deutscher Meister werden sollte, in der kommenden Saison für den europäischen Wettbewerb gesperrt worden. Aber der internationale Verband hat auch Zugeständnisse gemacht und gesagt, dass die Spiele der Gruppenphase verschoben werden, wenn es Probleme gibt.“

Auch für die Bundesliga gibt es Folgen

Die gibt es rein organisatorisch schon jetzt mit dem Bundesligabetrieb. Denn der internationale Verband hat kurzfristig auch die ursprünglich angesetzten Termine für die Euroleague-Begegnungen umgeschmissen. „Die neuen Daten überschneiden sich jetzt“, so Brandt. „Da müssen wir zusehen, dass wir für die entsprechenden Bundesligapartien neue Termine finden.“

Probleme bedeuten in diesem Fall auch erhöhte Corona-Fallzahlen in den Regionen der europäischen Kontrahenten. Denn während es derzeit in Portugal in dieser Hinsicht recht ruhig zugeht, haben gerade die Franzosen und Spanier große Sorgen. Situationsbedingte Verlegungen einzelner Spiele sind in dieser Saison zwar möglich – bis acht Tage vor dem angesetzten Termin. Spätestens jedoch, wenn es zu kurzfristigen Reisewarnungen in den betroffenen Gebieten kommen sollte, dürfte der SK Germania sich zurückziehen. Denn: Eine notwendige Quarantäne nach der Rückkehr ist für keinen der Spieler eine Option. „Der eine oder andere Arbeitgeber hat da schon gesagt, dass die Spieler dann eben für die Quarantäne privat Urlaub nehmen müssten, wenn sie in ein Risikogebiet reisen“, so Brandt. „Das ist natürlich nicht möglich.“

Bei Heimspielen wohl maximal 80 Zuschauer

Auch sonst wird die gesamte Saison „eine sehr wacklige Angelegenheit für uns“ (Brandt). „Wir müssen bei unseren Heimspielen voraussichtlich mit 80 Zuschauern über die Runden kommen. Denn durch die Vorgaben zum Mindestabstand haben wir derzeit keine Chance, mehr Leute reinzubekommen“, ist die Glück-Auf-Halle nach Berechnungen des SKG-Vorsitzenden zu klein, um mehr Fans unter Coronaschutz-Bedingungen Platz bieten zu können, selbst wenn die neuen Vorgaben am Dienstag eine Lockerung ergeben werden. „Aber wir kämpfen zumindest noch um unsere Stehplätze.“

Auch logistisch werden die Fahrten zu den Auswärtsbegegnungen zu einer nicht leicht zu nehmenden Hürde. Denn aufgrund der unsicheren Corona-Lage und der angespannten finanziellen Situation haben sich die Herringer dazu entschieden, zumindest zu den Auswärtsspielen nach Coutras und Noia privat anzureisen. „Da brauchen wir mehr Zeit“, sagt Brandt. „Und nach den Spielen werden wir den Standort schnell verlassen.“

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