SK Germania Herringen greift nach „Hattrick“

+
Lucas Karschau (links) und der SKG stehen in Iserlohn vor eine ganz schweren Aufgabe.

HAMM - Es ist die Chance, die Regentschaft im deutschen Rollhockey um ein weiteres Jahr zu verlängern. Zweimal in Folge hat sich der SK Germania Herringen die nationale Krone gesichert. Wenn ab Samstag (15.30 Uhr, Hemberg-Sporthalle) das erste Endspiel um die Deutsche Meisterschaft bei der ERG Iserlohn ansteht, greift der Titelverteidiger nach dem Titel-„Hattrick“.

Und es wäre „ein großer, großer Erfolg für uns als Verein, wenn wir nachlegen könnten“, weiß der Vorsitzende Michael Brandt. Zumal die Meisterschaft dem SKG abermals den Zutritt zur European League garantieren und somit die Möglichkeit bieten würde, sich mit den besten Teams des Kontinents zu messen. „Das“, sagt Brandt, „möchten die Jungs mit aller Macht wieder erreichen.“

Doch der Weg dorthin ist sehr beschwerlich. Aus zwei Gründen. Der Spielplan meint es für die ohnehin von allen deutschen Klubs in dieser Saison durch die Dreifach-Belastung in Meisterschaft, Pokal und Königsklasse am meisten geforderten Herringer nicht besonders gut. Denn zwischen der ersten Partie in Iserlohn in der nach dem Modus „best of three“ ausgetragenen DM-Finalserie und der zweiten sowie – falls erforderlich – dritten Begegnung in der Glückauf-Halle (30./31. Mai) liegen die beiden Pokalendspiele gegen Cronenberg an Pfingsten. „Ich hoffe, dass Kraft und Substanz für die nächsten drei Wochenenden reichen“, sagt der Klubchef. Den Cup „möchten wir gerne mitnehmen. Aber nicht um jeden Preis. Die Meisterschaft zählt für uns absolut mehr“, fügt Brandt mit Blick auf den deutlich größeren Wert eines Triumphs in der Liga hinzu.

Und da ist als zweiter Grund der Gegner. Der westfälische Rivale Iserlohn wird, da ist sich Brandt sicher, dem SKG alles abverlangen, möchte den Herringern die Vormachtstellung wieder streitig machen. „Wir sind jetzt die Gejagten“, meint Brandt angesichts der jüngsten Erfolge mit dem Gewinn des Doubles im Vorjahr als vorläufigem Höhepunkt. In der Punkterunde gelang den Herringern kein Erfolg gegen die Sauerländer (3:3, 4:5), im Pokal-Viertelfinale allerdings setzten sich die Germanen mit 4:2 durch. „Das wird ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden“, weiß Brandt.

Die Tatsache, dass bei den Iserlohnern mit Patrick und Sebastian Glowka Akteure mit Herringer Vergangenheit mitwirken, verleiht dem Duell traditionell ebenso zusätzliche Brisanz wie der Umstand, dass die zwei derzeit besten deutschen Teams, die nach der Vorrunde die Ränge eins (SKG) und zwei (ERG) belegten, das Gerüst der Nationalmannschaft stellen. „Das ist ein absolutes Top-Spiel“, sagt Brandt. „Uns wird die Normalform nicht reichen.“

Und erst recht kein Auftritt wie in der Anfangsphase des zweiten Halbfinal-Duells gegen Düsseldorf in der vergangenen Woche, als die Herringer schnell mit 0:3 zurücklagen. Erst ein Kraftakt bescherte dem Team von Trainer Hans-Werner Meier den letztlich noch souveränen 6:4-Erfolg, wobei der SKG immerhin nachwies, konditionell und spielerisch für den schweren Endspurt gerüstet zu sein.

„Vielleicht war das ein Warnschuss zur rechten Zeit“, sagt Brandt. „Die Mannschaft hat gesehen, dass Defensivschwächen eiskalt bestraft werden. Wir waren überhaupt nicht aggressiv in den Zweikämpfen, standen viel zu weit weg von den Leuten.“ Fehler, auf die Meier in den Übungseinheiten – auch am Feiertag legte der SKG eine „Schicht“ ein – nachdrücklich hinwies.

Denn in Iserlohn wird viel von einer funktionierenden Arbeit in der Defensive abhängen. Sie soll die Basis für das effektive Konterspiel bilden. Mit ihr wollen die Germanen die ohnehin ordentliche Ausgangsposition mit dem Heimrecht im Rück- und im eventuell entscheidenden dritten Spiel in eine blendende verwandeln. Ein Erfolg im Sauerland wäre die halbe Miete und würde Iserlohn mächtig unter Zugzwang setzen. Schon jetzt sieht Brandt die Ierlohner stärker unter Druck. „Sie müssen vorlegen, weil sie wissen, dass es ganz schwer ist, bei uns zweimal zu gewinnen“, meint der Vereinschef, der aber auch die Kehrseite der Medaille kennt. „Verlieren wir, ist der Druck bei uns.“ Und das wollen die Herringer möglichst vermeiden. - fh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare