Handball

Erst chancenlos, dann im Pech: ASV-Endspurt nicht belohnt

Tusem Essen - ASV Hamm
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Am Ende wurde es knapp in Essen. Doch Gerrit Genz und Sören Südmeier gingen als Verlierer aus der Halle.

Verkehrte Welt in Essen: Als die 60 unwirklichen Minuten in der Sporthalle „Am Hallo“ vorbei waren, jubelten die Spieler von Tusem Essen erleichtert über die Schlusssirene. 45 Minuten lang hatten sie zuvor in der Partie gegen den ASV Hamm-Westfalen eine Demonstration der Stärke abgeliefert. Am Ende mussten sie sogar vor 1573 Zuschauern um den 29:26 (17:8)-Sieg zittern.

Essen – „Zuletzt waren wir ja auswärts meist wie eine Wundertüte“, hatte sich ASV-Geschäftsführer Thomas Lammers vor Spielbeginn noch zwiegespalten gezeigt. „Ich habe gar kein Gefühl, wie das hier ausgehen wird.“ Nach zehn gespielten Minuten war die Ungewissheit gewichen. Und Lammers durfte sich nur noch verwundert darüber die Augen reiben, was die Gastgeber in der ersten Halbzeit mit seinem Team auf der Platte anstellten. Denn die Hammer, die auf ihren verletzten Kreisläufer Jan Brosch verzichten mussten, bekamen anfangs kein Bein auf den Boden, keine Hand an den Ball und spätestens nach zehn Minuten wohl auch keinen klaren Gedanken mehr gefasst. Tusem überrollte die Gäste förmlich, die ihrerseits versucht hatten, zu Beginn mit möglichst schnellem Spiel für Überraschungsmomente zu sorgen.

Doch gleich zu Beginn ein verworfener Siebenmeter von Fabian Huesmann, der an der Latte landete, dann ein versuchter Tempogegenstoß, bei dem der Pass von ASV-Keeper Felix Storbeck in den Händen des Gegners landete, und schließlich auch noch ein technischer Fehler, als Huesmann den Ball erst im Aus fing: Statt des umkämpften Starts lag Tusem nach acht Minuten mit 4:0 vorne. Da halfen auch die zwei Storbeck-Paraden zu Beginn nicht.

In der Folge zeigte sich schnell, warum es der ASV zu Beginn mit Tempo versucht hatte: Denn im gebundenen Spiel gab es für die Gäste schlicht kaum ein Durchkommen gegen die gut organisierte Deckung des Erstliga-Absteigers, der auch in der Folge eine Dominanz ausstrahlte, die die Gäste zunehmend mehr verzweifeln ließ.

Nach 13 Minuten stand es 8:1 für den selbst ernannten Aufstiegsaspiranten. Und Tusem ließ auch danach nicht nach. Egal, welche taktische Änderung Lerscht vornahm – sie fruchtete nicht. Nach 17 Minuten nahm der ASV-Coach schließlich seine zweite Auszeit. Es stand mittlerweile 11:1 für die Hausherren – den ersten Hammer Treffer hatte Kreisläufer Alexander Engelhardt nach acht Minuten zum zwischenzeitlichen 4:1 erzielt.

„Essen ist eine Mannschaft, die kurze Schwächephasen sofort bestrafen kann. Das müssen wir für unser Spiel wissen. Und unsere Leistung konsequent auf die Platte kriegen“, hatte Lerscht im Vorfeld des Spiel gesagt. Was das Tusem-Team im Falle einer längeren Schwächephase des Gegners zu machen imstande ist, demonstrierte es im weiteren Verlauf. Denn die Mannschaft von Trainer Jamal Naji drückte weiter aufs Tempo, spielte konsequent auf die Nahtstellen und setzte den ASV so ständig unter Druck. Zur Pause hieß es 17:8 – ein Klassenunterschied.

Aufgeben war dennoch keine Option für die Gäste. Neu geordnet und mit einer Portion Wut im Bauch kam das Team aus der Kabine. Zumindest der zweite Durchgang sollte besser gestaltet werden. Und das gelang. Eindrucksvoll. Nach gespielten 40 Minuten stand es 21:13. Kurz darauf verkürzte der ASV sogar auf 21:15. Enger wurde es zunächst nicht, weil den Gästen Pech und fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss treu blieben, Dazu galt es die dritte Zeitstrafe gegen Matej Mikita zu verkraften – und eine weitere gegen Sören Südmeier nach einem Wechselfehler. Eine Phase, die Essen nutzte, um wieder auf acht Tore Differenz zu stellen (25.17/49.).

Was dann passierte, dürfte die Gastgeber allerdings noch in der Nacht verfolgt haben. Der ASV arbeitete weiter an seinem Comeback. Fünf Minuten vor dem Ende hatte sich der Gast auf vier Tore herangekämpft (26:22). Lerscht nahm seine letzte Auszeit. Ging da noch was? Engelhardt verkürzte gar auf 26:23. Hamm ging anschließend volles Risiko und in Manndeckung – wurde aber nicht mehr belohnt.

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