Ernüchternde Hinrunden-Bilanz für Tischtennis-Zweitligist TTC GW Bad Hamm

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Damien Eloi

Ihre letzte Dienstfahrt des Jahres nach Passau hätten die Spieler des Tischtennis-Zweitligisten TTC GW Bad Hamm besser für eine nette Rafting-Tour genutzt. Dort, wo sich Donau, Inn und Ilz vereinen, lief für die Hammer so gar nichts zusammen. Das 3:6 im Kellerduell, das die Hammer auf den vorletzten Platz der Liga rutschen ließ, war das Spiegelbild einer verkorksten Hinserie des Vorjahres-Dritten.

Hamm - „Es ist klar, dass es nicht so lief, wie wir uns das vorgestellt haben“, zog der GW-Vorsitzende Martin Vatheuer eine ernüchternde Bilanz. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf. Und es hat sich gezeigt, dass es so wie vergangenes Jahr wieder eine ganz ganz enge Liga ist. Die Situation für uns ist momentan nicht schön, aber auf keinen Fall ausweglos.“

Während die Hammer ihre Hinserie mit 7:11 Punkten bereits beendet haben, stehen noch drei Begegnungen aus – darunter das Treffen zwischen Passau und dem TV Hilpoltstein. Vatheuers stille Hoffnung: „Sollte Hilpoltstein gewinnen, würden wir zumindest wieder an Passau vorbei ziehen.“ Auf den drittletzten und damit einen Nicht-Abstiegsrang.

Daran, dass die Leistung der Mannschaft in der Rückrunde besser werden muss, ändert das allerdings nichts. „Mit nur einem Sieg kann man in dieser Liga einen großen Sprung nach vorne machen“, weiß Vatheuer, dass das Leistungsniveau der einzelnen Teams dicht beieinander liegt. „Nur die ersten drei Mannschaften werden sich sicherlich absetzen. Trotzdem ist das keine komfortable Situation für uns – zumal wir schon zu den Topteams gehören wollten.“

Ein Grund für die schwache Hinserie mit nur sieben Punkten ist leicht in den Bilanzen der einzelnen Akteure zu finden. „Ein anderer ist sicher, dass Koyo Kanamitsu nicht alle Spiele für uns bestritten hat“, sagt Vatheuer. „Das war im Vorfeld eigentlich auch anders als geplant, durch seine internationalen Einsätze aber nicht zu ändern gewesen.“ Die Frage nach den Ursachen des kollektiven Formtiefs ist dagegen schon schwieriger zu beantworten. Denn mit Kanamitsu, Hermann Mühlbach und Gerrit Engemann hinken gleich drei Akteure ihrer Form des Vorjahres hinterher, wie die Einzelkritik offen legt.

- Damien Eloi (oberes Paarkreuz/13:3) weist als einziger Grünweißer eine positive Bilanz auf – dafür aber gleich die beste der Liga. Der Franzose steht wie schon im vergangenen Jahr mit 13:3 Siegen ganz oben im Ranking des oberen Paarkreuzes. „Er spielt nach wie vor bravourös, ist einer der Besten in der Liga, wenn nicht sogar der Beste“, lobt Vatheuer den ehemaligen Weltklasseakteur. „Er ist sogar besser als vergangenes Jahr, wenn man Doppel- und Einzelbilanz zusammen sieht. Um so schlimmer ist es, dass das den anderen Spielern, obwohl wir immer gut in die Begegnungen reingekommen sind, keinen Rückhalt gegeben hat.“

- Yukiya Uda (oberes Paarkreuz/0:1) ist kaum zu bewerten. Der Japaner trat nur einmal für sein Team an die Platte, spielte sowohl im Einzel als auch im Doppel an der Seite von Eloi 0:1.

- Koyo Kanamitsu (oberes Paarkreuz/2:6) bringt es auf acht Einsätze an Position zwei. Der 17-Jährige blieb mit einer 2:6-Bilanz deutlich hinter den Erwartungen zurück. „Das Komische, besonders bei den Japanern, ist, dass sie international nach wie vor super Ergebnisse einfahren“, rätselt Vatheuer. „Wäre Koyo in der Liga nur annähernd so gut, könnte nicht so eine Bilanz herauskommen.“ Dabei hatte der in Ochsenhausen trainierende Nachwuchsmann einen blendenden Start in die Liga. Stark im Pokal, und bei seinem ersten Auftritt gegen Celle gewann er beide Einzel. „Dann kam gar nichts mehr“, sagt Vatheuer. „Und das ist schwer zu begründen, woran es liegt.“

- Gerrit Engemann (oberes Paarkreuz/1:5; unteres Paarkreuz/2:5; gesamt 3:10) zahlt in seinem ersten Profijahr Lehrgeld. Sowohl am unteren als am oberen Paarkreuz kassierte er fünf Niederlagen. Insgesamt drei Einzelsiege sind eine eher magere Ausbeute für den talentierten Nachwuchsmann, der in Düsseldorf mit dem A-Kader der Nationalmannschaft trainiert. „Das ist die erste Saison, in der Gerrit komplett auf die Karte Tischtennis setzt“, sagt Vatheuer. „Er macht gerade eine schlechte Phase durch und es ist nicht einfach, weil er als Profi lebt und sich Niederlagen mehr zu Herzen nimmt, als wenn er noch Schule dabei hätte.“ Dass der Nachwuchsmann gar den Platz im U23-Kader der deutschen Nationalmanchaft verlieren könnte, glaubt der GW-Vorsitzende jedoch nicht. „Sicher wird da verglichen. Trotzdem ist ein halbes schlechtes Jahr keine Begründung, ihn nicht mehr drin zu lassen. Gerrit hat ja gezeigt, dass er zu den Besten in seinem Alter gehört.“

-Hermann Mühlbach (unteres Paarkreuz/3:5) kann mit seiner Bilanz ebenfalls nicht zufrieden sein. „3:5 hört sich ganz gut an“, so Vatheuer. „Aber zwei Siege hat er gegen Ersatzleute eingefahren – er hat auch nicht gespielt, was, der Verein und er selbst von sich erwarten.“

- Henning Zeptner (unteres Paarkreuz/2:6) hat seine Leistung der Vorsaison gehalten. „Er hat seine Normalform gebracht, spielt seinen Stiefel“, sagt der GW-Vorsitzende. „Und vor allem im Doppel spielt er sehr gut.“

- Die Doppel (10:8): Acht verschiedene Kombinationen testeten die Grünweißen – zum Teil gezwungen durch variierende Aufstellungen, zum Teil aus taktischen Gründen. Am erfolgreichsten spielten Eloi/Zeptner, die es auf eine 3:1-Bilanz bringen. Eloi/Kanamitsu und Engemann/Zeptner jeweils 2:1. so dass die persönliche Bilanz von Eloi (5:3) und Zeptner (5:2) positiv ausfällt. Auch Engemann kommt mit wechselnden Partnern auf ein 5:3 – alles in allem eine positive Bilanz.

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