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Erneute Niederlage der Eisbären trotz spektakulärem Neuzugang

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Von: Peter Schwennecker

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Zeigte bereits im ersten Spiel seine Scorerqualitäten: Eisbären-Neuzugang Kyle Brothers (rechts), der erst am Dienstagmittag nach Hamm wechselte.
Zeigte bereits im ersten Spiel seine Scorerqualitäten: Eisbären-Neuzugang Kyle Brothers (rechts), der erst am Dienstagmittag nach Hamm wechselte. © Bruse

Die Hammer Eisbären haben trotz der erst wenige Stunden zuvor erfolgten spektakulären Verpflichtung des Topscorers der EG Diez-Limburg Kyle Brothers ihr Heimspiel gegen die Moskitos Essen mit 4:5 verloren.

Hamm - Die Hammer Eisbären sind auf dem besten Wege, einen Negativrekord für die Ewigkeit aufzustellen. Gegen die Essener Moskitos gab es am Dienstagabend vor 350 Zuschauern mit dem 4:5 (0:1, 3:4, 1:0) bereits die 18. Oberliga-Niederlage in Serie, die ebenso bitter wie unnötig war. Dabei hatten die Verantwortlichen zuvor alles unternommen, die Mannschaft noch einmal zu pushen.

Brothers-Verpflichtung am Dienstagmittag

Erst wenige Stunden vor dem Bully gegen den Neuling war den Eisbären ein spektakulärer Transfer gelungen. Am Vormittag meldete Stürmer Ibrahim Weißleder, seit wenigen Tagen auch Sportlicher Leiter des Tabellenletzten, seine erste Verpflichtung. Der kanadische Stürmer Kyle Brothers hatte zuvor den Vertrag beim Klassenkonkurrenten EG Diez-Limburg aufgelöst. Am Dienstagmittag unterschrieb er einen neuen Kontrakt bis Saisonende in Hamm. Wenig später hatte Jan Koch bereits die Spielberechtigung erhalten. „Ich habe meine Hausaufgaben gemacht“, freute sich der Manager darüber, dass alles so schnell über die Bühne ging.

Brothers hatte am vergangenen Freitag sein letztes Spiel für Diez-Limburg gegen Erfurt bestritten und sich mit dem Treffer zum 7:4-Endstand verabschiedet. „Wenn man die Chance, hat, einen solchen Stürmer zu verpflichten, dann muss man einfach zugreifen“, kommentierte Weißleder seinen Coup. Der 28-jährige Brothers erzielte in Diez in der laufenden Runde bei 29 Einsätzen 60 Punkte, darunter 20 Tore. Das brachte ihn auf Rang fünf der Scorerliste der Oberliga Nord. Bei den Diez-Limburgern bildete er ein starkes Duo mit Cheyne Matheson, mit dem er bereits in der Saison 2019/20 bei Kiruna AIF in Schweden gemeinsam gespielt hatte. Matheson wechselte jetzt allerdings in die Oberliga Süd zum Deggendorfer EC. Brothers kam 2018 aus Kanada nach Europa und spielte zunächst eine Serie in der BeNeLiga für HYC Herentals in Belgien.

Neuer Konkurrenzkampf im Team

Mit Brothers sowie dem Amerikaner Chris Schutz und dem Tschechen Michal Spacek besitzen die Hammer jetzt drei Kontingentspieler, zwei dürfen aber lediglich auflaufen. Derzeit kein Probleme, weil Verteidiger Spacek nach seinem Fingerbruch noch zwei bis drei Wochen pausieren muss. „Danach herrscht das Leistungsprinzip“, betonte Manager Koch. „Ein Konkurrenzkampf bringt neue Würze in das Team.“

Dass der Kanadier auf Dauer eine Verstärkung für die Eisbären wird, deutete er gegen Essen an. „Ob es mit den Punkten auch bei uns klappt, werden wir sehen“, sagte Trainer Jeff Job über seinen Landsmann. „Kyle hat in den letzten Jahren überwiegend mit Cheyne Matheson in einer Reihe gespielt, die waren eingespielt und kannten ihre Laufwege.“

Brothers zeigt seine Qualitäten

In Hamm agierte Brothers gegen die Moskitos in einer Reihe mit Chris Schutz und Weißleder. Welche Qualitäten und was für ein gutes Auge Brothers besitzt, demonstrierte er bereits im ersten Drittel, als er viermal den Puck einschussbereit für Schutz auflegte, der diese Riesenchancen aber nicht verwertete. Es war ein ausgeglichenes Spiel mit Möglichkeiten auf beiden Seiten, allerdings mit bessere Effizienz der Moskitos, die nach einer Viertelstunde in Überzahl durch Mike Glemser in Führung gingen.

Aaron McLeod gelang direkt nach Wiederbeginn das 0:2 (22.). Schutz verkürzte nach Zuspiel von Brothers zwar auf 1:2 (24.), doch stellte McLeod postwendend den alten Abstand wieder her (28.). Es folgte die beste Phase der Eisbären, als Weißleder (28.) und Michel Maaßen (33.) sogar für den Ausgeich zum 3:3 sorgten. Doch auf Grund von katastrophalen Abwehrfehlern der Hammer setzten sich die Moskitos innerhalb von einer Minute (38.) durch Tore von Enrico Saccomani und Marc Zajic wieder auf 3:5 ab.

Das sollte spielentscheidend gewesen sein, denn trotz einer starken kämpferischen Leistung verkürzten die Eisbären im Schlussdrittel nur noch durch Weißleder (41.) auf 4:5, ließen danach mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich ungenutzt.

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