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Oberliga-Endspurt mit enormer Brisanz

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Von: Patrick Droste

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HSV-Trainer Steven Degelmann will mit seinem Team so früh wie möglich den Klassenerhalt schaffen.
HSV-Trainer Steven Degelmann will mit seinem Team so früh wie möglich den Klassenerhalt schaffen. © Reiner Mroß/Digitalbild

Es sind nicht mehr viele Spiele, die in der Hinrunde der Fußball-Oberliga zu absolvieren sind. Der SV Westfalia Rhynern muss noch fünfmal auflaufen, die Hammer SpVg gar nur viermal. Und dennoch kann in diesen Begegnungen ungemein viel passieren.

Hamm - Ein Abrutschen Richtung Abstiegsplätze, ein Sprung in die Aufstiegs- beziehungsweise Abstiegsrunde oder den Kontakt zur Spitzengruppe herstellen. Alles ist denkbar und alles ist auch möglich. „Da steckt eine Menge Brisanz drin“, bringt es Steven Degelmann, Coach der HSV, auf den Punkt.

Die Elf vom Papenloh befindet sich mit ihren 27 Zählern eindeutig in der komfortableren Situation, sie will unbedingt einen Platz unter den ersten zehn Teams ergattern und damit in der Aufstiegsrunde dabei sein. Vor der Partie am Sonntag beim Ligadritten ASC 09 Dortmund beträgt der Vorsprung auf Rang elf satte sieben Punkte. „Unser erstes Ziel ist es, Ende März unter den besten Zehn zu stehen. Das sieht aktuell gut aus. Die Mannschaft hat gut gearbeitet und hat sich ihre 27 Punkte verdient. Aber klar, wir brauchen noch ein paar Zähler“, sagt Trainer Michael Kaminski, wohlwissend, das auf seine Mannschaft mit den beiden Auswärtspartien bei den Spitzenteams aus Aplerbeck und Kaan-Marienborn sowie den Heimaufgaben gegen die abstiegsgefährdeten Mannschaften aus Holzwickede, Finnentrop/Bamenohl und Clarholz schwere Aufgaben warten. „Wir wollen das schnell in die richtige Richtung lenken und in der nächsten Woche den Grundstein legen“, so der Coach.

Rhynerns Coach Michael Kaminski peilt mit der Westfalia mindestens einen Platz unter den besten Zehn an.
Rhynerns Coach Michael Kaminski peilt mit der Westfalia mindestens einen Platz unter den besten Zehn an. © Rainer Gudra

Allerdings haben die Rhyneraner mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Nach Lennard Kleine (Riss der Patellasehne am dritten Spieltag) fällt nun mit Eduard Probst (Bänderriss im Testspiel gegen Soest) der zweite Mittelstürmer aus. „Jetzt müssen andere in die Bresche springen. Aber klar, die beiden Ausfälle wiegen schon schwer. Das ist bitter“, betont Kaminski und hofft, dass die dribbelstarken und antrittsschnellen Tom Franke und Gianluca Di Vinti das Loch gut stopfen können. „Das sind andere Spielertypen, die das auf ihre Art lösen können.“ Die Westfalia hat aber nicht nur die Qualifikation für die Aufstiegsrunde im Visier, sondern insgeheim schaut sie auch darauf, was die Spitzenteams machen. Derzeit beträgt der Abstand auf einen Aufstiegsplatz bei einem weniger absolvierten Spiel sechs Punkte. „Wir werden erst einmal unsere Aufgaben erledigen. Danach werden wir schauen, ob wir uns neue Ziele setzen können“, stellt Kaminski klar und fügt hinzu: „Das wird noch eine richtig spannende Saison. Daher mag ich diesen Modus auch sehr. Im besten Fall können wir oben angreifen. Im schlechtesten Fall rutschen wir unten noch rein.“

Zwei Szenarien für die Hammer SpVg denkbar

Auch für die Hammer SpVg gibt es zwei Szenarien. Am wahrscheinlichsten ist es, dass die HSV, die zuhause am Sonntag Siegen und dann noch den FC Gütersloh empfängt sowie auswärts in Vreden und Haltern antreten muss, nach 20 absolvierten Partien in der Abstiegsrunde weiter spielen wird. Und daher ist es das erste Ziel von Degelmann, in diesen vier noch auszutragenden Begegnungen so viele Punkte zu sammeln wie möglich. Denn angesichts der Tatsache, dass Lotte in der Regionalliga auf einem Abstiegsplatz rangiert, werden aus der Oberliga sechs Teams zurück in die Westfalenliga müssen. Und derzeit hat die HSV auf den sechstletzten Platz lediglich zwei Zähler Vorsprung.

„Wir hatten im vergangenen Sommer einen Riesenumbruch. Uns hat doch kaum jemand zugetraut, dass wir aus 16 Partien 18 Punkte einfahren können. Aber unser Kader mit den vielen jungen Spielern aus unterklassigen Vereinen hat sich toll entwickelt. Wir sind bereit und wollen alles daran setzen, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu schaffen“, erläutert der Hammer Coach, der es unbedingt vermeiden will, dass seine Mannschaft näher an die Abstiegsplätze heranrückt und am Ende auf fremde Schützenhilfe angewiesen ist: „Wir wollen ein kleines Polster haben und nicht jeden Sonntag auf die Ergebnisse der anderen schauen müssen“, so Degelmann.

Sollte die HSV aber ihren guten Lauf vom Ende des vergangenen Jahres, als sie gegen Rheine und Sprockhövel verdientermaßen zwei Dreier in Folge einfuhr, fortsetzen können, ist vielleicht sogar mehr drin. Denn aktuell beträgt der Rückstand auf Platz zehn auch nur fünf Zähler. „Das ist ein ziemliches Brett angesichts der Gesamtkonstellation. Für uns ist es schon ein Riesenerfolg, dass wir überhaupt in diese Richtung schauen können“, sagt Degelmann und will den Fokus daher erst einmal darauf legen, den Klassenerhalt frühzeitig zu sichern. „Das ist unsere Hauptaufgabe. Aber es kann auf jeden Fall noch viel passieren bis Ende März. Danach wird dann ein neues Kapitel aufgeschlagen.“

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