Handball

So endete die Dienstreise des ASV Hamm-Westfalen nach Konstanz

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Felix Storbeck

Nach zwei überzeugenden Siegen in Folge zum Saisonstart der 2. Handball-Bundesliga trat der ASV Hamm-Westfalen als Tabellenführer die Reise ins Baden-Württembergische Konstanz an. Am Ende der 60 Minuten beim dortigen Aufsteiger HSG trat die Mannschaft von Trainer Kay Rothenpieler kopfschüttelnd die Heimreise an, hatte sie beim 23:23 (13:12)-Unentschieden doch in der Schlussphase einen Fünf-Tore-Vorsprung verspielt.

Konstanz - Schon vor der Partie war klar, dass die Hammer mit arg dezimiertem Kader beim Aufsteiger würden antreten müssen. Neben Linksaußen Vyron Papadopoulos (muskuläre Probleme) und dem Rückraumlinken Oliver Milde (Knöchelprobleme) hatte mit Spielmacher Sören Südmeier (Kniebeschwerden) der dritte Akteur der vermeintlichen ersten Sieben verletzt passen müssen und war am Freitagmorgen erst gar nicht in den Bus gestiegen.

„Das ist natürlich eine Schwächung, darf aber keine Entschuldigung sein“, sagte Rothenpieler schon vor der Partie. „Zumal das an unserer Deckung ja nichts entscheidend ändert. Und die brauchen wir, um in Konstanz gewinnen zu können.“

Die Gäste hatten jedoch zunächst Mühe, in die Partie zu finden. Denn anders als in den vergangenen Begegnungen sah sich der ASV schnell mit 0:2 im Rückstand (3.). Doch die Mannschaft fing sich schnell, wurde in der Defensive immer sicherer, tat sich dafür aber vorne weiter schwer, gegen aufopferungsvoll kämpfende Hausherren.

So dauerte es bis zur 16. Minute, ehe Ivar Stavast mit seinem ersten Treffer auch die erste Hammer Führung perfekt machte (6:5). Absetzen konnten sich die Hammer aber nicht, bei denen Merten Krings auf der Spielmacherposition versuchte, für kreative Momente zu sorgen, aber zu oft zu schnell zu viel wollte.

Konstanz blieb dran, und als Fabian Wiederstein per Gegenstoß erstmals wieder die Führung für die HSG gelang (9:10/23.) – Marten Franke hatte zuvor nur die Latte getroffen –, bekamen die Gäste eine Ahnung davon, warum die Schänzle-Sporthalle gern von den heimischen Fans in „Hölle“ umbenannt wird. Als direkt danach auch noch ein Ball von Krings nur gegen das Gebälk knallte, schien die Partie in Richtung Konstanz kippen zu können. Doch der ASV fing sich wieder. Mehr noch: Er stieß genau in diesem vermeintlichen Moment der Schwäche zu und drehte das Ergebnis durch Franke und Huesmann per Tempogegenstoß wieder zur eigenen Führung (11:10/25.). Jetzt war es an HSG-Trainer Tobias Eblen, eine Auszeit zu nehmen, die aber nichts daran änderte, dass der ASV seine knappe Führung bis zur Pause verteidigte (13:12).

Schon in den letzten Minuten vor der Pause hatte Rothenpieler Stefan Lex auf Rückraum Mitte beordert, um Krings eine Verschnaufpause zu gönnen. Der Linkshänder durfte auch nach dem Wechsel dort beginnen und ließ die Gäste mit klugen Anspielen auf Jan Brosch jubeln: Es begann die stärkste Phase der Gäste.

Erstmals lag Hamm nach 32 Minuten mit zwei Treffern vorn (14:12) und hatte kurz danach die Option, noch weiter wegzuziehen – die Jan von Boenigk zum 16:13 nutzte (35.). Als Huesmann per Siebenmeter und Brosch gar auf 18:13 erhöhten (38.), hatte der Tabellenführer nach dem Wechsel einen 5:1-Lauf hingelegt – alle Trümpfe in der Hand.

Gewonnen war aber noch nichts. Der Aufsteiger stemmte sich mit aller Macht gegen die Niederlage, verkürzte auch noch einmal auf 19:16 (43.), und der Gast hatte es in dieser Phase Felix Storbeck zu verdanken, der mit seinen Paraden verhinderte, dass es noch enger wurde.

So sorgten zwei Tore von jan von Boenigk zum 21:16 (46.) wieder für mehr Sicherheit – und mehr Ruhe in der Halle. Die Konstanz mit einem 4:1-Lauf zum 23:21 (57.) wieder störte. Rothenpieler nahm die Auszeit, um den Gastgebern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die nun ihr Heil in den letzten Minuten einer offensiven Deckung suchten.  

Als von Boenigk danach nur den Pfosten traf, bekam Konstanz seine erhoffte Chance, verkürzte zwei Minuten vor dem Ende auf 23:22 und hatte Ballbesitz zum Ausgleich. Der Tom Wolf in der letzten Sekunde gelang. 

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