1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Emsdetten für den ASV das drittletzte Spiel im Aufstiegsrennen

Erstellt:

Von: Rainer Gudra

Kommentare

Schon im Hinspiel im Dezember ein ungewohnter Anblick: Jakob Schwabe (Mitte), der langjährige ASV-Kapitän, im grünen Dress des TV Emsdetten. Die Partie gewann der ASV mit 34:31.
Schon im Hinspiel im Dezember ein ungewohnter Anblick: Jakob Schwabe (Mitte), der langjährige ASV-Kapitän, im grünen Dress des TV Emsdetten. Die Partie gewann der ASV mit 34:31. © Reiner Mroß/Digitalbild

Die Zielgerade ist ja längst erreicht, doch auf dieser entwickelte sich in der 2. Handball-Bundesliga im Duell um den zweiten Aufstiegsplatz hinter Meister VfL Gummersbach kein Vollgas-Wettbewerb, sondern ein regelrechtes Schneckenrennen.

Hamm - Und zwar so schleppend, dass sich der ASV Hamm-Westfalen und die HSG Nordhorn-Lingen im Kopf-an-Kopf-Renen zuletzt sogar der aberwitzigen Vermutung ausgesetzt sahen, sie würden gar nicht aufsteigen wollen. Vor dem Gastspiel beim Abstiegskandidaten TV Emsdetten am Samstag (19 Uhr, Ems-Halle) geht deshalb auch ASV-Trainer Michael Lerscht verstärkt wieder in den Wir-schauen-nur-auf-uns-selbst-Modus.

Der TVE lässt aufhorchen

Auch das 35:34 des TVE am Mittwoch im Nachholspiel daheim gegen Dessau-Roßlau sei für ihn nicht von Belang, die Deutung überlässt er anderen: „Man kann es drehen und rechnen wie man will.“ Ja, sagt er, es mag ja sein, dass die Emsdettener dadurch im vorher fast schon aussichtslosen Kampf um den Klassenerhalt neuen Schub bekommen haben. „Aber das“, sagt er, „können wir nicht beeinflussen. Nur das Training, in dem wir uns akribisch auf den Gegner vorbereiten werden, damit wir am Samstag maximal fit ins Spiel gehen.“ In Theorie und Praxis näherten sich Lerscht und seine Mannen dem Gegner am Freitag an, wobei dieser ja bestens bekannt ist und deshalb vor allem Nuancen ausgearbeitet worden sind.

„Klar im Kopf bleiben“

„Aber wir müssen uns auf viele unterschiedliche Dinge vorbereiten, damit wir unsere Systeme möglichst sauber umgesetzt bekommen“, sagt Lerscht. Emsdetten habe eine Vielzahl von Spielern, die einer Partie den Stempel aufdrücken können. Am Mittwoch gegen Dessau war es der isländische Rückraum-Linke Orn Vesteinsson Ostenberg mit seinen elf Treffern. „Insgesamt 35 Tore gegen eine so starke Abwehr, das ist schon eine Ansage“, meint Lerscht. „Sie können auch schnelle Wechsel in der Deckung, ihre Systeme schnell ändern und besitzen Außenspieler, die im Gegenstoß Akzente setzen“, beschreibt der ASV-Trainer einige Arbeitsfelder in der Vorbereitung auf das Spiel, das von vielen als Derby eingestuft wird. Auch darauf, dass es in der Halle laut sein und Druck herrschen wird, stellt Lerscht sein Team ein: „Wir müssen da klar im Kopf bleiben.“

„Nur auf uns konzentrieren“

Der deutliche Erfolg über starke Eisenacher im letzten Heimspiel habe den Kritikern schon gezeigt, dass sein Team auf dem richtigen Weg sei: „Es ist nun einmal so, dass die Saison für die Mannschaften selten linear verlaufen. Wir müssen jetzt die Entschlossenheit und Leidenschaft nach Emsdetten transportieren“, sagt Lerscht. Die Blessuren, die sich Jan von Boenigk, Jan Brosch und Fabian Huesmann in der Schlussphase gegen Eisenach zugezogen hatten, erwiesen sich als weniger schlimm. Dass es Linksaußen Huesmann nach dem Spiel unter den Nägeln brannte, dürfte sich sogar positiv auswirken: Der „allergrößte Schwachsinn“, der da von außen herangetragen worden ist, lasse einzig die Reaktion zu, „dass wir uns jetzt nur auf uns konzentrieren müssen. Vielleicht haben wir hier und da zuletzt den Fehler gemacht, uns zu sehr mit anderen Dingen zu beschäftigen.“

Wiedersehen mit Jakob Schwabe

Einzig der Anblick des einstigen Teamkollegen Jakob Schwabe im TVE-Trikot könnte noch ein wenig vom eigentlichen Geschehen ablenken. Lerscht: „Man freut sich bei ihm ja immer auf ein Wiedersehen.“ Bei den Gastgebern, für die der Kreisläufer 34 der bisher 35 Partien bestritt, stehen bis auf die langzeitverletzten Rückraumspieler Robin Jansen und Gabor Langhans alle Akteure zur Verfügung.

Auch interessant

Kommentare