ASV trifft auf einen „unorthodoxen“ Gegner

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David Wiencek musste zuletzt krankheitsbedingt eine Trainingspause einlegen.

HAMM - Es war ein Auftritt, der für Erleichterung sorgte. Weil er den ASV Hamm-Westfalen wieder in die Spur brachte. Was keineswegs selbstverständlich war nach einem extrem schmerzhaften Tiefschlag wie der Heimpleite gegen Neuling Baunatal. Doch das 26:24 des Handball-Zweitligisten in Saarlouis war die passende Reaktion gewesen. Und der Sieg verlieh dem Team gerade rechtzeitig Rückenwind für das Heimspiel am Samstag (19 Uhr, Westpress-Arena) gegen den HC Empor Rostock.

„Wir wissen, dass wir uns ganz anders präsentieren müssen als gegen Baunatal. Wir müssen zeigen, dass das Spiel ein Ausreißer nach unten war“, sagt Trainer Kay Rothenpieler vor dem dritten Auftritt vor eigenem Publikum in dieser Saison, der endlich das ersehnte Erfolgserlebnis in Hamm bringen soll: „Wir wollen unbedingt den ersten Heimsieg.“

Und das gegen einen Gegner, der unangenehm ist. Zwar haben die Rostocker zwei Zähler weniger auf dem Konto als der mit 6:4 Punkten gestartete ASV. Aber die Hammer wissen aus den vergangenen Duellen mit dem Team von der Ostsee nur zu gut, dass ein ganz hartes Stück Arbeit wartet. „Das“, sagt Rothenpieler mit Blick auf Empor, „ist eine sehr gefährliche Mannschaft.“ Vor allem wegen der Deckung, die die Rostocker praktizieren. Und die der Hammer Coach als „unorthodox“ klassifiziert. Denn die Gäste agieren in der Abwehr offensiv, verfügen dabei über mehrere Varianten, präsentieren sich immer wieder in wechselnden Formationen – und versuchen so, ihre Kontrahenten permanent unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen, um „einfache“ Toren über die stets gefährlichen Gegenstöße zu erzielen.

Was die Gastgeber verhindern wollen. Doch dafür brauchen sie neben der nötigen Entschlossenheit nicht zuletzt ein gewisses Maß an Ruhe und Abgeklärtheit, kurz: einen kühlen Kopf. Um eben nicht in die Hektik zu verfallen, die die Rostocker mit ihrer aggressiven Abwehr produzieren wollen. Zwar bereitete Rothenpieler seine Spieler im Training auf die ungewohnten Aufgaben vor, weiß aber auch, dass „man den Stressfaktor eines Spiels nur schwer simulieren kann“. Taktische Gegenmaßnahmen allerdings sehr wohl, weshalb der Coach hofft, mit seinem Team über die passenden Lösungsmöglichkeiten zu verfügen. Eine könnte beispielsweise die Variante mit mehreren Kreisläufern sein, die der ASV in dieser Saison bereits ein ums andere Mal genutzt hat. Allerdings ist der Einsatz des angeschlagenen Jan Brosch fraglich. Ansonsten fehlt weiter nur Linksaußen Joscha Ritterbach, David Wiencek konnte zuletzt wegen eines Infekts kaum trainieren.

Doch um gegen Rostock zwei Punkte einzufahren, ist neben Faktoren wie Leidenschaft, stabiler Deckung, hohem Tempo und niedriger Fehlerquote vor allem eins erforderlich, sagt Rothenpieler: Selbstbewusstsein. Und das tankte das Team genau rechtzeitig in Saarlouis, weil „wir da verdient gewonnen haben“, bemerkt der 43-Jährige.

Das Auf und Ab in den vergangenen beiden Partien ist für Rothenpieler ein Signal dafür, dass dem ASV, auch den „Häuptlingen“ in dem ansonsten jungen Team, noch die nötige Konstanz fehlt. Wobei zumindest Ondrei Zdrahalas Formkurve in Saarlouis wieder nach oben zeigte, zudem setzte Markus Fuchs Akzente. Insgesamt aber „sind wir noch nicht so zusammengewachsen, dass alle Automatismen greifen“, sagt Rothenpieler. „Daher müssen wir mal mit einem absoluten Ausreißer leben, so weh er auch tut.“ Was allerdings nicht für die Partie am Samstag gelten soll. - fh

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