Eishockey

Daniel Galonska freut sich über neuen Vertrag bei den Grizzlys in Wolfsburg

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Daniel Galonska bei der Arbeit: Der Nachwuchskoordinator der Grizzlys Wolfsburg erhielt zuletzt einen neuen unbefristeten Vertrag beim DEL-Klub.

Seit zweieinhalb Jahren ist Daniel Galonska Nachwuchstrainer beim Eishockey-Klub Grizzlys Wolfsburg. Jetzt hat der 38-jährige Hammer einen neuen Vertrag bei dem DEL-Vertreter unterzeichnet: unbefristet.

Wolfsburg – Gerade ist Daniel Galonska auf dem Weg zum Training, als das Handy schellt. Nicht, dass in Wolfsburg die Corona-Uhren anders ticken. Die Eishalle ist auch dort für den Amateursport geschlossen, die Eisfläche steht nur den DEL-Profis der Grizzlys zur Verfügung. Nicht aber dem Jugendcoach und seinen Mannschaften. Galonska kümmert sich in Lockdown-Zeiten intensiv um den eigenen Nachwuchs. „Wir haben uns zusätzlich zu unserer Australian-Shepherd-Hündin Lotte noch einen Labrador-Welpen namens Monte zugelegt“, sagt der gebürtige Hammer lachend. „Die zwei Stunden mit den beiden draußen – das ist wie Nachwuchstraining.“

Mit dem Eishockey-Nachwuchs klappte das Training in den vergangenen zweieinhalb Jahren, in denen Galonska nun im Nachwuchsbereich der Grizzlys arbeitet, so gut, dass sich die Vereinsverantwortlichen dazu entschlossen haben, den Vertrag mit dem 38-Jährigen nicht nur für ein weiteres Jahr, wie sonst meist üblich, zu verlängern, sondern diesen in einen unbefristeten umzuwandeln. „Jetzt zu klagen, hieße für mich meckern auf hohem Niveau“, gibt Galonska daher zu, dass er in diesen „verrückten Zeiten“ deutlich weniger Probleme hat, als die meisten Menschen auf der Welt. „Ich weiß das sehr zu schätzen. Denn so ein Vertrag ist im Sportbereich eher unüblich.“

Das erste Jahr hätte nicht besser laufen können

Genauso unüblich wie die Tatsache, dass es im Eishockey-Winter eine so lange Pause gibt. „Wir haben zwar seit November kein Eistraining mehr. Aber ich finde es klasse hier“, lässt er sich dennoch nicht entmutigen. „Sicher war es ein langer Schritt aus Iserlohn, wo ich viel gelernt habe, in ein neues Umfeld nach Wolfsburg zu gehen. Aber schon das erste Jahr hätte gar nicht besser laufen können.“

Damals hat Galonska, der im Ammerweg mit Blick auf die Hammer Eishalle aufgewachsen ist, die Wolfsburger U13 übrnommen, „mit dem Stand, dass die eigentlich aus der höchsten Liga in Niedersachsen abgestiegen wären“, erinnert sich der frühere Defensivspieler und Trainer der Eisbären. „Da habe ich gesagt, erwartet keine Wunderdinge – woraus dann die Meisterschaft wurde.“ Gleichzeitig gelang ihm als Co-Trainer das Kunststück, mit der U17 aus der Bundesliga B in die A aufzusteigen. „Ein ganz gutes erstes Jahr“, urteilt der Coach, der parallel die Trainer-A-Lizenz gebaut hat. „Im zweiten Jahr habe ich mit der U13 und U15 nicht ein Spiel verloren – das war dann noch mehr der Wahnsinn. Und dieses Jahr, das kannst du halt nicht zählen.“

Es reichte zumindest dafür, das absolute Vertrauen der Verantwortlichen zu erlangen, sich im Umfeld endgültig zu akklimatisieren und als hauptamtlicher Trainer und Nachwuchskoordinator in Wolfsburg fest auf den Schlittschuhen zu stehen. „Zu meinen Aufgaben gehört es künftig, die Pläne für die sportliche Entwicklung, wann wer was können soll, zu erstellen“, sagt er.

Mit dem langjährigen Wolfsburger Profi Christoph Höhenleitner hat er zudem einen Partner zur Seite bekommen, „der mich im ersten Jahr schon begleitet hat und zu dem mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden ist. Das macht das Arbeiten hier um so schöner.“

Daher hat sich Galonska auch nicht groß um andere Angebote gekümmert. Auch, wenn diese durchaus ins Haus geflattert sind. „Es gab ein paar Mitbewerber, wie jedes Jahr“, sagt er. „Aber am Ende zählen andere Dinge mehr als vielleicht der eine oder andere Euro mehr.“

Zu wenig Trainingszeiten

Während viele Städte um ihre Eishallen und deren Erhalt bangen und kämpfen müssen, bewegt sich Galonska in anderen Sphären. „Eine zweite Eisfläche täte uns gut“, hofft er, dass die Verhandlungen mit der Stadt auf Dauer zu einem positiven Ergebnis führen. „Denn de facto haben wir zu wenig Trainingszeiten. Und wenn unsere U20 aufsteigen sollte und dann auf Mannschaften wie Rießersee oder Füssen trifft, würden die uns den Vogel zeigen, wenn sie bei uns Samstagabends um 20 Uhr antreten müssten.“

Noch größer ist aktuell allerdings das Problem, den zahlreichen Wolfsburger Eishockey-Nachwuchs bei Laune und fit zu halten. „Wir machen online Training von der U20 bis zur U7, mit Video-Meetings. Je älter die Spieler werden, desto mehr Hilfsmittel werden eingesetzt“, sagt er. „Das machen wir dreimal in der Woche. Das ist ja kein Training im herkömmlichen Sinn, zeigt den Jungs aber zumindest, dass sie noch Eishockeyspieler sind.“

Die Arbeit des DEL-Profiteams, das derzeit in der geteilten Liga in der Nord-Gruppe auf Platz drei rangiert, und seiner Trainer nimmt Galonska nur als Zuschauer wahr. „Die haben fünf Coaches, da sind wir aus dem Nachwuchsbereich nicht angebunden und haben keinen Einfluss“ sagt er. „Christoph und ich gucken uns aber die Partien an und unterhalten uns darüber.“ Vielmehr spielen die beiden durch, wie eine möglichst baldige Rückkehr aufs Eis aussehen und wie der Plan für die nächsten Jahre gestaltet werden sollte.

Kontakt zur Hammer Heimat ist wichtig

Der Kontakt zur Heimat Hamm ist Galonska weiter wichtig, auch wenn er sich sehr wohl in Wolfsburg fühlt. „Ich verfolge jedes Spiel und Ergebnis der Eisbären“, sagt der 38-Jährige. „Die haben sich zu meiner Zeit zwar stark verändert. Aber mit Spielern wie Sebastian May, Tim Pietzko und Ibrahim Weißleder oder mit Werner Nimmert habe ich noch Kontakt. Wenn ich in Hamm bin, gucke ich gerne in der Halle vorbei. Und mein Vater wohnt ja auch noch dort. Und egal, wohin mein Weg noch führen wird – in Hamm sind meine Wurzeln. Und ich wäre auch nicht abgeneigt, in ein paar Jahren zurück zu kommen.“

Dass die Arbeit im Seniorenbereich eine ganz andere ist, weiß Galonska. „In den Jugendmannschaften arbeitest du immer mit anderen Kids, bist eher als Lehrer gefragt“, weiß er. „Dazu gehört es, nicht nur Eishockey, sondern auch die Werte drumherum zu vermitteln. Du entwickelst den Menschen, weil die Jungs die Lektion ein Leben lang behalten. Bei den Senioren bringst du keinem mehr bei, wie man Schlittschuh läuft. Da geht es eher um Spielphilosophie, was wird vom Spieler erwartet – auch eine Herausforderung.“ Doch im Moment hat er genug zu tun. Bei den Grizzlys – und mit Lotte und Monte, natürlich.

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