Eishockey

Dieser Verteidiger ist ein Glücksgriff für die Eisbären

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Ein ruhender Pol in der Abwehr: Eisbären-Verteidiger Jonas Behrens (links) spielt mit 19 Jahren in der Defensive des Eishockey-Regionalligisten sehr abgeklärt.

Er ist erst 19 Jahre alt, in der Defensive aber schon eine der wichtigen Stützen im Team der Hammer Eisbären. Der Ex-Hamburger Jonas Behrens, der seit September das Trikot des Eishockey-Regionalligisten trägt, fühlt sich inzwischen wohl in Hamm und würde seinen Vertrag gerne verlängern.

Hamm – Für die Hammer Eisbären war die Verpflichtung von Jonas Behrens ein echter Glücksgriff. Als sich der Verteidiger im vergangenen Sommer beim Eishockey-Regionalligisten meldete, um ein Probetraining in Werries zu absolvieren, wussten die Hammer Verantwortlichen nicht, welches Juwel sich da auf dem Eis präsentieren würde. Trainer Ralf Hoja erkannte aber sehr schnell die Stärken des jungen Verteidigers und sprach sich spontan für eine Verpflichtung aus.

Geht es nach Manager Jan Koch, dann werden die Hammer den Vertrag mit dem talentierten Defensivmann möglichst zeitnah verlängern. „Jonas ist ein technisch sehr gut ausgebildeter Spieler, ein starker Schlittschuhläufer, der trotz seines Alters auf dem Eis sehr ruhig und besonnen agiert und auch in kritischen Situationen nie in Hektik verfällt“, lobt Koch die Qualitäten des Verteidigers, der maßgeblichen Anteil daran besaß, dass die Eisbären in der Regionalliga-Vorrunde die wenigsten Gegentreffer kassierten. Wie Koch bestätigt, sollen die Gespräche mit Behrens noch während der Playoffs intensiviert werden.

Behrens absolviert Informatik-Studium in Hamm

Behrens selbst sieht seine sportliche Zukunft ebenfalls in Hamm, zumindest vorerst. „Ich würde am liebsten die nächsten drei Jahre bei den Eisbären spielen, ich fühle mich hier wohl“, sagt der Nachwuchsmann, der derzeit ein Informatik-Studium an der Hochschule Hamm-Lippstadt absolviert. Was danach kommt? „Das wird man dann sehen. Wenn ich irgendwann einmal nach Abschluss des Studiums aus beruflichen Gründen den Standort wechseln müsste, würde ich es natürlich gerne in einer höheren Liga versuchen“, sagt Behrens.

Als Siebenjähriger hat er einmal mit einem Freund ein DEL-Heimspiel der Hamburg Freezers in der O2-Arena in Hamburg besucht und war gleich fasziniert von dieser Sportart. „Wir sind dann gemeinsam zum Training gegangen, ich bin dabei geblieben, mein Kumpel hat schnell wieder aufgehört“, erzählt Behrens, der im schleswig-holsteinischen Uetersen vor den Toren Hamburgs „mit Blick auf viele Kühe und Maisfelder“, wie er selbst sagt, aufwuchs. 

Eishockey Regionalliga Hammer Eisbären – Soester EG

Mit 15 Jahren Wechsel in Hockey Academy in Kanada

Durch das Eishockey hat er seine ländliche Idylle aber auch verlassen und den Horizont erweitern können. Schon mit 15 Jahren ging er nach Kanada, genoss mehrere Monate in Banff in der Nähe von Calgary die Ausbildung in einer Hockey Acadamy. „Eine fantastische Zeit, auch wenn es nicht leicht war ohne Eltern“, erzählt Behrens. „Die Gegend war traumhaft schön, wir haben auf einem Berg in einem Internat gelebt, in dem es neben der Schule vor allem um Eishockey ging.“

Auch sportlich folgte eine positive Entwicklung, denn der Norddeutsche schaffte anschließend im Trikot der Young Freezers in Hamburg den Sprung in die deutsche U16-, später in die U18-Nationalmannschaft. 2015 stellte er sich in der Akademie von Red Bull in Salzburg vor, in der nur talentierte Fußballer oder Eishockey-Spieler aufgenommen werden. Behrens schaffte den Sprung, spielte im Jugendbereich weiter Eishockey auf höchster Ebene.

Berufliche Zukunft war ein Grund für Wechsel zu den Eisbären

Doch ein Jahr später kehrte er erneut nach Hamburg zurück, jagte in der Regionalliga Nord für den Hamburger SV dem Puck nach. „Für mich war es jetzt auch wichtig, an meine berufliche Zukunft zu denken“, berichtet der Verteidiger. Glück für die Hammer, dass es ihn aus Studiengründen nach Hamm zog. Kontakte zu den Eisbären hatte Andre Kuchnia geknüpft, der im August 2018 aus beruflichen Gründen zunächst von den Eisbären in die Hansestadt gewechselt war, aber schon nach wenigen Wochen wieder nach Werries zurückkehrte.

Höhere Ambitionen hegt Behrens derzeit nicht. „Mit den Eisbären kann ich auf einem Niveau spielen, das mir momentan durchaus zusagt“, beteuert der ehemalige Junioren-Nationalspieler, der mit den Hammer Eisbären jetzt die Regionalliga-Meisterschaft anstrebt. „Das ist unser großes, gemeinsames Ziel“, betont Behrens, der am Freitagabend im Heimspiel gegen den Neuss mit seiner Mannschaft den vorzeitigen Halbfinal-Einzug perfekt machen will. „Wir wollen am Sonntag nicht mehr nach Neuss fahren“, erklärt der ehrgeizige Verteidiger aus Schleswig-Holstein.

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