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Eisbären holen sich Verstärkung von den Indians

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Von: Peter Schwennecker

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Eisbären-Manager Jan Koch und Trainer Jeff Job (rechts) stellten Neuzugang Artjom Alexandrov beim Training in der Eishalle vor.
Eisbären-Manager Jan Koch und Trainer Jeff Job (rechts) stellten Neuzugang Artjom Alexandrov beim Training in der Eishalle vor. © Schwennecker

Eishockey-Oberligist Hammer Eisbären hat den Deutsch-Russen Artjom Alexandrov verpflichtet, der zu Beginn der Woche seinen Vertrag bei den Hannover Indians aufgelöst hatte. Der 23-jährige Stürmer wird die Eisbären schon am Freitag in Herne verstärken.

Hamm – „Manchmal“, sagt Jan Koch, „kann es auf einmal ganz schnell gehen.“ Noch am Sonntag nach der 1:3-Niederlage gegen die Leipziger IceFighter hatte der Manager des Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären Fragen nach möglichen Verstärkungen mit dem Hinweis beantwortet, dass der Markt derzeit nichts hergeben würde. Jetzt sind die Verantwortlichen des personell arg gebeutelten Tabellenvorletzten doch fündig geworden. Ab sofort trägt Artjom Alexandrov das Trikot der Eisbären.

Debüt am Freitag in Herne

Der 23-jährige Deutsch-Russe löste am Montag seinen erst im Sommer abgeschlossenen Vertrag mit den Hannover Indians im beiderseitigem Einvernehmen auf. Am Dienstagabend unterschrieb der Stürmer einen neuen Kontrakt in Hamm, trainierte anschließend bereits erstmals mit der Mannschaft. „Er hat seinen Pass mit dem Vermerk Freigabe gleich mitgebracht, wir haben die Unterlagen sofort nach Düsseldorf geschickt“, geht Koch davon aus, dass Alexandrov schon am Freitag (20 Uhr) im schweren Auswärtsspiel bei den Herner Miners spielberechtigt sein wird und am Sonntag (18.30 Uhr) dann sein Debüt vor heimischen Fans gegen die Tilberg Trappers geben wird.

Alexandrov durchlief die Eishockeyschule am Seilersee in Iserlohn, spielte in verschiedenen Nachwuchsmannschaften des sauerländischen DEL-Klubs, danach noch zwei Jahre in der DNL für den Kölner EC.

Vier Jahre in Russland gespielt

Mit 18 Jahren wechselte er in die höchste russische Nachwuchsliga, absolvierte dort jeweils eine Saison für Kutznetskie Medvedi, Krasnojarskie Rysi, Atlanty Mytishchi und Taifun Primorsky Kai. In der letzten Spielzeit gelangen ihm in 64 Spielen 48 Scorerpunkte, darunter 28 Tore. 2019 kehrte er zurück nach Deutschland, lief zunächst eine Saison in der Oberliga Nord für den Herner EV auf, wechselte anschließend in die Südgruppe zum Höchstadter SC, bevor er in Hannover bei den Indians anheuerte. Wie Koch bestätigt, hatten die Eisbären bereits vor Beginn der laufenden Saison mit dem in Nürnberg geborenen Angreifer verhandelt. „Zu diesem Zeitpunkt sind wir uns aber nicht einig geworden. Artjom wollte versuchen, sich bei einem Spitzenklub wie den Hannover Indians durchzusetzen“, berichtet der Hammer Manager. Doch das klappte nicht so, wie er es sich erhofft hatte. Fünf Spiele bestritt er für die Indians, rutschte aber schnell in die vierte Reihe bei den Niedersachsen ab und erhielt kaum Eiszeiten. „Unser Coach Jeff Job hatte schon vor zwei Wochen wieder Kontakt zu Artjom“, erzählt Koch. „Er ist der Meinung, dass Alexandrov auf jeden Fall eine Verstärkung für uns sein wird und uns weiterhelfen kann.“

Eine Iserlohner Fahrgemeinschaft

Mit der Aussicht auf eine bessere sportliche Perspektive bei den Eisbären bat der Stürmer die Verantwortlichen der Indians darum, den Vertrag aufzulösen. „Artjom will jetzt bei uns einen Neuanfang starten, in Hamm auf jeden Fall mehr Eiszeit als in Hannover erhalten“, betont Koch. Der Spieler wird in Iserlohn wohnen und kann daher mit Mike Ortwein und dem derzeit verletzten Maximilian Otte eine Fahrgemeinschaft bilden, um zum Training nach Hamm zu kommen.

Übrigens hat Artjoms Vater Igor Alexandrov zum Abschluss seiner sehr erfolgreichen Karriere in der Saison 2010/11 sechs Mal das Trikot von Lippe Hockey Hamm in der Oberliga West getragen. Er bestritt von 1997 bis 2005 in der DEL insgesamt 420 Spiele für die Nürnberger Ice Tigers, Kölner Haie, Hannover Scorpions und Iserlohn Roosters, erzielte dabei 127 Tore.

Geht es nach Jan Koch, soll Alexandrov nicht die letzte kurzfristige Verpflichtung der Eisbären bleiben, die noch zwei freie Plätze im Kader haben. „Es muss aber sportlich, menschlich und auch finanziell passen“, meint der Manager. Auch wenn der Markt derzeit nicht viel hergibt, manchmal kann es ja doch ganz schnell gehen…

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