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Eisbären melden „Königstransfer“ aus der DEL2

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Von: Peter Schwennecker

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Mit der Verpflichtung von Kevin Lavallee  ist  dem Sportlichen Leiter der Hammer Eisbären, Ibrahim Weißleder, ein weiterer Coup gelungen.  Der Topstürmer bringt geballte Erfahrung aus vielen Jahren DEL2 mit.
Mit der Verpflichtung von Kevin Lavallee ist dem Sportlichen Leiter der Hammer Eisbären, Ibrahim Weißleder, ein weiterer Coup gelungen. Der Topstürmer bringt geballte Erfahrung aus vielen Jahren DEL2 mit. © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Gawlik

Mit der Verpflichtung von Kevin Lavallee ist dem Sportlichen Leiter der Hammer Eisbären, Ibrahim Weißleder, ein weiterer Coup gelungen. Der Topstürmer bringt geballte Erfahrung aus vielen Jahren DEL2 mit.

Hamm – So ein bisschen Stolz ist im Unterton schon zu vernehmen, wenn Ibrahim Weißleder, Sportlicher Leiter der Hammer Eisbären, über die Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison spricht. Weißleder sind bereits einige gute Transfers gelungen, die neue Mannschaft von Trainer Jeff Job dürfte auf jeden Fall konkurrenzfähiger sein als in den beiden ersten Oberliga-Jahren, die für die Hammer jeweils abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz endeten.

„Unser Team ist jetzt nahezu komplett“, betont Weißleder und verkündet im gleichen Atemzug einen weiteren Neuzugang, der auch bei der Konkurrenz in der dritthöchsten deutschen Eishockey-Liga durchaus für Erstaunen sorgen wird. Kevin Lavallee kommt vom DEL2-Klub Eispiraten Crimmitschau nach Hamm und wird mit seinen 37 Jahren und 291 Einsätzen im DEL-Unterbau geballte Erfahrung mitbringen. Aber auch Qualität, wie Weißleder betont, der deshalb von einem „Königstransfer“ spricht. „Die Verpflichtung von Kevin ist das Sahnehäubchen auf unserer Torte“, betont der Sportliche Leiter. „Wir haben jetzt zwei Sturmreihen mit Topleuten besetzt.“

Mit 37 Jahren immer noch topfit

Das Alter des Deutsch-Kanadiers hat Weißleder bei seinem intensiven Werben nicht abgeschreckt. „Ich kenne Kevin, seit wir vor zwölf Jahren in Freiburg zusammen in einem Team gespielt haben. Er ist immer noch topfit. Es gibt kaum einen anderen Spieler, der mit 37 Jahren in so einer ausgezeichneten körperlich Verfassung ist. Für uns wird er eine sehr große Verstärkung sein.“

Lavallee lagen zuletzt auch einige Angebote aus der DEL2 vor. In dieser Klasse trug er die Trikots des EC Bad Nauheim, der Lausitzer Füchse, der Heilbronner Falken und zuletzt auch der Eispiraten Crimmitschau. In 291 Spielen erzielte er 103 Tore, gab 125 Vorlagen. „Für Hamm habe ich mich entschieden, weil ich Ibo aus den gemeinsamen Tagen in Freiburg noch sehr gut kenne. Der Kontakt ist eigentlich nie abgerissen. Zudem wollte ich wieder unbedingt näher an meiner Heimatstadt Bad Nauheim sein, damit ich auch während der Saison meine Familie öfter besuchen kann.“

Hamm eine interessante Challenge

Das sportliche Abschneiden der Eisbären in den beiden ersten Oberliga-Jahren spielt für Lavallee überhaupt keine Rolle. „Ich bin ein Mann, der nur nach vorn sieht. Es ist doch für mich eine richtig interessante Challenge, wenn ich den Hammern dabei helfen kann, erfolgreicher zu sein. Darauf freue ich mich“, betont der Routinier. Der war 2007 nach Europa gekommen, um ein paar Jahre lang mit Eishockey Geld zu verdienen. „Damals habe ich nicht damit gerechnet, dass ich hier einmal hängen bleibe“, erzählt der Stürmer.

Zunächst war er in den Niederlanden bei den Pecoma Grizzlies Groningen gelandet. „Das war ein geiles halbes Jahr“, berichtet Lavallee. „Eine tolle Stadt, sehr nette Leute, aber dann kam leider die Insolvenz.“ Lavallee wechselte nach Bad Nauheim, wo er seine spätere Frau kennenlernte. „Die wohnte gegenüber von meinem Apartment. Das ging ganz schnell“, erinnert sich der Kanadier. Deshalb ist Bad Nauheim zu seinem Lebensmittelpunkt geworden. Sein Sohn ist inzwischen acht Jahre alt, doch zum Eishockey konnte er den Filius bisher nicht überreden. „Er hat es mal versucht, doch er spielt jetzt lieber Fußball“, sagt Lavallee.

Ausbildung als IT-Systemelektroniker

Die Eishalle in Hamm ist ihm übrigens bestens bekannt. Dort trat er schon einige Male mit der EG Diez-Limburg an, bei der er es drei Jahre aushielt. „Limburg hat mir damals die Ausbildung zum IT-Systemelektroniker ermöglicht, die ich auch erfolgreich abgeschlossen habe“, bestätigt der Familienvater. „Doch danach wollte ich unbedingt wieder Profi werden, weil ich einfach zu gerne Eishockey auf hohem Niveau spiele. Deswegen erfolgte anschließend der Wechsel nach Crimmitschau.“

Wobei er durchaus froh ist, dass er als Sicherheit eine berufliche Ausbildung hat. Doch bevor er in diesen Beruf zurückkehrt, möchte er weiter ein paar Jahre Eishockey spielen. „Ich bin im besten Alter und habe einfach sehr viel Spaß. Ich will das noch ein paar Jahre machen“, sagt La-vallee. Der freut sich jetzt besonders auf das Wiedersehen mit seinem Landsmann Kyle Brothers, mit dem er zusammen in Diez spielte. „Wir haben dort aber nicht in einer Reihe gestanden, sondern waren nur bei Überzahl gemeinsam auf dem Eis“, erzählt der Hammer Neuzugang.

Platz für einen Verteidiger

Er ist jetzt der 21. Akteur im neuen Kader der Eisbären. Laut Weißleder ist aktuell nur noch ein Platz für einen weiteren Verteidiger frei. „Da haben wir vielleicht noch Bedarf“, sagt der Sportliche Leiter, der sich auch in dieser Hinsicht in aussichtsreichen Gesprächen befindet. „Es gibt einige Kandidaten, mit denen wir derzeit in Verhandlungen stehen. Mal abwarten, was daraus wird.“

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