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Vertragsverlängerung mit Knalleffekt

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Von: Peter Schwennecker

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Der Amerikaner Chris Schutz trägt auch in der kommenden Saison das Trikot der Hammer Eisbären.
Der Amerikaner Chris Schutz trägt auch in der kommenden Saison das Trikot der Hammer Eisbären. © Robert Szkudlarek

Diese Vertragsverlängerung sorgt für Aufsehen. Der torgefährlichste Stürmer der Eishockey-Oberliga, Chris Schutz, trägt auch in der kommenden Saison das Trikot der Hammer Eisbären.

Hamm – Nach der Vertragsverlängerung mit Torhüter Daniel Filimonow und Verteidiger Marcus Gretz ist Ibrahim Weißleder, Sportlicher Leiter des Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären, mit Blick auf die kommende Saison ein weiterer großer Coup gelungen. Der Amerikaner Chris Schutz, mit 50 Treffern in 48 Spielen der mit Abstand erfolgreichste Torschütze der dritthöchsten deutschen Liga, wird auch in der kommenden Saison das Trikot der Eisbären tragen.

„Ich bin froh, dass Chris mir das Vertrauen schenkt“, freut sich Weißleder über die Einigung mit dem 26-jährigen Texaner, der erst im September von den Tulsa Oilers aus der ECHL nach Hamm gewechselt war. „Ein Spieler seiner Qualität hätte auf jeden Fall in einer höheren Liga unterkommen können. Er ist der Mann, der vorangeht. Wenn so ein Spieler unterschreibt, dann setzt das auf jeden Fall ein Zeichen. Ich gehe mal davon aus, dass noch weitere Jungs diesem Beispiel folgen werden.“

Schnell einig geworden

Die Gespräche mit Schutz waren keineswegs kompliziert. „Wir sind uns relativ schnell einig geworden. Viel zu verhandeln gab es eigentlich nicht“, bestätigt der Sportliche Leiter. „Ich habe ihm gesagt, was ich vor habe. Er hat Bock drauf. Da haben wir uns eigentlich relativ schnell gefunden.“

Schutz selbst bestätigte, dass es auch andere Anfragen aus höheren Ligen gegeben habe. „Doch ich mag die Oberliga und vor allem unser Team“, beteuert der Stürmer. „Ich würde sehr gerne dabei helfen, dass wir uns weiter entwickeln und erfolgreicher auftreten können.“

Dass er sich auf ein weiteres Jahr in Hamm freut, liegt auch an der guten Stimmung im Team und dessen Umfeld. „Ich fühle mich hier sehr wohl. Es ist alles sehr familiär. Deswegen habe ich mich dazu entschieden, hier zu bleiben.“

Es geht um die Mannschaft

Aus rein sportlicher Sicht ist er natürlich nicht zufrieden, auch wenn er selbst zu den Topscorern der Oberliga zählt, sich dort bereits einen sehr guten Namen erkämpft hat. Dass die Eisbären am Ende abgeschlagen den letzten Platz belegten, wurmt ihn. „Trotz meiner vielen Tore bin ich schon ein bisschen enttäuscht, wenn ich auf die Runde zurückblicke“, sagt Schutz. „Es geht ja schließlich in erster Linie um die Mannschaft. Wir waren nicht sehr erfolgreich. Es gab Höhen und Tiefen, dennoch hatten wir als Team durchaus auch Spaß.“

In erster Linie machte er das große Verletzungspech, das die Eisbären fast die gesamte Saison über verfolgte, für das schwache Abschneiden verantwortlich. Nur ganz selten habe man in einer guten Besetzung spielen können. „Wir mussten oft mit nur zwei Reihen gegen Topteams anlaufen, die mit vier kompletten Blöcken angetreten sind“, erinnert sich der Angreifer. Er ist aber fest davon überzeugt, dass die Eisbären in der kommenden Saison eine stärkere Truppe stellen werden. „Da vertraue ich dem neuen Management mit Ibrahim. Er hat sehr gute Beziehungen.“

Im Sommer in Texas

Bis April wird Schutz in Deutschland bleiben, bevor es ihn zurück in die texanische Heimat ziehen wird, wo er den Sommer verbringen möchte. Bis dahin will er auch noch etwas von Deutschland sehen. Dortmund, Köln und Berlin hat er schon besucht. „Ich würde mir jetzt gerne auch noch zeitnah München ansehen“, sagt Schutz. „Und vielleicht mach ich von da aus auch noch eine Stippvisite nach Italien.“ In den USA will er sich in den heißen Monaten mit Skaten fithalten, zudem die Gelegenheit nutzen, viel Freizeit mit seinen Freunden zu verbringen. Zudem will er einen Deutschkurs belegen, damit er bei seiner Rückkehr nach Hamm zur Saisonvorbereitung etwas mehr als „Guten Tag“ oder „Danke“ sagen kann.

Geht es nach Ibrahim Weißleder, soll der US-Amerikaner nicht der letzte Leistungsträger sein, der weiter an den Verein gebunden wird. „Ich würde am liebsten das eingespielte Trio mit Schutz, Kyle Brothers und Jesse Roach halten“, lautet der Wunsch des Sportlichen Leiters. Der Kanadier Brothers, der erst nach dem Jahreswechsel aus Diez-Limburg nach Hamm gewechselt war, wurde mit 102 Punkten (35 Tore/67 Assists) Topscorer der Oberliga Nord. Schutz landete in dieser Liste mit 78 Punkten (50/28) auf Rang sieben. Roach buchte insgesamt 47 Zähler (9/38). „Zusammen waren sie wohl die erfolgreichste Reihe der Oberliga“, meint Weißleder, der sich derzeit in Gesprächen mit den Sturmpartnern von Schutz befindet. „Was dabei rauskommt, wird man sehen“, sagt der Sportliche Leiter. „Ich beteilige mich nicht an Spekulationen, melde nur Tatsachen.“

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