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Keine Partystimmung auf Bierzeltbänken

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Von: Peter Schwennecker

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Das Tor von Marvin Nickel stand im Heimspiel gegen Rostock unter Dauerbeschuss.
Das Tor von Marvin Nickel stand im Heimspiel gegen Rostock unter Dauerbeschuss. © Bruse

Die Hammer Eisbären kassierten am Dienstagabend vor 623 Zuschauern mit dem 0:9 (0:2, 0:3, 0:4) gegen die Rostock Piranhas die höchste Saisonniederlage. „Wir haben blöde ausgesehen. Das ist bitter für die Leute, die in der Halle waren“, meinte nach der Partie Eisbären-Coach Jeff Job

Hamm – Die Stehplatzränge wurden mit Bierzeltbänken in Sitztribünen umgewandelt, aber Partystimmung wollte bei den Hammer Eisbären im letzten Heimspiel des Jahres nicht aufkommen. Die Mannschaft von Trainer Jeff Job kassierte mit dem 0:9 (0:3, 0:2, 0:4) gegen die Rostock Piranhas die höchste Saisonniederlage in der Eishockey-Oberliga Nord und bleibt weiter abgeschlagen das Schlusslicht.

„Die Rostocker waren an diesem Abend eine Klasse besser. Das muss man auch einmal anerkennen“, meinte Hamms Manager Jan Koch, warb aber gleichzeitig um Verständnis für das Kollektivversagen. „So wie unser Team spielt eine Mannschaft, die als Rumpftruppe innerhalb von sechs Tagen bereits das dritte Spiel bestreiten muss.“

Tolle Unterstützung von den Fans

Immerhin durften die Hammer auch nach der neuen, verschärften Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen 623 Zuschauer in der Eishalle in Werries begrüßen. 750 Fans auf Sitzplätzen hatten die Ordnungsbehörden der Stadt offiziell zugelassen. Eine Regelung, die jetzt erst einmal bis zum 12. Januar gilt und mit der sich die Eisbären durchaus anfreunden können. Da es in der Halle lediglich 320 feste Sitzschalen gibt, wurden über einen Sponsor zahlreiche Bänke besorgt, die am Nachmittag vor der Partie gegen Rostock mit Unterstützung der Fans aufgestellt wurden. „Kraft und Nerven hat diese Aktion nicht gekostet, weil man das gerne macht und wir von den Anhängern auch großartig unterstützt wurden“, meinte Eisbären-Manager Jan Koch, der auch die gute Kommunikation mit den zuständigen Ordnungsbehörden in Hamm lobte.

Was einmal mehr nicht passte, war das Kräfteverhältnis auf dem Eis, obwohl die Gastgeber zwei Tage nach der 2:7-Niederlage in Erfurt diesmal auch wieder auf Fabian Calovi, Mike Ortwein und Igor Furda zurückgreifen konnten. So standen dem Coach immerhin fünf Verteidiger und acht Stürmer zur Verfügung.

Rostock mit enormem Druck

Von Anfang an sorgten die Rostocker Parinhas für enormen Druck, legten gleich ein hohes Tempo vor und erwischten Torhüter Marvin Nickel nach nicht einmal zwei Minuten kalt, als er einen eigentlich harmlosen Schuss von Dante Hahn zum 0:1 passieren ließ. Die Eisbären kamen im ersten Durchgang kaum aus dem eigenen Drittel, besaßen lediglich eine gute Chance durch Chris Schutz, das sogar in Unterzahl nach einem schnellen Konter. Rostocks Trainer Chris Stanley konnte seiner Mannschaft lediglich vorwerfen, dass sich die Überlegenheit nicht im Ergebnis ausdrückte. Mit dem 0:2, das Tom Pauker (6.) erzielte, waren die Hammer noch gut bedient.

Die fast schon erdrückende Dominanz der Gäste von der Ostsee hielt auch im zweiten Drittel an. Das Tor von Nickel stand unter Dauerbeschuss. August von Ungern Sternberg Kuzara, der Mann mit dem längsten Namen in der Liga, gelang das 0:4 nach einem Solo (36.). Der Ex-Hammer Gianluca Balla traf (40.) zum 0:5.

Der Schlussabschnitt wurde für die Piranhas zum Schaulaufen. Die in allen Belangen unterlegenen Eisbären kassierten weitere Treffer durch Lukas Koziol (48.), Hahn (57.), Balla (58.) und Pauker (60.) zum 0:9-Endstand.

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