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Eisbären-Trainer Jeff Job wird richtig laut

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Von: Peter Schwennecker

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Eine bittere Bauchlandung erlebten die Eisbären auch im Heimspiel gegen Krefeld.
Eine bittere Bauchlandung erlebten die Eisbären auch im Heimspiel gegen Krefeld. © Bruse

Sechs Zähler hatten sich die Hammer Eisbären vor den beiden Spielen gegen den Krefelder EV erhofft, am Ende wurde es nur ein mageres Pünktchen. Nach der 4:6-Niederlage am Freitagabend bei den Rheinländern musste sich der Eishockey-Oberligist auch am Sonntag vor 559 zahlenden Besuchern in Werries dem KEV geschlagen geben. Diesmal allerdings erst im Penaltyschießen. 3:4 (1:0, 1:2, 1:1) lautete das Ergebnis nach einer wenig hochklassigen, dafür aber am Ende dramatischen Begegnung, die total frustrierte Eisbären hinterließ.

Hamm – Vor allem Coach Jeff Job war restlos bedient. Die obligatorische Teambesprechung direkt nach der Partie dauerte diesmal einige Minuten länger als gewohnt. Und am Gemütszustand des Trainers war anschließend deutlich zu erkennen, dass es in der Kabine der Eisbären sehr laut gewesen sein muss. Job knallte die Kabinentür zu, gab einige Worte von sich, die bei TV-Sendungen meist mit einem Piepton überdeckt werden. „Wir haben an diesem Wochenende einige Punkte verschenkt“, echauffierte sich der Kanadier, der vor allem auf seine Leistungsträger nicht gut zu sprechen war. „Wir haben hier einige Profis verpflichtet, die in solchen Partien eigentlich den Unterschied ausmachen sollen. Doch die spielen nicht das, was ich ihnen vorgebe. Und sie nutzen die klarsten Möglichkeiten nicht“, schimpfte Job. Und beim Blick auf die Tabelle ahnte der Coach für den weiteren Verlauf der Saison nichts Gutes. „Wenn wir auch gegen die direkten Konkurrenten nicht punkten, dann wird es verdammt schwer, die Pre-Playoffs zu erreichen.

Chancen im Minutentakt vergeben

Im Gegensatz zur Freitag-Begegnung in Krefeld, wo die Hammer nach zwei Dritteln mit 0:5 zurücklagen, um dann im Schlussabschnitt eine Aufholjagd zu starten, standen die Eisbären diesmal zumindest defensiv etwas kompakter. Auch nach vorn agierten sie sehr druckvoll, ließen jedoch schon zu Beginn der Partie gleich reihenweise beste Chancen aus. Vor allem die erste Angriffsreihe mit Chris Schutz, Artjom Alexandrov und Jesse Roach sorgte für mächtig Wirbel, scheiterte aber immer wieder am ausgezeichneten Krefelder Keeper Patrick Klein, der in seiner Laufbahn bereits zahlreiche Spiele in der DEL absolviert hat. Erst nach 17 Minuten brach der Kanadier Roach den Bann, als er einen Schuss von der blauen Linie von Michal Spacek unhaltbar für Klein zum 1:0 abfälschte. Als dann in der Anfangsphase des zweiten Abschnitts Schutz auf 2:0 (36.) für die Gastgeber erhöhte, träumten die Fans auf der Tribüne schon vom dritten Saisonsieg. Die Eisbären träumten allerdings auch, kassierten unmittelbar nach dem folgenden Bully den Anschlusstreffer durch Adrian Grygiel (37.). Und begaben sich schließlich in den Kollektivschlaf, so dass Julian Bauermeister zwei Sekunden vor der Drittelsirene den Ausgleich erzielte. „Das darf einfach nicht passieren. Die hatten gleich mehrmals die Chance, den Puck aus dem eigenen Drittel zu befördern“, ärgerte sich Manager Jan Koch.

Ausgleich 33 Sekunden vor Schluss

Packend verlief das Schlussdrittel, in dem die Hammer durch den zweiten Treffer von Schutz (52.) zunächst erneut in Führung gingen, anschließend es wiederum mehrmals versäumten, vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Eine Minute und 44 Sekunden vor Schluss gingen die Krefelder volles Risiko und nahmen ihren Goalie für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis. Und das mit Erfolg. 32 Sekunden vor dem Ende gelang Marcel Mahkovec der glückliche Ausgleich zum 3:3.

In der Overtime gab es wenig zwingende Aktionen, sodass das Penaltyschießen entscheiden musste. Während bei Hamm nur Schutz traf, netzten für den KEV Alexander Blank und Maciej Rutkowski ein. „Penaltyschießen ist dann eine reine Glücksache“, meinte Hamms Trainer Job. Und Glück hatten die Eisbären an diesem Abend wahrlich nicht.

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