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Kraft der Eisbären reicht nur für zwei Drittel

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Von: Peter Schwennecker

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Aufopferungsvoll kämpfte das Eisbären-Rumpfteam, hier Thomas Lichnovsky, gegen die Hannover Scorpions.
Aufopferungsvoll kämpfte das Eisbären-Rumpfteam, hier Thomas Lichnovsky, gegen die Hannover Scorpions. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Die Eisbären kassieren mit dem letzten Aufgebot eine 4:7-Niederlage gegen die Hannover Scorpions. Und die neue Corona-Schutzbestimmung des Landes sorgt bei den Verantwortlich für weitere Verwirrung.

Hamm – Zwei Drittel lang durfte das Rumpfaufgebot des Eishockey-Oberligisten Hammer Eisbären am Donnerstagabend im ersten Spiel nach der zweiwöchigen Corona-Zwangspause vor 494 Zuschauern von einer Überraschung gegen die Hannover Scorpions träumen, doch am Ende gab es gegen den Tabellendritten mit 4:7 (1:0, 2:4, 1:3) die erwartete Niederlage.

„Das haben sich die Hannoveraner hier sicherlich einfacher vorgestellt“, meinte Hamms Manager Jan Koch noch der Partie. „Mit unseren bescheidenen Mitteln haben wir sehr gut dagegengehalten. Am Ende fiel die Niederlage leider etwas zu hoch aus.“

Gegen Rostock vor leeren Rängen?

Vielmehr als das Spiel beschäftigte die Offiziellen die am Nachmittag veröffentlichte neue Corona-Schutzverordnung des Landes, die ab dem 28. Dezember gilt. Zuschauer sind dann bei regionalen Großveranstaltungen verboten. Doch ob das auch für die Eisbären gilt, die am kommenden Dienstag auf eigenem Eis auf die Rostock Piranhas treffen, wusste niemand zu bestätigen. Klassenkonkurrent Herner EV meldete über die sozialen Medien, dass er nach Rücksprache mit den Behörden am 2. Januar gegen die Hannover Indians 750 Sitzplätze in der Hannibal-Arena belegen darf. Eine Regelung, die für Amateure gilt und die sich die Eisbären auch wünschen würden. „Es kann doch nicht sein, dass unser Oberligateam vor leeren Rängen antreten muss, aber unsere 1b-Truppe oder die Jugend vor 750 Zuschauern spielen dürften“, meinte Jan Koch. „Ist denn das Virus bei den Profis aggressiver?“ Koch hofft jetzt darauf, dass die Angelegenheit rechtzeitig mit der Stadt Hamm geklärt werden kann und gegen Rostock zumindest eine begrenzte Besucherzahl zugelassen wird.

Gegen die Scorpions brachte die durch Corona und Verletzungen geschwächten Eisbären gerade einmal acht Stürmer und vier Verteidiger auf das Eis. Darunter mit Jan-Luca Otte ein neues Gesicht. Der 20-Jährige, jüngerer Bruder des derzeit wegen einer Schulter-Operation fehlenden Verteidigers Maximilian Otte, spielte zuvor in verschiedenen Jugendteams der Iserlohn Roosters, pausierte aber in den vergangenen zwei Jahren. Seit einen Monat trainiert er mit den Eisbären, soll aber zunächst in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln.

Es roch nach einer Sensation

Es war schon eine kleine Sensation, dass die Eisbären nach 27 Minuten durch zwei Tore von Christopher Schutz (12. und 23.) und einem Treffer von Ibrahim Weißleder (27.), zwei davon in Überzahl, mit 3:1 vorn lagen. Doch die Scorpions schafften durch Tyler Gron (21.) zum 1:1 sowie Toren von Jan Pietsch ((32.) und Patrick Klöpper (36.) jeweils den Ausgleich. Zwei Minuten vor Ende des zweiten Drittels sorgte Pietsch erstmals für die Führung der Hannoveraner.

Im Schlussdrittel spielten die mit drei kompletten Reihen angetretenen Gäste ihre Überlegenheit aus. Spätestens nach dem 3:5 (43.) durch Michael Hammond war die Moral der Hammer gebrochen. Christoph Kabitzky (56.), Gron (58.) und Weißleder (60.) sorgten für die Treffer zum 4:7-Endstand.

Am 2. Weihnachtstag treten die Hammer um 20 Uhr bei den Black Dragons in Erfurt an. Trainer Jeff Job hofft darauf, dass bis dahin vielleicht der eine oder andere Spieler mehr zur Verfügung steht.

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