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Die Eisbären belohnen sich nicht

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Von: Peter Schwennecker

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Eisbären-Goalie Daniel Filimonow zeigte gegen Erfurt eine starke Leistung.
Eisbären-Goalie Daniel Filimonow zeigte gegen Erfurt eine starke Leistung. © Bruse

„Schade, da war mehr drin“, ärgerte sich Jan Koch, Manager der Hammer, nach der Partie gegen die Black Dragons aus Erfurt. Vor 408 Zuschauern hielten die Eisbären am Sonntagabend in Werries die Partie gegen den Tabellenachten der Eishockey-Oberliga bis in die Schlussminute offen, kassierten erst zwölf Sekunden vor Schluss durch ein Empty-Net-Goal des überragenden Erfurters Kyle Beach den alles entscheidenden Treffer zum 2:4 (1:1, 0:2, 1:1)-Endstand.

Hamm – So ein bisschen hatten sich die Hammer damit für die erste zweistellige Niederlage (1:10) vor zwei Wochen bei den Black Dragons rehabilitiert. „Das war ein recht ordentliches Spiel von unserer Mannschaft. Entscheidend war diesmal das Überzahlspiel. Da haben wir nicht gut ausgesehen. Da war Erfurt wesentlich effektiver.“

Was Kampf und Einstellung angeht, konnte auch Trainer Jeff Job seinem Team keine großen Vorwürfe machen. „Wir hätten mit ein bisschen mehr Glück auch etwas holen können.“ Und was die Schwächen im Überzahlspiel betraf, führte er das auf die Qualität der Akteure zurück. „Bei uns gibt es nur wenige, die das in der Oberliga auf diesem Niveau spielen können. Da war Erfurt weitaus besser besetzt.“

Schutz erzielt die 1:0-Führung

Immerhin durften die Fans der Eisbären einmal wieder miterleben, wie es ist, in Führung zu gehen. Mit einem tollen Solo gelang Chris Schutz nach nicht einmal drei Minuten das 1:0. Doch lange währte die Freude auf den Rängen nicht. Zwei Minuten später besorgte Reto Schüpping den Ausgleich für die Gäste. Die Black Dragons waren danach das dominierende Team, scheiterten aber immer wieder am sehr gut reagierenden Hammer Goalie Daniel Filimonow. „Er hat sehr gut gespielt, uns einige Male gerettet und in der Partie gehalten“, lobte auch der Coach seinen Schlussmann. Der konnte allerdings nicht verhindern, dass die Erfurter direkt nach dem Wiederbeginn gleich die erste Großchance durch Petr Gulda, der geschickt von Beach freigespielt wurde, zum 1:2 (23.) nutzten.

Die Eisbären versäumten es danach, auszugleichen. Gut viereinhalb Minuten waren sie in Überzahl, weil Keil Maurice nach einen Bandenchek gegen Michel Limböck gleich für fünf Minuten auf die Strafbank musste. Doch das folgende Powerplay der Hammer war mehr als kläglich, brachten sie doch in dieser Zeit lediglich einen gefährlichen Schuss Richtung Erfurter Gehäuse. Als dann direkt vor Ende des zweiten Abschnitts die Black Dragons lediglich 20 Überzahlsekunden zum 1:3 durch Arnoldas Bosas benötigten, schien die Partie bereits gelaufen zu sein.

Riesenchance zum Ausgleich vergeben

Doch die Gastgeber kämpften sich noch einmal zurück, kamen mit einem Mann mehr auf dem Eis zum Anschlusstreffer durch Kyle Brothers (51.). Danach vergab Schutz freistehend die Riesenchance zum Ausgleich, doch er scheiterte an Schlussmann Konstantin Kessler.

Die Eisbären warfen am Ende alles nach vorn, nahmen eine Minute vor dem Ende sogar noch Torhüter Filimonow vom Eis, belohnten sich aber nicht mehr. Beach setzte schließlich den Schlusspunkt zum 2:4 ins leere Hammer Tor.

„Man kann dieser Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie kämpft und arbeitet, doch bei einigen reicht die Qualität einfach nicht für die Oberliga“, meinte der frühere Iserlohner Erstligaspieler und ehemalige Eisbären-Trainer Dieter Brüggemann, der als Gast auf der Tribüne saß.

Partie gegen Herne droht auszufallen

Laut Plan müssen die Eisbären schon am Dienstag (20 Uhr) in Werries gegen den Herner EV antreten. Doch die Miners sagten das Sonntags-spiel bei den Hamburg Crocodiles wegen eines Corona-Verdachtsfalls in der Mannschaft kurzfristig ab. Falls Herne auch am Dienstag nicht auflaufen kann, wollen die Eisbären versuchen, eine andere Partie vorzuziehen. Doch das wird sich erst im Verlauf des Montags entscheiden.

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