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Große Ernüchterung bei den Eisbären

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Von: Karsten Steenbrede

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Artjom Alexandrov gelang das einzige Tor für die Hammer Eisbären.
Artjom Alexandrov gelang das einzige Tor für die Hammer Eisbären. © Bruse

Die Hammer Eisbären können sich von ihrem Saisonziel, das Erreichen der Pre-Playoffs, vorerst verabschieden. Im Kellerduell unterlag das Schlusslicht auch dem bisherigen Vorletzten Rostock Piranhas deutlich mit 1:5 und verlor damit vorerst den Anschluss in der Tabelle.

Hamm – Die Stimmung erreichte den Tiefpunkt. Und der Tabellenstand entspricht den Leistungen der vergangenen Wochen. Bei den Eisbären herrschte am Freitagabend nach der 1:5 (0:1, 1:1, 0:3)-Niederlage vor 607 Zuschauern in Werries gegen den Tabellenvorletzten Rostock Piranhas große Ernüchterung. Denn vorerst werden die Hammer die Rote Laterne der Eishockey-Oberliga Nord nicht abgeben können. Und das Saisonziel, das Erreichen der Pre-Playoffs, rückte in weite Ferne.

Entsprechend frustriert war erneut Trainer Jeff Job. „Wenn wir vorne mal die Chancen nutzen und hinten nicht so viele Fehler machen würden, dann würden wir solche Spiele gewinnen“, polterte der Kanadier. „Wir haben viel Geld für Spieler ausgegeben, die den Unterschied machen sollen. Bezeichnend, dass unsere dritte Reihe heute die beste war.“

Personell sogar überlegen

Die Eisbären mussten weiter auf Stürmer Michel Maaßen verzichten, der selbst hofft, am kommenden Dienstag im Auswärtsspiel bei den Hannover Indians dabei zu sein. Auch Schlussmann Daniel Filimonow fehlte erneut, dessen Sprunggelenksverletzung sich offenbar als schwerer als zunächst befürchtet herausstellte. Dennoch, zumindest personell waren die Gastgeber in der Überzahl. Während Rostock nur mit drei Sturm- und lediglich zwei Verteidigungsreihen antrat, konnten die Eisbären drei komplette Blöcke stellen.

Doch es kommt eben auch auf die Qualität an. Und in dieser Hinsicht boten die Gäste von der Ostsee vor allem im Sturmbereich gleich drei Angreifer auf, die zu den besten 20 Scorern der Liga zählen. Dennoch, der Start der Hammer war durchaus verheißungsvoll. Hamm machte Druck, besaß durch Igor Furda auch nach sieben Minuten die Riesenchance, in Führung zu gehen, doch der mit 44 Jahren älteste Spieler der Oberliga scheiterte freistehend an Rostocks Goalie Lucas Di Berado. Besser machten es die Piranhas, die nach zehn Minuten gleich mit ihrer ersten Chance das 0:1 erzielten. Der Ex-Hammer Gianluca Balla hatte präzise auf Lukas Koziol abgelegt, der den Puck nur noch über die Linie schieben musste.

Die Eisbären benötigten einige Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen, fingen sich erst zum Drittelende wieder. 52 Sekunden nach Wiederbeginn durften die Hammer Fans dann jubeln. Einen Schuss von der blauen Linie von Samuel Dotter parierte Di Berado, doch Jesse Roach stocherte die Scheibe zu Artjom Alexandrov, der den Ausgleich markierte. Danach sahen die Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Mannschaft allerdings wenig Chancen besaßen. Nach 33 Minuten zog Gerstung von der Blauen Linie ab, und Mark Ledlin fälschte den Puck mit dem Schläger unhaltbar für Marvin Nickel zum 1:2 in Netz.

Kein Aufbäumen zu erkennen

Lange Gesichter auf den Tribünen, als August von Ungern Sternberg Kuzara im Schlussabschnitt nach nur 14 Sekunden nach einem Misverständnis zwischen Schlussmann Nickel und Eisbären-Verteidiger Michal Spacek das 1:3 markierte.

Ein richtiges Aufbäumen der Eisbären war danach nich zu erkennen, zumal ihnen die Durchschlagskraft fehlte. Die Gäste von der Ostsee spielten die Zeit geschickt von der Uhr und gerieten nicht mehr in Gefahr. Ganz im Gegenteil. Zwei Kontertore durch Koziol (58.) und von Ungern Sternberg Kuzara (60.) versetzten Hamm den endgültigen Knockout.

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