1. wa.de
  2. Sport
  3. Hamm

Neuer Eisbären-Coach sieht peinliches 6:8 gegen Rostock

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Schwennecker

Kommentare

Der Amerikaner Joshua Mizerek übernimmt ab Dienstag den Trainerjob bei den Hammer Eisbären.
Der Amerikaner Joshua Mizerek übernimmt ab Dienstag den Trainerjob bei den Hammer Eisbären. © Imago

Die Hammer Eisbären haben gut zwei Wochen nach der Trennung von Chefcoach Jeff Job einen Nachfolger gefunden. Noch vor dem Heimspiel am Sonntag gegen die Rostock Piranhas unterschrieb der 45-jährige Amerikaner Joshua Mizerek beim Eishockey-Oberligisten einen Vertrag bis Saisonende, verbunden mit einer Option für ein weiteres Jahr.

Hamm – Und Mizerek sah anschließend gleich, was in den kommenden Wochen an Arbeit auf ihn zukommen wird. Denn die Eisbären zeigten vor 593 Zuschauern beim peinlichen 6:8 (2:3, 4:1, 0:4) gegen den Tabellenvorletzten Rostock vor allem defensiv eine katastrophale Leistung.

„Dafür habe ich auch keine Erklärung“, fühlte sich Interimscoach Ibrahim Weißleder bei seinem letzten Einsatz an der Bande von seinem Team im Stich gelassen. „Jedenfalls weiß der neue Trainer jetzt, wo der Hebel anzusetzen ist. Heute hat er ganz viele Hebel gesehen“, ärgerte sich der Sportliche Leiter.

Dabei war Weißleder noch wenige Stunden zuvor „erleichtert, dass wir die Trainersuche endlich zum Abschluss bringen konnten und mit Josh einen Mann gefunden haben, von dem ich 100 Prozent überzeugt bin,“ Mizerek wird am Dienstag erstmals das Training in Werries leiten, sein Debüt als Coach ausgerechnet am Freitag (20 Uhr) bei seinem langjährigen Klub Tilburg Trappers geben.

Zweimal holländischer Meister

Mizerek wurde 1977 in Duluth (Minnesota) in den USA geboren. In seiner aktiven Laufbahn spielte er von 1995 bis 2007 in den höchsten Eishockey-Ligen unter der NHL. 2007 nahm er dann ein Angebot in den Niederlanden an. Zunächst wurde er Spielertrainer bei HYS The Hague in Den Haag. Mit diesem Verein wurde er zweimal holländischer Meister. In der Spielzeit 2011/12 lief er für eine Saison in England bei den Hull Stingrays auf, ehe er nach Eindhoven wechselte – zunächst als Spielertrainer der Kemphanen, dann als Chefcoach. In Eindhoven war er später sogar ein Jahr als Manager tätig.

Nach einem weiteren Engagement bei den Nijmegen Devils als Trainer stellte ihn der niederländische Eishockey-Verband als National-Coach der U18 ein. 2017 zog es ihn dann in die Oberliga zu den Tilburg Trappers, wo er bis zum Ende der vergangenen Saison als Assistenztrainer tätig war. Diese Aufgabe übernahm er auch ein Jahr in der holländischen Nationalmannschaft, die ja praktisch mit den Tilburg Trappers identisch ist. Zudem ist er im Bereich Video für den gesamten Nachwuchsbereich des Verbandes zuständig.

Zweistellige Liste abgearbeitet

Die Trainersuche war für Weißleder nach der Trennung von Job nicht leicht. „Wir haben zunächst einmal ein Profil erstellt, wie wir uns den neuen Mann vorstellen“, sagte Weißleder. Der arbeitete in den vergangenen Tagen eine lange, zweistellige Liste ab. „Viele Trainer haben sich auch bei uns beworben“, bestätigte der Sportliche Leiter der Hammer Eisbären. „Es war aber zunächst niemand dabei, der komplett in unser Profil passte.“

Erst ein Tipp aus seinem großen Netzwerk brachte den Kontakt in die Niederlande. „Schon die ersten Gespräche waren vielversprechend. Ich habe schnell gemerkt, dass wir auf einer Linie agieren. Das ist für mich sehr wichtig, weil ich mit dem neuen Mann ja auch zusammenarbeiten muss“, betonte Weißleder.

Der erwartet aber auch keine Wunderdinge von dem neuen Coach, der in der kommenden Wochen nach Hamm ziehen wird. „Josh hat bei uns mit Blick auf den Spielplan ein sehr schweres Auftaktprogramm. Wir müssen deshalb Geduld haben und ihm Zeit geben“, beteuerte Weißleder. „Er ist aber ein absoluter Fachmann. Er kennt die Oberliga. Und dass er erfolgreich arbeiten kann, hat er bereits bewiesen.“

Die wohl schwächste Saisonleistung

Gegen Rostock sah Mizerek, der zuvor schon drei Spiele der Eisbären beobachtet hatte, die wohl schwächste Saisonleistung der Eisbären. Vor allem was die Defensivarbeit betraf. Das deutete sich schon im ersten Drittel an, nach dem die Gäste von der Ostsee durch Tore von Keegan Dansereau (7.), Matthew Barry (16.) sowie Thomnas Voronov (17.) bei Gegentreffern von Lars Reuß (7.) und Kyle Brothers (8.) überraschend mit 3:2 vorn lagen.

Im zweiten Abschnitt gelang den nun konzentrierter auftretenden Eisbären zunächst die Wende. Kevin Lavallee (25.). Gianluca Balla (28.), Chris Schutz (33.) und Artur Tegkaev wandelten den Rückstand in eine 6:4-Führung um. Zwischenzeitlich hatte Mark Ledlin (39.) für das 5:4 gesorgt.

Pfeifkonzert auf den Rängen

Doch im Schlussdrittel leisteten sich die Eisbären den defensiven Offenbarungseid. Fast jeder Schussversuch der Piranhas landete im Netz der Hammer. Barry (52. und 53.) sowie Danserau (52.) sorgten innerhalb von nur 71 Sekunden für das 6:7 aus Hammer Sicht. Eineinhalb Minuten vor Schluss nahm Weißleder dann zwar noch Schlussmann Daniel Filimonow vom Eis, doch nur sechs Sekunden später sorgte Mathieu Henderson für den 6:8-Endstand und ein gellendes Pfeifkonzert auf den Rängen.

Auch interessant

Kommentare