Eishockey

Hammer Eisbären verpflichten Erfahrung

Mit Michel Maaßen kehrt ein ehemaliger Eisbären-Akteur aus Kempten nach Hamm zurück.
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Mit Michel Maaßen kehrt ein ehemaliger Eisbären-Akteur aus Kempten nach Hamm zurück.

Rechtzeitig vor der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Corona-Quarantäne verpflichtet Eishockey-Oberligist Hammer Eisbären noch drei neue Stürmer, darunter mit Michel Maaßen ein alter Bekannter.

Hamm – Die Hammer Eisbären haben in den ersten Wochen in der Eishockey-Oberliga Nord gemerkt, dass es auf lange Sicht schwer werden wird, mit einem sehr kleinen Kader mit vorwiegend jungen Spielern zu bestehen. Deshalb haben die Verantwortlichen reagiert und rechtzeitig zum Neustart nach der zweiwöchigen Corona-Quarantäne des Teams Erfahrung verpflichtet.

Mit Heimkehrer Michel Maaßen (38 Jahre) und Tobias Schwab (35) werden ab sofort zwei routinierte Stürmer versuchen, die Torflaute im Angriff des Aufsteigers zu beheben. Mit lediglich elf Treffern aus sieben Begegnungen stellen die Eisbären den mit Abstand schwächsten Angriff der dritthöchsten Liga. „An dieser mageren Quote sieht man, wo uns derzeit besonders der Schuh drückt“, erklärt Ralf Hoja. „Wir haben uns in den ersten Oberligapartien in vielen Dingen wie Defensive, Überzahl- und Unterzahlspiel bereits deutlich gesteigert, doch wir treffen vorn einfach das Tor nicht, lassen dabei auch die besten Möglichkeiten liegen“, hofft der Hammer Coach darauf, dass sowohl Maaßen als auch Schwab der Mannschaft helfen können. Beide unterschrieben jetzt, so Manager Jan Koch, einen Vertrag bis Saisonende. „Mit ihrer großen Routinier können sie mehr Stabilität in unser Spiel bringen und die jungen Leute auf dem Eis führen“, traut auch Koch den Neuzugängen einiges zu.

Fahrgemeinschaft aus Kassel

Sowohl Maaßen als auch Schwab standen in den vergangenen Wochen in der Bayern-Liga auf dem Eis. Maaßen trug das Trikot der ESC Kempten Sharks, Schwab stand bei den Schweinfurt Mighty Dogs unter Vertrag. Da der bayerische Landesverband die Saison auf Grund der Corona-Pandemie abbrechen musste, waren beide sofort frei. Mit Leonardo Ewald bringt Schwab noch einen weiteren Spieler aus Schweinfurt mit nach Hamm. Ewald ist erst 21 jahre alt, kann sowohl als Stürmer als auch als Verteidiger eingesetzt werden. Der frühere U16- und U17-Nationalspieler wohnt wie Schwab in Kassel. „Beide werden immer gemeinsam zum Training und zu den Spielen nach Hamm kommen“, erklärt Koch.

Maaßen ist in Hamm kein Unbekannter. In der Saison 2013/14 trug er das Eisbären-Trikot in der Oberliga West, ging 2016/17 für die Hammer in der Regionalliga auf Torejagd. Der in Zwickau geborene Stürmer erzielte in 17 Oberligajahren in 581 Spielen 523 Scorerpunkte (258 Tore/265 Assists). „Er ist immer noch ein sehr guter Spieler“, freut sich auch Coach Hoja über den Zugang. In Kempten war er zuletzt in den sieben Partien bis zum Saisonabbruch immerhin sechsmal erfolgreich.

Der in Kassel geborene Schwab weist eine ähnlich beeindruckende Bilanz auf. „Tobias hat auch fast 500 Oberligaspiele auf dem Buckel, hat in den vergangenen beiden Jahren im Trikot der EG Diez-Limburg sehr gute Leistungen gezeigt und uns oft vor große Probleme gestellt“, betont Hoja, der den in Kassel geborenen Angreifer in bester Erinnerung hat. Schwab hat sogar insgesamt 92 Spiele für die Iserlohn Roosters und die Frankfurt Lions in der DEL bestritten. Für ihn wird es schon am Freitag um 20 Uhr bei den Hannover Indians ein Dé·jà-vu geben, denn für die Niedersachsen bestritt er 2018 sein letztes Oberligaspiel, ehe er nach Diez-Limburg und vor dieser Saison nach Schweinfurt wechselte.

Suche nach einem Torhüter geht weiter

Ewald gehört zu jenen Akteuren, die sich bei den Eisbären weiter entwickeln wollen. Der 21-Jährige stammt aus der Nachwuchsschule der Kassel Huskies, spielte in der Schüler-Bundesliga für die Kölner Haie. Auslandserfahrung sammelte er bei Nynäshamns IF in der zweiten schwedischen Liga und beim Kitzbüheler EC in der Alpenliga in Österreich. Über Diez-Limburg landete er wie Schwab schließlich in Schweinfurt.

Nachdem sich Frederik Hemeier und Oliver Kraft während der großen Belastung in der Oberliga kurzfristig von den Eisbären abgemeldet hatten, ist der Kader der Hammer nun wieder etwas größer geworden. Nur auf der Suche nach einem weiteren Torhüter sind die Verantwortlichen bisher nicht fündig geworden. Jendrik Allendorf hatte kurz vor dem Saisonstart aus privaten Gründen um Vertragsauflösung gebeten, DEL-Keeper Ilya Sharipov konnte nur bis zum 30. November aushelfen, ehe er zurück zu den Nürnberger Ice Tigers musste. „Auch in dieser Hinsicht befinden wir uns in recht guten Gesprächen, können allerdings noch keinen Vollzug melden“, bestätigt Manager Koch.

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