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Eisbären: Tilburg statt Derby

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Von: Peter Schwennecker

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Hamms Topscorer Chris Schutz wurde vom Verband nachträglich für drei Spiele gesperrt.
Hamms Topscorer Chris Schutz wurde vom Verband nachträglich für drei Spiele gesperrt. © Robert Szkudlarek

Das Heim-Derby gegen den Herforder EV wurde wegen einiger Corona-Fälle bei den Ostwestfalen abgesagt. Für die Hammer Eisbären geht es deshalb am Freitag innerhalb von nur drei Tagen zum zweiten Mal in die Niederlande nach Tilburg.

Hamm – Vor den Verantwortlichen der Oberligisten kann man nur den Hut ziehen. Keine andere Liga im Sport ist derzeit so flexibel, was die Termine angeht, wie die dritthöchste deutsche Eishockey-Klasse. Schon seit Wochen wirbelt Corona den Spielplan der Nord-Gruppe durcheinander. Und mit den steigenden Infektionszahlen durch Omikron wird auch die Anzahl der Spiel-Verlegungen immer größer.

Am kommenden Wochenende läuft eigentlich nichts mehr normal. Mit dem Herforder EV, den Saale Bulls Halle, den Black Dragons aus Erfurt, den Piranhas aus Rockstock, den Hannover Indians und der EG Diez-Limburg sind aktuell gleich sechs Mannschaften von der Pandemie betroffen. Deshalb müssen sich auch die Hammer Eisbären wieder auf andere Gegner einstellen. Ursprünglich sollte der Tabellenletzte am Freitag auf eigenem Eis gegen Herford antreten, doch die Partie wurde bereits abgesagt. Manager Jan Koch griff schnell zum Telefonhörer und besorgte spontan einen anderen Gegner. Nach zahlreichen Gesprächen wurde er mit den Tilburg Trappers einig. Erst am vergangenen Dienstag verloren die Eisbären mit 2:5 in den Niederlanden, jetzt heißt es am Freitag (19 Uhr) wieder Tilburg statt Westfalenderby.

Spiel in Rostock gefährdet

Gegen wen die Hammer am Sonntag antreten, steht noch nicht fest. Die Ergebnisse einiger PCR-Tests der Rostock Piranhas werden erst am Freitagmorgen erwartet. „Sollten diese negativ sein, werden wir nach Rostock reisen“, erklärt Koch. Der hat im Falle einer Spielabsage bereits andere Möglichkeiten ausgelotet. „Nicht ausgeschlossen, dass wir am Sonntag vielleicht sogar ein Heimspiel haben.“

Eisbären-Trainer Jeff Job trägt die ständige Ungewissheit, die die Vorbereitung auf ein Spiel nicht gerade erleichtert, mit Humor. „Fertig sind wir nur mit Krefeld. Gegen die haben wir schon viermal gespielt, gegen alle anderen Teams müssen wir zumindest noch einmal ran“, sagt der Coach. „Hauptsache ist, dass wir überhaupt spielen und im Rhythmus bleiben.“

Chris Schutz drei Spiele gesperrt

Dabei sieht es derzeit bei den Eisbären personell ebenfalls nicht so rosig aus. Topscorer Chris Schutz wurde nach der 4:2-Niederlage in Leipzig (18. Januar) jetzt noch nachträglich vom Deutschen Eishockey-Bund wegen eines Stockendstiches für drei Begegnung gesperrt. Die erste Partie hat er bereits am vergangenen Dienstag in Tilburg abgesessen, daher fällt er auch am Wochenende noch zweimal aus. Deshalb konnte jetzt der Tscheche Michal Spacek nach überstandenem Fingerbruch und langer Zwangspause sein Comeback feiern. „Es ist gut, dass wir drei Ausländer haben“, beteuert Job, der allerdings erneut mit einem kleinen Aufgebot nach Tilburg reisen muss. „Die Partie bei den Trappers war teilweise sehr hart. Einige Spieler sind derzeit angeschlagen. Es wird sich erst kurzfristig entscheiden, ob sie mitfahren können.“ Auch die beiden Förderlizenzspieler aus Iserlohn, Lennart Esche und Corvin Rosenthal, stehen an diesem Wochenende nicht zur Verfügung. „Die Iserlohner Jugend hat am Samstag und Sonntag zwei vorentscheidende Spiele im Kampf um den Aufstieg in die DNL gegen Chemnitz. Die gehen natürlich vor“, betont der Hammer Coach. Durchaus möglich, dass sie am kommenden Dienstag im Heimspiel gegen Diez-Limburg (20 Uhr) auflaufen können. Doch derzeit kann niemand sagen, ab die Begegnung überhaupt stattfinden wird. „Notfalls suchen wir uns wieder einen anderen Gegner“, sagt Jeff Job mit einem Lächeln.

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