Eishockey

Mindestens vier Corona-Fälle bei den Eisbären

Nur Zuschauer werden die Hammer Eisbären am kommenden Oberliga-Wochenende sein.
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Nur Zuschauer werden die Hammer Eisbären am kommenden Oberliga-Wochenende sein.

Inzwischen sind vier Corona-Fälle bestätigt. Der größte Teil der Eisbären-Spieler befindet sich in häuslicher Quarantäne. Deshalb wurden die Eishockey-Oberliga-Spiele bei den Tilburg Trappers und bei den Saale Bulls Halle abgesagt.

Hamm – Die Corona-Fälle haben den Spielbetrieb der Hammer Eisbären in der Eishockey-Oberliga Nord nun auch offiziell lahm gelegt. Wie Manager Jan Koch mitteilt, wurden die für das Wochenende geplanten Spiele bei den Tilburg Trappers in Herne (Freitag) und bei den Saale Bulls Halle (Sonntag) nach Absprache mit den Gegnern und den Verantwortlichen beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB) offiziell vom Spielplan abgesetzt.

Insgesamt gibt es, Stand Donnerstagmittag, vier positive Fälle beim Aufsteiger. Zwei Spieler, darunter Kevin Thau (WA berichtete), sind den Verantwortlichen auch namentlich bekannt. Bei den beiden anderen Fällen weiß Koch nur, dass sie in zwei Gruppen aufgetaucht sind. Der Verein hatte vor einigen Tagen, nachdem die Partie am Sonntag bei den Crocodiles Hamburg wegen der Erkrankung des Kapitäns vorsorglich abgesagt wurde, auf eigene Initiative Gruppentests durchführen lassen. Dabei wurden die Spieler, je nachdem, wie eng der Kontakt zu Thau war, in drei verschiedene Blöcke eingeteilt. Zudem gab es eine Gruppe mit dem Funktionsteam (Trainer und Betreuer).

Warten auf Antwort des Gesundheitsamtes

Wie Koch jetzt bestätigt, hat es in den zwei weiteren Spielergruppen positive Ergebnisse gegeben, innerhalb des Funktionsteams nicht. Deshalb werden sich alle Spieler, betroffen sind laut Koch 17 Akteure, in den kommenden Tagen noch einem PCR-Test unterziehen müssen. Wann das der Fall sein wird, müssen die Verantwortlichen abwarten. „Der Fall ist seit Montag beim Hammer Gesundheitsamt bekannt“, erklärt der Manager. „Bisher ist es uns nicht gelungen, einen für uns zuständigen Ansprechpartner zu finden. Wir warten auf eine Antwort und wissen daher immer noch nicht, wie es weitergehen wird.“

Auf Anweisung des Gesundheitsamtes Unna, das wegen des Wohnsitzes für Kevin Thau zuständig ist, haben sich die Spieler als Kontaktpersonen erst einmal in Quarantäne begeben. Da diese zumindest bis Freitag nächster Woche andauern wird, ist davon auszugehen, dass auch das Heimspiel der Eisbären am 11. Dezember gegen den Herner EV und die Partie am Sonntag, 13. Dezember, bei den Black Dragons in Erfurt vom Spielplan gestrichen wird. Damit müssten die Hammer bereits fünf Begegnungen nachholen. „Wenn wir wieder auflaufen können, werden wir wohl unter der Woche nur noch spielen und nicht mehr trainieren können“, sieht Manager Koch harte Wochen auf das Team zukommen.

Trainer Ralf Hoja gehörte zu jener Gruppe, in der es kein positives Testergebnis gab. Er hat sich aber als Kontaktperson 2 als Vorsichtsmaßnahme selbst nach Rücksprache mit seinem Arbeitgeber ins Homeoffice begeben. „Es war eigentlich zu erwarten, dass es uns irgendwann einmal treffen wird. Ich gehe davon aus, dass keine Mannschaft dieser Liga die Saison ohne einen Corona-Fall überstehen wird. Die Zahlen gehen ja allgemein weiter hoch“, meint der Coach, der abwarten muss, wann er mit seiner Mannschaft wieder auf das Eis gehen kann.

Leben nicht in einer Blase

Eine Infektion sei laut Koch für einen Oberligisten einfach nicht zu verhindern. „Wir leben ja nicht in einer eigenen Blase wie die Fußball-Bundesliga-Klubs. Aber auch bei denen gibt es ja immer wieder Corona-Fälle. Der größte Teil unserer Spieler geht einer beruflichen Tätigkeit nach. Wenn dann das Virus von außen hereingetragen wird, wie es bei uns der Fall war, dann kann man nichts dagegen machen“, sagt Koch, der sich gestern selbst noch einmal einem Test unterzogen hat, nachdem bei ihm nach dem zweiten bestätigten Fall im Team die Corona-Warnapp Alarm geschlagen hatte.

Wie es jetzt spieltechnisch weitergehen wird, ist vom DEB vorgegeben. „Geplant war vor der Saison, dass die ausgefallenen Spiele unter der Woche nachgeholt werden müssen“, berichtet der Manager. „Sollte das nicht möglich und nach der Doppelrunde keine Zeit mehr vorhanden sein, könnten einzelne Begegnungen auch gewertet werden.“ Die Doppelrunde auf eine Einfachrunde zu reduzieren, ist laut Koch derzeit kein Thema.

Für Trainer Hoja sind derweil erst einmal andere Dinge wichtig. „Ich hoffe, dass die Jungs, die erkrankt sind , möglichst schnell wieder gesund werden und diese Geschichte ohne Nachwirkungen gut überstehen werden. Alles andere wird sich dann zeigen.“

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