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Eisbären landen auf dem Boden der Tatsachen

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Von: Peter Schwennecker

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Nur zwei Drittel lang stemmten sich die Hammer mit allen Mitteln gegen die Angriffe der Tilburg Trappers.
Nur zwei Drittel lang stemmten sich die Hammer mit allen Mitteln gegen die Angriffe der Tilburg Trappers. © Bruse

Nur zwei Tage nach dem Überraschungscoup mit dem 4:3-Sieg in der Overtime beim Herner EV sind die Hammer Eisbären am Sonntagabend vor 470 Zuschauern in Werries wieder unsanft auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Gegen den Tabellendritten Tilburg Trappers aus den Niederlanden kassierte der Tabellenletzte der Eishockey-Oberliga Nord eine klare 3:8 (0:3, 3:1, 0:4)-Niederlage.

Hamm – „Mit nur einer guten Reihe kann man gegen einen solch starken Gegner nicht bestehen“, meinte Eisbären- Coach Jeff Job nach dem Schlussdrittel, in dem die Hammer praktisch untergingen. „Eine Reihe hat heute drei, die andere vier Treffer zugelassen. Die Oberliga ist brutal, die Fehler werden sofort bestraft“, echauffierte sich der Trainer. Nur zwei Drittel konnten die Gastgeber das Resultat einigermaßen erträglich gestalten. Dann häuften sich die Fehlpässe und Nachlässigkeiten. „Wenn man ganz ehrlich ist, ist das einzig und allein eine Frage der Qualität“, meinte Kapitän Michel Maaßen. „Wir können es gegen diese übermächtigen Gegner nur über den Kampf versuchen. Es muss einfach alles passen. Und wenn unser Goalie dann auch noch einen sehr guten Tag erwischt, dann ist so etwas möglich wie am Freitag in Herne“, erklärte der Routinier.

Roach kehrt nächste Woche zurück

Immerhin 18 Feldspieler brachten die Hammer auch gegen Tilburg auf das Eis. Neben dem seit Saisonbeginn verletzten Viktor Beck fehlten lediglich der Tscheche Michal Spacek (Fingerbruch), der aus privaten Gründen in Kanada weilende Jesse Roach und Maximilian Otte, der zuletzt erneut über Schmerzen in der lädierten Schulter klagte. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, erklärte Manager Jan Koch, der es für möglich hält, dass der Verteidiger schon am Dienstag im Auswärtsspiel bei den IceFighters in Leipzig (20 Uhr) wieder zur Verfügung steht. Roach wird erst in der nächsten Woche aus Kanada zurückerwartet. „Wir brauchen einfach jeden Spieler, um überhaupt eine Chance zu haben“, beteuerte Maaßen.

Die Gäste aus den Niederlanden waren schon zuvor recht siegessicher, denn sie verzichteten auf ihren etatmäßigen Torhüter Ruud Leeuwesteijn, der die beste Fangquote in der Oberliga Nord aufweist. Dafür durfte der erst 18-jährige Tilburger Junioren-Schlussmann Jowin Ansems seine Premiere in der dritthöchsten deutschen Klasse feiern. Der wurde im ersten Abschnitt von den Eisbären allerdings wenig geprüft. Die Hammer hatten es allein ihrem Schlussmann Daniel Filimonow zu verdanken, dass es nach Treffern von Diego Hofland (15.), Kevin Bruijsten (16.) und Max Hermens (20.), zwei davon bei Trappers-Überzahl, zur ersten Pause nur 0:3 stand.

Filimonow zertrümmert den Schläger

Doch die Eisbären kamen über den Kampf noch einmal zurück. Michel Maaßen fälschte einen Schlagschuss von Fabian Calovi zum 1:3 (21.) ab. Und nur 46 Sekunden später gelang David Trivellato der Anschlusstreffer. Brett Bulmer (23.) antwortete aber postwendend mit dem 2:4, ehe Christoper Schutz (34.) nach glänzender Vorarbeit von Kyle Brothers noch einmal auf 3:4 verkürzte.

Das Schlussdrittel gehörte allein den Tilburg Trappers, denen vier weitere Tore durch Raymond van der Schuit (42.), Reno de Hondt (47.), Bulmer (50.) und Tijn Jacobs (53.) gelangen. Nach dem achten Gegentreffer zertrümmerte Hamms Keeper Filimonow vor Wut seinen Schläger. „Daniel hat gut gehalten“, kommentierte Trainer Job die Torhüterleistung. „Doch waren seine Mitspieler nicht wach genug, um die Nachschüsse der Trappers zu verhindern.“

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