Hammer Eisbären vor einer ungewisser Zukunft

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Amtsmüde: der Sportliche Leiter der Eisbären, Thorsten Licht.

HAMM - Wenn am kommenden Sonntag beim Heimspiel der Hammer Eisbären gegen die Hannover Indians in der Eishockey-Oberliga-Endrunde (Bully 18.30 Uhr) die Schlusssirene ertönt, dann dürfte ein Mann besonders erleichtert sein. Wohl kein anderer sehnt das Saisonende so herbei wie der Sportliche Leiter Thorsten Licht.

Denn der stand in den vergangenen Wochen unter Dauerstress, musste überall Löcher stopfen, damit der seit Monaten mit großen Liquiditätsproblemen belastete Verein überhaupt die Runde beenden kann.

Ob es auch in der kommenden Saison eine Eishockey-Oberliga-Mannschaft in Hamm geben wird, steht deshalb derzeit in den Sternen. Licht will jedenfalls nicht mehr allein seinen Kopf für die Eisbären GmbH hinhalten und kündigt schon einmal seinen Rücktritt an. „Ich werde für die Aufgabe des Geschäftsführers nicht mehr zur Verfügung stehen“, beteuert Licht, der nach dem Rückzug der beiden anderen Gesellschafter, Henning Koschei (Castrop-Rauxel) und Thomas Thiel (Herne), allein verantwortlich war.

Koschei und Thiel hatten vor der Saison als Vertreter des Eisbären-Ausrüsters die Nachfolge von Werner Nimmert angetreten, der sich im Hintergrund nur noch um die Sponsoren kümmert. Und der sich jetzt auch um die Zukunft der Eisbären sorgt. „Wenn sich in den kommenden Wochen keine neuen Leute finden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, dann weiß ich nicht, wie es weitergeht“, sagt Nimmert.

Auf keinen Fall wird es eine Fusion mit dem Königsborner JEC geben. Der Trainer und Sportliche Leiter der Bulldogs, Frank Gentges, hatte den Hammern Gespräche in dieser Hinsicht angeboten. „In wirtschaftlicher Hinsicht wäre das vielleicht sogar vernünftig“, erklärt Nimmert. „Doch können wir das unseren Fans nicht vermitteln, zudem sind die Sponsoren mit Mehrheit dagegen.“

So werden erst die nächsten Wochen zeigen, wie es am Maxipark in Werries in Sachen Eishockey weitergeht. Zunächst einmal wird nach Abschluss der Saison Bilanz gezogen, muss genau berechnet werden, wie hoch der finanzielle Schaden ist, der nicht zuletzt durch die endlos lange Endrunde entstanden ist, die für die Zuschauer immer unattraktiver wurde. „Beim dritten Derby hatten wir gegen Unna über 1000 Zuschauer, am vergangenen Freitag waren es gerade noch 212“, sagt Licht. „Klar, dass wir da die Saison mit einem Minus abschließen.“ Einen Teil der Verluste haben die Sponsoren schon aufgefangen. „Doch ob das reicht, wissen wir noch nicht“, sagt Nimmert.

Wie der Sportliche Leiter betont, sei der Eishockey-Standort Hamm aber keineswegs gefährdet. „Es wird hier auf jeden Fall weiter gehen“, sagt Licht. „Die Lizenz für die Oberliga liegt allein in Händen des Vereins Lippe Hockey Hamm.“ Notfalls könnte zudem die Eisbären GmbH aufgelöst werden, der Verein auch mit seiner 1b-Mannschaft in der NRW-Liga spielen. Licht hofft aber immer noch darauf, dass sich in den kommenden Wochen Leute finden werden, die bereit sind, zu helfen. Dann würde er sich vielleicht auch weiter als Sportlicher Leiter zur Verfügung stellen. „Der Job als Geschäftsführer ist bei einem Etat zwischen 250 000 und 300 000 Euro inzwischen schon ein Vollzeitjob“, erklärt Licht. „Da ich am Tag auch zehn Stunden arbeiten muss, schaffe ich das einfach nicht mehr.“ Seit vier Jahren ist er als Sportlicher Leiter bei den Eisbären tätig. „Ich hänge da auch mit Herzblut dran“, sagt Licht. „Es wäre schade, wenn die Sache einschläft, zumal der Verein derzeit in der Jugendarbeit sehr große Erfolge vorweisen kann.“ - P. Sch.

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