Eishockey: Play-off-Finale

Klatsche für die Eisbären im ersten Finale

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Das erste Duell um die Meisterschaft ist verloren: Die Hammer Eisbären um Ibrahim Weissleder (links) unterlagen in eigener Halle deutlich dem Herforder EV und hoffen nun auf das Auswärtsduell am Sonntag.

Bitterer Fehlstart für die Hammer Eisbären in die Playoff-Finalserie um den Meistertitel in der Eishockey-Regionalliga West. Im ersten Spiel der Best-of-five-Serie unterlag die Mannschaft von Trainer Ralf Hoja am Freitagabend überraschend deutlich mit 2:7 (1:1, 0:3, 1:3).

Hamm – Grobe Fehler werden in wichtigen Spielen oft sehr hart bestraft. Diese bittere Erkenntnis mussten die Hammer Eisbären im ersten Finale um die Meisterschaft in der Eishockey-Regionalliga hinnehmen. Mit einer eiskalten Effizienz nutzten die Herforder Ice Dragons die Nachlässigkeiten des Vorrunden-Ersten konsequent aus.

2:7 (1:1, 0:3, 1:3) hieß es aus Sicht der Hammer nach den ersten 60 Minuten dieser Serie – und das vor der Saison-Rekordkulisse von 1 547 Zuschauern in der Eissporthalle in Werries. In der zweiten Partie am Sonntag in Herford (18.30 Uhr) stehen die Eisbären damit schon unter Zugzwang

„Nur im ersten Drittel haben wir recht ordentlich gespielt“, zeigte sich Hamms Trainer Ralf Hoja nach der Auftaktpleite enttäuscht. „Unsere Leistung danach war eines Finales nicht mehr würdig. Die Herforder haben uns schwindelig gespielt und auch in der Höhe verdient gewonnen.“

Saison-Rekordkulisse in der Eishalle in Werries

Dabei war alles für einen unterhaltsamen Eishockeyabend angerichtet. 1 547 zahlende Zuschauer, darunter 400 stimmgewaltige Fans aus Herford, sorgten für eine prächtige Kulisse. Und als sich die Mannschaften zur Nationalhymne vor dem ersten Bully aufreihten, durften sie einen ersten Blick auf den Meisterpokal richten, der eigens am Mittelkreis auf einem Sockel präsentiert wurde. Beide Teams boten nahezu ihre Bestbesetzung auf. Auch Thomas Lichnovsky, der zuletzt an einer Gehirnerschütterung laborierte, konnte für die Eisbären auflaufen.

Zunächst einmal sicher stehen, abwarten wie der Gegner auftritt. Das war die Marschroute von Hoja, die er seinen Schützlingen mit in die Partie gegeben hatte. Doch es wurde eine sehr kampfbetonte Begegnung. Sowohl die Gastgeber als auch Herford suchten den Weg nach vorn. Von Beginn an waren sowohl Eisbären-Torwart Sebastian May als auch Dragons-Schlussmann Kieren Vogel hellwach und mussten einige Male gut reagieren. 

Oliver Kraft, Kevin Trapp und Lukas Novacek besaßen gute Möglichkeiten für die Eisbären, auf der anderen Seiten setzten aber auch Jan-Niklas Linnenbrügger und Killian Hull gefährliche Nadelstiche. Nach einer Viertelstunde war es dann der Tscheche Novacek, der die Hammer in Führung brachte. Nach Zuspiel von Kevin Thau setzte er sich auf der linken Seite gleich gegen zwei Herforder Verteidiger durch und überwand auch Vogel zum 1:0.

Eishockey Regionalliga, Hammer Eisbären – Herforder EV, Play-off-Finale, 1. Spiel  2:7

Hammer Proteste nach dem 1:1-Ausgleich erfolglos

Bärenstark, wie die Eisbären danach die erste Unterzahl überstanden, als Nikolai Tsvetkov auf der Strafbank saß. Über eine Minute gelang es den Ostwestfalen nicht, in das Drittel der Hammer zu kommen. Fast hätte Kevin Orendorz bei einem Konter sogar den zweiten Hammer Treffer markiert, doch er scheiterte am Herforder Keeper. Der Ernüchterung folgte am Drittelende. Genau mit der Schlusssirene gelang Fabian Staudt der Ausgleich. Hammer Proteste, dass der Puck nach der Sirene die Linie überquerte, waren erfolglos.

„Wer den größeren Willen hat und weniger Fehler macht, der wird sich am Ende durchsetzen“, hatte Hoja im Vorfeld der Partie geäußert. Im zweiten Abschnitt waren das auf jeden Fall die Ice Dragons, die sich vor allem vor dem Hammer Tor entschlossen präsentierten. Genau 17 Sekunden benötigten sie nach 28 Minuten, um die Weichen auf Sieg zu stellen. Erst war es Bejamin Skinner, der sich in der 28. Minute gegen Martin Köchling durchsetzte und zum 1:2 einschob. 

Herforder nutzen Abwehrpatzer der Eisbären konsequent

Die Eisbären hatten sich gerade kurz geschüttelt, als Killian Hutt den nächsten Abwehrpatzer der Gastgeber zum 1:3 verwertete. Als dann Matyas Kovacs (36.) sogar auf 1:4 erhöhte, schienen die Herforder endgültig auf der Siegerstaße zu sein. Die Ice Dragons konnten sich jetzt auf die Defensive konzentrieren, weiter auf Konter lauern. „Danach mussten wir unsere Spielweise ändern. Doch es lief einfach nichts mehr zusammen“, ärgerte sich Hoja.

Nach 36 Sekunden im Schlussdrittel kam noch einmal kurz Hoffnung auf Seiten der Eisbären auf, als Orendorz in Überzahl mit einem Schlagschuss von der blauen Linie auf 2:4 verkürzte. Doch Herford schlug kurz darauf zurück. Innerhalb von nicht einmal einer Minute sorgten Hutt und Kovacs (45.) für das 2:6. Fünf Minuten vor dem Ende traf Skinner zum 2:7-Endstand. „Am Sonntag geht es in Herford wieder bei null los. Es gibt noch einige Spiele“, erklärte Hoja, der sein Team wieder aufbauen muss.

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