Ex-Eisbär wird mit Iserlohn Roosters Deutscher Meister

Justin Figge

Hamm - Mit großen Hoffnungen war der 17-jährige Justin Figge, Torhüter der Hammer Eisbären, vor der Saison zu den Young Roosters nach Iserlohn gewechselt. Und die erfüllten sich.

Nach einer für ihn perfekten Spielzeit feierte er nun mit dem Nachwuchs-Team des Klubs aus der Deutschen-Eishockey-Liga (DEL) die Deutsche Meisterschaft. In der Deutschen-Nachwuchs-Liga 2 (DNL2) setzte sich der Hammer mit seinem Team in den beiden Finals gegen den ERC Ingolstadt durch.

Den Grundstein für den Erfolg legten die Young Roosters im Heimspiel am Seilersee. Mit 8:2 (4:0/2:0/2:2) fegten sie den Kontrahenten aus der Südstaffel vom Eis. „In den ersten beiden Dritteln haben wir sehr konzentriert gespielt“, erinnert sich der Keeper. Dass er zum Ende hin noch zweimal hinter sich greifen musste, war für ihn nicht mehr als ein Schönheitsfehler.

„Im Rückspiel haben wir uns ein bisschen zu sehr auf dem Erfolg ausgeruht und uns von der eindrucksvollen Kulisse in Ingolstadt beeinflussen lassen“, sagt Figge. Doch mit dem 4:4 (2:1,0:1,2:2)-Unentschieden geriet die Meisterschaft nicht in Gefahr. Damit hat der ehrgeizige Goalie sich seinen Traum erfüllt. „Ich habe mich in Iserlohn persönlich weiterentwickelt“, erklärt er. „Und unser selbst gestecktes Ziel, die Deutsche Meisterschaft, haben wir auch erreicht.“

Dafür hat der heute 18-Jährige viel in Kauf genommen. Zum einen baut er gerade sein Fachabitur am Friedrich-List-Berufskolleg, zum andern stehen sieben Trainingseinheiten in der Woche an. „Vor diesem Einsatz ziehe ich den Hut“, sagt Roosters-Trainer Klaus Schröder. „Justin betreibt einen riesigen Aufwand. Er hat in der Saison bei keiner Trainingseinheit gefehlt.“ Viermal geht es für die Schützlinge des 60-jährigen Coachs aufs Eis. Dreimal wird an der Athletik gearbeitet. „Die ist gerade im Eishockey besonders wichtig“, fügt er hinzu. „Als wir Justin zu uns geholt haben, hatte er in diesem Bereich Nachholbedarf. Doch den hat er mittlerweile mit seiner professionellen Einstellung ausgeglichen.“

Für den erfahrenen Trainer war beim ersten Sichtungsturnier, zu dem er den damals 17-Jährigen eingeladen hatte, schon klar, dass da ein Talent zwischen den Pfosten auf dem Eis stand. Auch wenn nicht klar war, wie sich Justin entwickeln würde. „Wir haben ihm trotzdem ein Angebot gemacht, auch wenn nicht abzusehen war, ob er die Konstanz, die ein Torwart braucht, über die gesamte Saison bringen würde“, erinnert sich Schröder.

Der Saisonverlauf hat ihm gezeigt, dass er mit seiner Einschätzung richtig lag. Der Neuzugang von den Hammer Eisbären hat sich in seinem neuen Team durchgesetzt. „Justin hat sich sportlich super entwickelt“, freut sich der Roosters-Coach. „Er hat sich als Nummer eins positioniert und war ein Garant für unseren Erfolg. Außerdem zählt er für mich zu den stärksten Keepern der Liga.“

Mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft haben sich Figge & Co. für die DNL1 qualifiziert, die höchste nationale Nachwuchs-Spielklasse. Wohin der Weg den Hammer noch führen wird, ist noch nicht abzusehen. Er hat schon im vergangenen Jahr eine Förderlizenz für die Roosters erhalten und zählt damit als vierter Schlussmann zum Profi-Kader. „Spielen wird er aber bei uns“, betont Schröder. Schließlich soll das Talent weiterhin Erfahrungen im Spielbetrieb sammeln.

„Wenn Justin sich weiter so entwickelt, dann kann er es in den Profibereich schaffen“, wagt der Roosters-Coach einen Blick in die Zukunft. Der Nachwuchs-Goalie indes hat erstmal kurzfristigere Ziele: Fachabi und Führerschein.

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