Eishockey

Warum Eisbären-Trainer Ralf Hoja sich noch nicht rasieren will

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Die Hammer Eisbären stehen am Freitag im dritten Playoff-Finale mit dem Rücken zur Wand.

Am Sonntag zumindest ein viertes Spiel in Herford, oder aber ab sofort Urlaub – die Eisbären haben es am Freitagabend  ab 20 Uhr in der dritten Partie der Finalserie der Eishockey-Regionalliga West in Werries  gegen Herford selbst in der Hand.

Hamm – Die beiden Niederlagen zum Auftakt der Finalserie um die Meisterschaft in der Eishockey-Regionalliga West gegen die Herforder Ice Dragons haben Ralf Hoja, dem Trainer der Hammer Eisbären, einige schlaflose Nächte beschert. Und für reichlich Gesprächsbedarf in Werries gesorgt. 

Denn nach der souveränen Vorrunde mit Platz eins waren Trainer, Verantwortliche, Mannschaft und Fans eigentlich fest davon ausgegangen, dass sich die Eisbären und die Ostwestfalen auf Augenhöhe begegnen würden. Doch der 2:7-Auftaktpleite auf eigenem Eis folgte am vergangenen Sonntag die 1:4-Klatsche beim Vorjahresmeister in Herford. Und sollten die Eisbären auch am Freitag verlieren, wäre die Finalserie abrupt beendet, würden die Gäste vor dem Hammer Publikum den Meister-Pokal entgegennehmen. 

Hammer Eisbären in Spiel drei mit dem Rücken zur Wand

Für Hoja und seine Mannschaft ein Szenario, das sie sich einfach nicht vorstellen wollen. Die Eisbären stehen mit dem Rücken zur Wand und wollen mit einem Sieg zumindest eine vierte Partie erzwingen, die am Sonntag ab 18.30 Uhr in Herford stattfinden würde. Angesichts der schwachen Vorstellungen in den ersten beiden Endspielen mit vielen individuellen Fehlern auf Hammer Seite und eklatanten Schwächen im Torabschluss hat es beim Vorrunden-Ersten einige interne Diskussionen gegeben. 

Dabei ging es, so Hoja, in erster Linie um Ursachenforschung. „Vielleicht haben wir die Latte mit unserer souveränen Vorrunde selbst zu hoch gelegt“, meint der Hammer Coach. „Mit den starken Leistungen wurden vielleicht Erwartungen geweckt, die wir derzeit einfach nicht mehr erfüllen können.“ Für Hoja alles eine Sache der Psyche. „Das Eishockeyspielen hat die Mannschaft bestimmt nicht verlernt“, beteuert der Coach. 

„Aber uns ist ein wenig die Leichtigkeit aus der ersten Saisonphase verloren gegangen. Im Defensivverhalten passieren derzeit zu viele Fehler, vorne machen wir die Dinger einfach nicht mehr rein, Obwohl wir auch in den bisherigen Finalspielen sehr gute Phasen hatten.“

Eishockey Regionalliga, Hammer Eisbären – Herforder EV, Play-off-Finale, 1. Spiel  2:7

Trainer Hoja: "Spiel- und Scheibenglück hat zuletzt gefehlt."

Hoja erinnerte daran, dass im ersten Endspiel in Hamm Kevin Orendorz nach einem Konter die Riesenchance zum 2:0 besaß. „Normal macht er den mit verbundenen Auge rein“, meint der Trainer. „Und auch in Herford haben wir stark begonnen, nach 32 Sekunden aber nur den Innenpfosten getroffen“, verweist Hoja darauf, dass seiner Mannschaft zuletzt ein bisschen das Spiel- und Scheibenglück gefehlt hat. Dass die Fans zuletzt sehr enttäuscht waren, versteht der Trainer. 

Allerdings gilt das auch für ihn selbst und für seine Spieler, die sich nicht so aus der Saison verabschieden wollen und laut Hoja alles dafür geben werden, das Blatt noch einmal mit einer Energieleistung zu wenden. „Wir geben nicht auf. Ich habe lange mit der Mannschaft gesprochen. Der Glaube an die eigene Stärke ist auf jeden Fall vorhanden. Wir müssen das jetzt nur endlich auf dem Eis umsetzen“, erwartet Hoja eine engagierte Leistung von der ersten bis zur letzten Minute. „Wir werden uns auch taktisch etwas einfallen lassen“, sagt Hoja, obwohl er genau weiß, „dass wir uns beide gegenseitig ausgelesen haben“, was die Spielweise angeht. 

Eisbären-Trainer setzt auf die Unterstützung der Fans

Herfords Vorteil sei in den bisherigen zwei Auseinandersetzungen der bedingungslose Wille gewesen. Den fordert er auch von seinen Schützlingen. „Herfords Kanadier Killian Hutt hat sich in beiden Spielen in jeden Schuss geworfen und die Pucks geblockt“, erkannte Hoja den kleinen, aber feinen Unterschied. „Unsere Mannschaft hat nach einem Rückstand zu schnell den Kopf hängen lassen.“

Hoja setzt darauf, dass auch die Fans am Freitag voll hinter der Mannschaft stehen werden. „Die Bereitschaft, noch einmal alles zu geben, ist vorhanden“, beteuert der Trainer. Der hat sich in den vergangenen Wochen einen Play-off-Bart wachsen lassen. „Jedenfalls habe ich eigentlich nicht geplant, den am Samstagmorgen abzurasieren“, betont Hoja.

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