Eishockey

Personal und Finanzen: Eisbären-Manager unter Dauerstress

Eisbären-Manager Jan Koch ist auch nach der Saison im Dauereinsatz.
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Eisbären-Manager Jan Koch ist auch nach der Saison im Dauereinsatz.

Unter Dauerstress befindet sich derzeit Eisbären-Manager Jan Koch. Personalgespräche und die Zusammenstellung des Lizenzierungsantrags für die Oberliga lassen Koch kaum Zeit für private Dinge.

Hamm – „Langweilig ist mir derzeit bestimmt nicht“, sagt Jan Koch. Der Manager der Hammer Eisbären kämpft aktuell gleich an mehreren Fronten, um die Zukunft der Mannschaft in der Eishockey-Oberliga zu sichern. „Nach unserem letzten Spiel der Pre-Playoffs bei den Black Dragons in Erfurt hatte ich gerade einmal zwei Tage, an denen ich mich nicht mit Eishockey beschäftigen musste“, erklärt Koch. „Danach war ich sofort wieder voll im Geschäft.“

Bisher nur mündliche Zusagen

Mit dem Ex-Herforder Jeff Job hatten die Eisbären kurz nach dem Ende der Saison gleich einen neuen Trainer als Nachfolger für den scheidenden Ralf Hoja verpflichtet. „Jeff unterstützt mich derzeit sehr intensiv bei den Personalplanungen, führt dabei auch das eine oder andere Gespräch mit möglichen Kandidaten, die uns in der kommenden Saison verstärken könnten“, bestätigt Koch. Konkret ist aber noch nichts. „Und auf mündliche Zusagen verlasse ich mich derzeit nicht“, beteuert der Manager, der erst Vollzug melden wird, wenn die Verträge unterschrieben sind. Vorrangig laufen derzeit aber noch die Verhandlungen mit den Akteuren des Kaders der vergangenen Runde. „Es gibt zwar schon die eine oder andere Tendenz, aber festgezurrt ist bisher nichts“, sagt Koch.

Sehr viel Zeit nimmt derzeit auch die Zusammenstellung der Unterlagen für das Lizenzierungsverfahren des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ein. „Wir müssen den Antrag spätestens bis zum 31. Mai in München eingereicht haben“, bestätigt Koch, der die Vorgehensweise aus dem vergangenen Jahr bereits bestens kennt und deshalb fest davon ausgeht, dass die Eisbären auch für die kommende Saison die Zulassung für die Oberliga Nord erhalten werden.

Wieder mit Zuschauern kalkulieren

Denn finanziell ist der Neuling, trotz der Pandemie-Saison, mit einem „bauen Auge“, so Koch, davongekommen. Was bei einer kompletten Runde ohne Zuschauer schon ein außergewöhnlicher Kraftakt für den Verein war. Die staatliche Unterstützung für den Profi-Sport und die Übertragungen der Heimspiele über den Internet-Streamingdienst sprade.tv, für die die gastgebenden Vereine 75 Prozent der Einnahmen erhielten, haben dafür gesorgt, dass die Eisbären das Geschäftsjahr für die Spielbetriebs GmbH nur mit einem kleinen Minus abgeschlossen haben. Die Existenz sei, so Koch, nicht in Gefahr geraten. „Noch so eine Saison wäre allerdings tödlich“, meint der Manager, der deshalb bei der Abgabe der Lizenzunterlagen wieder mit Zuschauern kalkulieren wird.

„Die neue Saison beginnt Ende September oder Anfang Oktober. Mit dem Impfen sollten wir bis dahin so weit durch sein, dass wir zumindest wieder einen Teil der Halle mit Zuschauern füllen können“, hofft Koch auf bessere Zeiten. „Auch für die Eishalle wäre es sehr wichtig, halbwegs in den Normalbetrieb zurückkehren zu können. Noch so ein Winter wäre für die Eishallenbetreiber in ganz Deutschland nicht zu überleben. Da könnte man das Eis besser abtauen“, sagt Koch.

Positive Signale der Sponsoren

Mit entscheidend wird zudem sein, wie die Sponsoren reagieren. „Die konnten in der vergangenen Saison nicht einmal in der Halle dabei sein. Daher müssen wir abwarten, wie die Unterstützung aussehen wird“, erklärt der Manager. Als Entschädigung haben in der vergangenen Saison alle Sponsoren einen freien Zugang zu sprade.tv erhalten. Was allerdings nicht annähernd vergleichbar damit ist, wenn sie in der Halle mit ihren Gästen im VIP-Bereich begrüßt werden. Bisher seien die Signale von den Förderern durchaus positiv gewesen, so Koch, der weiter auf die Unterstützung hofft.

Die wird im Endeffekt auch mit entscheidend dafür sein, wie sich die Eisbären personell für die kommende Oberliga-Saison aufstellen können. Um, wie gewünscht, professionellere Strukturen zu schaffen, muss auch der Etat für die Mannschaft erheblich erhöht werden.

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