Eishockey

Eisbären-Manager Jan Koch: „Unser Bestreben ist es, weiter in der Oberliga zu starten“

Eisbären-Manager Jan Koch (hinten rechts) blickt auf die erste Saisonhälfte, fehlende Fans und Verstärkungen.
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Eisbären-Manager Jan Koch (hinten rechts) blickt auf die erste Saisonhälfte, fehlende Fans und Verstärkungen.

Die Hälfte der Vorrundenspiele der Eishockey-Oberliga Nord haben die Hammer Eisbären absolviert. Mit nur zwölf Punkten liegt die Mannschaft von Trainer Ralf Hoja abgeschlagen am Tabellenende.

Hamm – Doch trotz aller Probleme, nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie, haben die Hammer Eisbären, so Manager Jan Koch, den Schritt in die dritthöchste deutsche Spielklasse nicht bereut. Wie Koch im Gespräch mit Peter Schwennecker bestätigt, wird der Verein auch in finanzieller Hinsicht das Abenteuer meistern.

Die Halbzeitbilanz fällt bescheiden aus. Die Corona-Pandemie lässt keine Zuschauer zu. Hinzu kommt das große Verletzungspech. Haben Sie in den vergangenen Wochen nicht auch einmal den Gedanken gehabt, dass Sie vielleicht doch besser auf einen Start in der Oberliga verzichtet hätten?
Nein, überhaupt nicht. Wenn man einmal parallel in unsere alte Liga reinschaut, dann stellt man fest, dass die Regionalliga gar nicht spielt. Die Teams durften eine Vorbereitung machen und mussten dann abbrechen. Das ist immer noch so und wird sich wohl auch nicht ändern. Es gibt einige Eishallen, die inzwischen abtauen. Weil die Oberliga als Profiliga anerkannt wird, ist das in Hamm nicht der Fall. Von daher gab es keinen Punkt, an dem wir gesagt haben, dass das die falsche Entscheidung war. Ganz im Gegenteil. Dadurch, dass die Regionalliga nicht spielen darf, hat uns das in unserer Entscheidung bekräftigt.
Würden Sie mit dem Wissen von heute einige Dinge ganz anders angehen?
Natürlich. Für uns ist das auch ein Lernprozess. Sowohl sportlich für die Spieler auf dem Eis als auch für uns im Umfeld. Vielleicht waren wir ein bisschen zu blauäugig im Vorfeld, haben dieses konstante hohe Niveau der Oberliga etwas unterschätzt. Das muss man auch selbstkritisch sehen. Aber wir lernen dazu. Vielleicht hätten wir den Kader von der Grundstruktur her etwas anders aufbauen müssen. Deswegen müssen wir sehen, dass wir die Mannschaft für die kommende Saison etwas anders aufstellen.
0,5 Punkte im Schnitt pro Spiel sind sicherlich nicht das, was Sie sich vorgestellt haben, obwohl Sie ja schon vorher davor gewarnt haben, dass es auch die eine oder andere Klatsche geben wird. Wie sehr fehlen gerade in den knappen Begegnungen die Fans auf den Rängen?
Leider ist das so. Gerade in den Heimspielen sind die Fans oft das Zünglein an der Waage. Mit der Euphorie von den Rängen werden auch die Spieler in engen Phasen gepusht. Da werden einige Prozente heraus gekitzelt, die am Ende dazu reichen, die Punkte zu behalten. Eine aufgeheizte Stimmung sorgt vielleicht auch dafür, dass der eine oder andere Schiedsrichterpfiff für dich etwas positiver ausfällt. Das alles haben wir nicht, deswegen müssen wir jetzt da durch. Es ist schade, dass die Fans und unsere Sponsoren nicht in die Halle dürfen. Doch alle unterstützen uns. Das spüren wir immer wieder, wenn wir nachsehen, wie viele Leute uns über sprade.tv zusehen.
Sie haben ja ohnehin nur mit 500 bis 600 Zuschauern im Schnitt kalkuliert. Gleichen die Einnahmen über sprade.tv, wo derzeit meist 300 bis 400 Fans die Begegnungen buchen, die Verluste aus? Reicht das auch, um wirtschaftlich zu überleben?
Wir werden wirtschaftlich über die Runden kommen. Da ist das Portfolio aus der Corona-Profisporthilfe und den Einnahmen aus sprade.tv. Das deckt sich ungefähr mit dem, was wir kalkuliert haben. Da haben wir keine große Lücke zu befürchten. Das haben wir gut im Blick, so dass wir finanziell kein großes Risiko eingehen.
Sie sind ja seit einiger Zeit abgeschlagen Tabellenletzter. Kann man die Mannschaft da überhaupt noch motivieren, gibt es weiter sportliche Ziele?
Ja klar. Jedes Spiel fängt wieder bei null an. Und als Sportler möchte man auch jedes Spiel gewinnen. Man setzt sich keine acht Stunden in den Bus nach Rostock und läuft mit der Absicht auf das Eis, die Niederlage in Grenzen zu halten. Dementsprechend ist die Mannschaft immer noch motiviert. Wir haben vielleicht ein bisschen länger als erwartet benötigt, um in der Liga anzukommen, um uns an das Tempo und den Rhythmus zu gewöhnen. Inzwischen merken wir, dass wir drin sind und trotz des dünnen Kaders die Spiele etwas enger gestalten können. Nach vorn erarbeiten wir uns jetzt deutlich mehr Chancen als zu Beginn der Saison.
Werden Sie personell noch einmal nachlegen?
Das werden wir nur dann machen, wenn wir einen Spieler verpflichten können, der uns auch wirklich weiterhilft. Das muss aber schnell passieren, denn am 31. Januar ist Transferschluss.
Werden Sie auch in der kommenden Saison noch in der Oberliga spielen oder wieder in die Regionalliga zurückgehen?
Wir haben alle Möglichkeiten im Blick, wie wir das zuvor auch hatten. Unser Bestreben ist es, weiter in der Oberliga starten zu können. Wir wissen, was wir dafür zu tun haben, was wir an Geld benötigen, um das zu ermöglichen. Und daran arbeiten wir gerade. Wir sind durchaus optimistisch, dass wir auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen.

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