Eisbären haben trotz der ersten Siege noch viel Arbeit vor sich

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Hektisch ging es in der Schlussphase der Partie zwischen den Eisbären und den Rostock Piranhas zu. Am Ende durfte der Aufsteiger aus Hamm aber den zweiten Sieg des Wochenendes bejubeln.

Die Hammer Eisbären haben in der Oberliga Nord das Wochenende mit den beiden Siegen in Krefeld und daheim gegen Rostock mit sechs Punkten perfekt abgeschlossen. Gleichzeitig sagt Manager Jan Koch. Es ist spielerisch noch Luft nach oben.

Hamm – Als mit dem 4:3 gegen die Rostock Piranhas der erste Heimsieg in der Eishockey-Oberliga und damit das erhoffte Sechs-Punkte-Wochenende perfekt war, verspürte Jan Koch zwar durchaus ein wenig Stolz auf die Leistung der Mannschaft. Die Kritik, die er und Trainer Ralf Hoja bereits nach dem 4:3-Erfolg bei Schlusslicht Krefeld geäußert hatten, galt für den Geschäftsführer der Hammer Eisbären aber grundsätzlich auch für den Auftritt gegen die Rostocker. 

"Ein paar Mal ein bisschen Glück"

„Natürlich ist es eine sehr schöne Situation für uns zu sehen, dass wir punkten können. Durch solche Siege holen wir uns Selbstvertrauen für den weiteren Saisonverlauf“, sagte Koch, merke aber im gleichen Atemzug an, dass spielerisch durchaus Luft nach oben ist. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Partie gegen Rostock auch deutlich anders ausgehen kann. Das haben ja alle gesehen.“ Das hatte auch Hoja erkannt, der feststellte, dass „wir ein paar Mal ein bisschen Glück gehabt und viele Pucks verloren haben.“

 Nach einer kurzen Pause wischte der Eisbären-Trainer angesichts des punktetechnisch perfekten Wochenendes die Kritik aber einfach zur Seite und ergänzte. „Man hängt immer alles so hoch – aber das ist ja Quatsch. Wir kommen von unten aus der Regionalliga und haben gegen eine Mannschaft, die schon länger in der Oberliga spielt, gewonnen. Also ist doch alles gut.“ Dass es wichtig ist, sich den Blick durch die beiden Erfolge nicht verklären zu lassen, wissen aber alle Beteiligten.

53 Torschüsse der Rostocker Piranhas

 Denn allein das Torschussverhältnis von 53:26 (15:9, 16:11 22:6) zeigt, dass sich die Piranhas am Sonntagabend eine große Feldüberlegenheit auf dem Eis erspielt hatten und Eisbären-Goalie Ilya Sharipov den Sieg mit seinen zahlreichen Paraden festgehalten hatte. „Wir schießen den Keeper der Gastgeber berühmt, haben ein deutliches Plus bei den Torschüssen“, sagte Rostocks Mannschaftsleiter Dirk Weiemann auf der Homepage des Vereins. Dennoch musste er eingestehen: „Aber das Ergebnis sagt was anderes aus…“ 

Koch hätte sich gegen den Liga-Vorletzten einfach ein wenig mehr Souveränität der Hammer gewünscht, eine Begegnung, in der sein Team mehr Kontrolle ausüben hätte können. „Wir waren im Vergleich zu den vorherigen Spielen deutlich mehr in der Defensive. Das haben wir im Vorfeld anders erwartet“, sagte er, war aber auf der anderen Seite mit der Einstellung und der Spielgestaltung einverstanden. „Die Mannschaft hat sich gut reingekniet. Und sie hat zwar viele Schüsse zugelassen – aber nur wenige aus dem Slot.“ Vor dem Tor ließen die Eisbären nicht viel zu, drängten die Gäste meist in Richtung Bande ab, was dazu führte, dass die meisten Schussversuche der Piranhas eher von Außen auf das Tor von Sharipov kamen. Und dort zu seiner sicheren Beute wurden. 

Noch zwei Spiele mit Ilya Sharipov

Einen prozentuellen Anteil von Sharipov am Erfolg mochte Koch aber nicht benennen. „Einen Sieg kann man nie an einem einzelnen Spieler festmachen. Er war ein Teil der Mannschaft“, betonte Koch. „Insgesamt war es eine gute Leistung, wo wir halt nur sehr viel hinterhergelaufen sind.“ Zumal Sharipov in der heißen Schlussphase seinem Team fast einen Bärendienst erwiesen hätte, als er sich provozieren ließ, mit den Fäusten auf einen Rostocker losging und dafür eine Zwei-plus-Zwei-Minuten-Strafe kassierte – den Ausgleich dann aber selbst in den letzten 90 Sekunden vereitelte. 

Noch zweimal wird der 25 Jahre alte ehemalige deutsche U20-Nationalspieler Sharipov das Tor der Eisbären aller Wahrscheinlichkeit nach hüten. Dann wird der Profi, der für vier Wochen vom DEL-Team der Nürnberg Ice Tigers ausgeliehen war, wieder nach Bayern zurückkehren. Der Plan, den die Eisbären-Verantwortlichen mit der Kurz-Verpflichtung des Goalies verfolgt hatten, ist aufgegangen. „Die Intention, warum wir ihn geholt haben, war ja, gerade in der Anfangsphase der Saison Stabilität und Sicherheit in die Mannschaft zu bekommen. Das ist genau so eingetroffen, wie wir es uns erhofft haben“, so Koch. 

Koch: "Wir sind auf einem guten Weg"

Der Lernprozess in der höheren Liga ist trotz der jetzt sieben Punkte aus den ersten sechs Partien für den bisherigen Regionalligisten noch lange nicht abgeschlossen, zumal Rostock und Ratingen als Tabellennachbarn zu den Mannschaften gehören, die die Eisbären schlagen sollten, wenn sie ihr Saisonziel, nicht Letzter zu werden, schaffen wollen. „In der Oberliga geht alles viel schneller. Wir müssen gedankenschneller sein, um uns an das Tempo zu gewöhnen“, sagte Koch. „Da muss das Team reinwachsen. Du machst mit jedem Spiel nur noch kleinere Fehler. Daher sind wir auf einem guten Weg. Aber jedes Spiel ist für den Prozess wichtig.“ 

Zumindest die nächsten beiden Partien am Freitag gegen die Hannover Indians und Sonntag bei den Crocodiles Hamburg werden mit Sharipov stattfinden. Danach darf sich wohl wieder Sebastian May im Tor beweisen.

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