Eisbären besiegen Ratingen im Zeitstrafen-Festival mit 4:1

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Es war viel los auf dem Eis – nicht nur vor den Toren: Hamm und Ratingen lieferten sich viele unsportliche Gefechte und kassierten zahlreiche Strafen.

Hamm - Im vierten Anlauf hat es geklappt. Die Hammer Eisbären feierten am Freitagabend vor 389 Zuschauern mit 4:1 (0:1, 1:0, 3:0) den ersten Saisonsieg über die Ratinger Ice Aliens und fügten somit dem souveränen Spitzenreiter der Endrunde der 1. Eishockey-Liga West die erste Niederlage zu. Allerdings hatte dieser Erfolg einen bitteren Beigeschmack, denn in der überharten Partie hagelte es auf beiden Seiten Spieldauerdisziplinarstrafen.

Die Hammer müssen am Sonntag in Neuss deshalb gleich auf drei gesperrte Akteure verzichten. „Das war kein Eishockey“, war Eisbären-Trainer Daniel Galonska nach der Begegnung sichtlich betroffen. „Aber das passiert immer, wenn wir gegen Ratingen spielen. Die wollen mit ihrer Härte nur unser Spiel zerstören.“

Die Ansage des Eisbären-Trainers, sich in diesem Duell auf Augenhöhe möglichst der Strafbank fern zu halten, hatte der Finne Mikael Paunio schon nach zwei Minuten ignoriert. Doch das erste Unterzahlspiel überstanden die Hammer schadlos. Die Eisbären waren auch danach die überlegene Mannschaft, ließen aber gute Chancen durch Ibrahim Weißleder und Igor Furda liegen. Der Spitzenreiter agierte defensiv sehr diszipliniert, wartete geduldig auf seine Chancen. Und ausgerechnet in Unterzahl gingen die Gäste in Führung. Der Ratinger Robert Licau saß gerade einmal 13 Sekunden auf der Strafbank, als die Eisbären unnötig die Scheibe vertendelten und Dennis Fischbuch nach dem blitzschnellen Konter mit einem platzierten Flachschuss ins untere rechte Eck zum 0:1 (11.) erfolgreich war. In der Schlussphase des ersten Abschnitts hatten die Hammer einige Male den Ausgleich auf dem Schläger, scheiterten aber immer wieder an Schlussmann Kohl.

Was dann im zweiten Drittel passierte, hatte mit Eishockey eigentlich nichts mehr zu tun. Was zweifellos auch am Düsseldorfer Schiedsrichter Denis Kyei-Nimarko lag, dem die Partie komplett aus den Händen glitt. Den schmutzigen Teil des Spiels eröffnete der Ratinger Fischbuch mit einem Bandencheck gegen Andre Mangold, der verletzt vom Eis getragen wurde. Fischbuch erhielt ebenso fünf Strafminuten plus Spieldauer wie wenig später Milan Vanek, der Robin Loecke mit Schwung gegen die Bande drückte und am Arm verletzte. Loecke handelte sich bei der Revanche per Faustschlag ebenfalls eine Spieldauerdisziplinarstrafe ein.

Doch damit nicht genug: Der Hammer Ibrahim Weißleder erhielt nach einem Stockstich sogar eine Matchstrafe und wird mehrere Wochen zusehen müssen. Ebenfalls eine Spieldauerdisziplinarstrafe kassierte Christof Ulrich. Alle drei werden den Eisbären damit am Sonntag ab 20 Uhr bei der Aufgabe in Neuss fehlen. Auf der Eisfläche war zwischenzeitlich viel Platz. Sportlich erwähnenswert war eigentlich nur, dass Weißleder vor seiner Hinausstellung bei Hammer Unterzahl das 1:1 (32.) gelungen war. Und dass die Gastgeber eine fast vierminütige 3:5-Unterzahl ohne Gegentreffer überstanden.

Die erhitzten Gemüter hatten sich in der letzten Drittelpause etwas abgekühlt. Und es wurde auch zunächst wieder Eishockey gespielt. Die Hammer gingen in der 42. Minute in Überzahl erstmals in Führung. Lari Mäkijärvi fälschte einen Distanzschuss von Igor Furda unhaltbar zum 2:1 ab. Dann legte Ratingen in puncto Härte noch einmal nach. Lucas Becker musste nach einen Kniecheck gegen Mäkijärvi auch vorzeitig unter die Dusche (5 plus Spieldauer). Die folgende Überzahl nutzten die Hammer zum vorentscheidenden 3:1 (54.) durch Mikael Paunio. Dem Finnen gelang eineinhalb Minuten vor Schluss auch der Treffer zum 4:1-Endstand.

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