Drei Platzverweise: Rhynern verliert 0:1 gegen Beckum

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Die Entscheidung in Rhynern: Mit diesem direkt verwandelten Freistoß in der dritten Minute der Verlängerung sorgte Erdal Kaleoglu für den 1:0-Sieg des SC Roland Beckum beim SV Westfalia Rhynern.

HAMM - Am Ende standen sie völlig gedankenverloren vor der Trainerbank. Sie schüttelten fassungslos den Kopf, ärgerten sich und wunderten sich über das, was in den 90 Minuten zuvor passiert war.

Denn trotz einer formidablen ersten Halbzeit mit zahlreichen Chancen und einer Roten Karte gegen Gästeakteur Sven Höveler in der 55. Minute unterlagen die Spieler des SV Westfalia Rhynern in der Heimpartie der Fußball-Oberliga gegen den SC Roland Beckum mit 0:1 (0:0) – und das ausgerechnet durch ein Tor des Ex-Rhyneraners Erdal Kaleoglu in der dritten Minute der Nachspielzeit.

„Das ist mal richtig bitter“, zeigte sich Westfalia-Trainer Björn Mehnert nach dem Abpfiff völlig konsterniert. „Ein Unentschieden wäre das gerechte Ergebnis gewesen. Aber dieser Freistoß war nicht zu verteidigen und nicht zu halten.“

Die Rhyneraner, die auf den verletzten David Schmidt verzichten mussten, waren überaus stark in die Begegnung gestartet. Der Wille, nach der schwachen Leistung bei der 0:3-Niederlage in Ahlen Wiedergutmachung zu betreiben, war deutlich zu erkennen. Die Platzherren ließen den SC Roland mit ihrem laufintensiven Forechecking kaum zur Entfaltung kommen, waren viel in Ballbesitz und spielten immer wieder schnell und geschickt in die Spitze. Die logische Folge waren Tormöglichkeiten fast im Minutentakt. So scheiterte Michael Wiese bereits in der sechsten Minute an Beckums-Torwart Christopher Sander, der nicht nur in dieser Szene ein starker Rückhalt für sein Team war. In der 25. Minute wurde ein Versuch von Mathieu Bengsch im letzten Moment abgeblockt (15.), dann parierte Sander gegen Philipp Hanke (17.). Die größte Möglichkeit hatte Mateo Fichera, der erstmals von Beginn an für Rhynern auflief. Von Wiese bedient, suchte der Neuzugang aus Bad Westernkotten den direkten Torabschluss, scheiterte aber ebenfalls am Roland-Keeper (22.). Genauso erging es Lennard Kleine (27., 45) und Hanke (34., 42.). Die Gäste waren lediglich durch zwei Standardsituationen gefährlich, doch Joseph Laumann (28.) per Kopfball und der Ex-HSVer Nils Hönicke (37.) per direktem Freistoß kamen nicht an Christoph Hunnewinkel vorbei. „Zur Pause mussten wir uns bei Christopher Sander bedanken, dass wir znicht zurücklagen“, gab Beckums Trainer Ismail Atalan später zu.

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Fußball Oberliga: Rhynern verliert in Nachspielzeit 0:1 gegen R. Beckum

Nach dem Wiederanpfiff knüpften die Rhyneraner nahtlos an den Auftritt des ersten Durchgangs an, ehe Höveler nach einem Foulspiel an Torben Menne mit Rot vom Platz gestellt wurde (55.). Anschließend verloren die Platzherren aber zuerst ihre Spielordnung, dann die Kontrolle über die Partie. „Das ist wirklich komisch, dass eine Partie oft nach einem Platzverweis kippt. Aber wir wurden dann besser“, meinte Atalan. So kamen die Rhyneraner, die nach einer Gelb-Roten Karte gegen Menne wenig später ebenfalls nur noch zu zehnt waren (59.), nicht einmal mehr gefährlich vor das Gästetor, während die Beckumer das Heft immer fester in die Hand nahmen. Als dann aber Semih Daglar zuerst per Direktabnahme scheiterte (66.) und dann nach einem Solo (80.) in Hunnewinkel seinen Meister gefunden hatte, lief in dieser intensiv geführten Partie alles auf ein Remis hinaus. Und daran schien sich auch nichts zu ändern, nachdem mit Ersin Kusakci ein dritter Spieler mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen geschickt worden war (89.). Doch als dann in der dritten Minute der Nachspielzeit Suri Ucar nach einem Zweikampf mit Bengsch direkt an der Strafraumlinie zu Fall gekommen war, nahm Kaleoglu Maß und traf zum 0:1 (90.+3).

„In den ersten 60 Minuten waren wir klar besser, haben uns nach dem Platzverweis von der Hektik anstecken lassen. Vielleicht müssen wir auch lernen, bei jedem Foul zu schreien und uns dreimal über den Platz zu wälzen“, ärgerte sich Mehnert. - –pad–

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